F4 Schwaigern

F4 Schwaigern

Ute Kolewe - Was betrübst du dich, meine Seele ...?

Die Lektion stellt den Stuttgarter Psalter vor und erläutert Psalm 42 als Klagepsalm. Im Bild werden die Spannung zwischen Lob und Trauer sowie Zeichen für Gottes Nähe, Heilung und Hoffnung hervorgehoben.

10.06.2026 23 min

Video zur Episode

;

Zusammenfassung & Show Notes

Was betrübst du dich, meine Seele ...?
 

In dieser Lektion wird der Stuttgarter Psalter vorgestellt, eine Vulgata-Fassung aus dem 8. oder 9. Jahrhundert, die seit über 200 Jahren in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart aufbewahrt wird. Er enthält alle 150 Psalmen sowie 316 Illustrationen, die die Texte deuten und erklären.
Im Mittelpunkt steht ein Bild zu Psalm 42. Dargestellt ist ein Sänger mit Instrument, der zunächst an Lob und Dank erinnert. Bei genauerem Hinsehen wirkt er jedoch nachdenklich und traurig. Die rechte Bildseite zeigt seine innere Verfassung als Person namens „Anima“, die mit gesenktem Kopf auf einem Berg sitzt.
Die Sprecherin erklärt Psalm 42 als Klagepsalm und damit als Gebetsform. Klage wird nicht als Selbstmitleid beschrieben, sondern als ehrliches Aussprechen von Schmerz, Sehnsucht und innerer Unruhe vor Gott. Dabei wird betont, dass die Psalmen viele Klagepsalmen enthalten und dass Klage eine legitime Form des Gebets ist.
Anhand mehrerer Psalmaussagen wird gezeigt, wie der Beter über sich selbst, über Feinde und über Gott klagt. Feinde werden dabei nicht nur als Personen verstanden, sondern auch als innere Belastungen wie Angst, Selbstvorwürfe, Misstrauen oder Gedankenkarussell. Die tiefste Klage richtet sich auf das Gefühl, von Gott verlassen zu sein.
Gleichzeitig bleibt der Beter auf Gott bezogen. Er fragt nach Gottes Nähe, fordert sich selbst auf, auf Gott zu harren, und soll Ausschau nach Gott halten. Das Bild wird so gedeutet, dass auf dem Berg Zeichen von Gottes Zuwendung stehen: Lilien als Zeichen der Gnade und ein Baum des Lebens als Hinweis auf Heilung und Zukunft bei Gott.
Abschließend wird betont, dass Gott auch dann da ist, wenn er verborgen erscheint. Der Aufruf lautet, Klage und Vertrauen zusammenzuhalten und im Alltag auf Gottes Spuren zu achten.

Das und mehr erzählt uns Ute Kolewe

Ist die Folge nicht schnell genug online, oder möchtest du gerne mal das Gesamtprogramm live erleben? Dann komm doch gerne direkt ins F4:

Liebenzeller Gemeinschaft und EC-Jugendarbeit Schwaigern e. V.
Falltorstr. 4
74193 Schwaigern

Du hast Fragen oder möchtest weitere Informationen, dann melde dich!

Gemeinschaftspastor Mark Bühner
Tel. 07138 236 9645
Mobil: 0157 3723 4570
mark.buehner@lgv.org

Jugendpastor Johannes „John“ Götz
Tel. 07138 8145234
Mobil: 015115579068
johannes.goetz@lgv.org

Vorsitzende Sonja Bay
Mobil: 0174/9665002
sonja.bay@lgv-schwaigern.de

Oder informiere die auf unserer Homepage:
https://www.lgv-schwaigern.de

Weitere Fragen, Anregungen oder Ideen gerne an:
podcast@lgv-schwaigern.de

Willst du unsere Arbeit unterstützen, dann kannst du hier spenden:
Spenden (lgv.org)

Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team

Weitere Links:

YouTube: F4 Schwaigern - YouTube
Website: Schwaigern
Facebook: (19) Facebook
Instagram EC: Instagram
Linktree EC: Linktree
Veranstaltungsübersicht: Kalenderübersicht

Transkript

Ich begrüße Sie und Euch ganz herzlich. Im sogenannten Stuttgarter Psalter, wir sind ja hier bei den Schwaben, im sogenannten Stuttgarter Psalter oder der Stuttgarter Psalter ist eine Vulgata-Übersetzung, Vulgata-Fassung aus dem 8. Jahrhundert, aus dem 8. Jahrhundert, 9. Jahrhundert in Paris entstanden Und, er zählt heute zu den besten Vulgata-Fassungen, die es überhaupt noch gibt. Und er ist seit über 200 Jahren in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart. Dieser Stuttgarter Psalter enthält alle 150 Psalmen und außerdem 316 Illustrationen, um diese Psalmen sozusagen zu interpretieren, zu erklären. Eines dieser Bilder habe ich heute mitgebracht und ich möchte mit euch so ein bisschen eintauchen in die Psalmen oder in einen Psalm, der uns letztlich auch wie eine Gebetsschule ist. Beten mit den Psalmen. In diesem Bild sehen wir zunächst auf der linken Seite einen prächtig gekleideten Sänger mit seinem Instrument. Er spielt und vielleicht will er, so wie wir es eben getan haben, Gott loben. Ja, denn es gab und gibt Zeiten, da konnte er Gott danken und jubeln und loben, in der Menge der Gläubigen, weil er gute Erfahrungen mit Gott gemacht hat. Weil er erlebt hat, dieser Gott ist lebendig und gegenwärtig. Ja, weil er Gottes Angesicht sehen konnte. Und deshalb hat der Künstler dieser Zeit, und so war das üblich in dieser Epoche, auch so einen orangefarbenen Streifen im Hintergrund gemalt. Als Zeichen dafür, ja, dieser Mensch hat Erfahrungen mit dem lebendigen Gott gemacht. Aber wenn wir genauer hinschauen, dann ist der Mund dieses Sängers geschlossen. Er singt nicht mehr. Sein Blick ist nachdenklich, trüb. Er starrt sozusagen in sich hinein. Und was er vor seinem inneren Auge sozusagen sieht oder auch wie es ihm geht, das ist teilweise auf der rechten Seite des Bildes dargestellt. Da sehen wir eine Person, die sitzt auf einem Berg und die hat den Kopf schwer in die Hand gestützt. Rechts und links davon steht, und das ist sozusagen der Name der Person, Anima, die Seele. Ja, was der Sänger sieht, er schaut sozusagen in sich hinein, in sein Leben, in seine Seele, aber damit meint der Hebräer eben sein ganzes Leben, nicht nur ein Teil des Menschen. Er sieht sich selber eingehüllt in ein violettes Kleid und die Farbe Violett steht für Sorgen und Leid, Schuld, tiefe Erschütterung, ja sogar Depression. Also die ganze Person des Beters ist in tiefer Traurigkeit. Nicht unbedingt das, was man sich wünscht, aber was halt in unserem Leben auch immer wieder da ist. Und so fragt sich der Beter mehrfach in Psalm 42 nämlich, denn zwischen Psalm 42 und 43, da findet sich dieses Bild. Was betrübst du dich, meine Seele? Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Was bist du so bedrückt? Warum bist du so aufgewühlt? Tja, ist es eigentlich gut, so zu fragen? So in sich hineinzuschauen, in sich hineinzuhorchen, wird da nicht einfach noch alles schlimmer? Geht da die Spirale nicht erst recht nach unten, wenn ich anfange zu fragen, was ist eigentlich mit mir los? Warum bin ich so aufgewühlt, so unruhig? Aber hier in Psalm 42 geht es nicht um ein Herumjammern. Es geht auch nicht um Selbstmitleid oder um ich drehe mich um mich selber. Ich bin der Nabel der Welt. Nein, in Psalm 42 geht es ums Klagen. Also noch ein bisschen was anders wie Bruddeln. Es geht ums Klagen, nämlich ums Klagen als eine Gebetsform. Und zwar als eine berechtigte Gebetsform. Und, das fand ich jetzt spannend, als du vorhin gesagt hast, das Bruddeln wäre das Gegenteil von Loben. Das wäre ja vielleicht mal eine interessante Überlegung. Ist das Klagen das Gegenteil von Loben? Ich komme dazu noch. Klagen ist eine berechtigte Art in unseren Gebeten. In den Psalmen, da gibt es 150 Stück, davon sind allein 50 Klagepsalmen. Es ist tatsächlich die stärkste Kategorie in den Psalmen, die Klagepsalmen. Ja, und was passiert denn, wenn ich klage? Wenn ich klage, dann heißt es, ich höre auf zu verleugnen, was in mir vorgeht. Ich höre auf, mich zu betäuben, damit ich nicht spüre, wie stark die innere Sehnsucht, wie stark der innere Schmerz ist. Ich fange an, wahrzunehmen, ernst zu nehmen, was da in mir vorgeht, ohne mich da drin zu verlieren. Denn der Klagende, das habe ich ja schon gerade gesagt, der dreht sich nicht einfach um sich selber, sondern er richtet seine Klage hin zu Gott. Und das ist tatsächlich der entscheidende Unterschied zum Bruddeln. Ich richte meine Klage an Gott, nicht an Menschen. Ich richte sie an Gott, ich drücke aus, was in mir vorgeht. Ich bringe alles mit ihm ins Gespräch. Und da merken wir schon, wie ungeübt wir eigentlich da drin sind. Alles, mein ganzes Leben mit Gott ins Gespräch zu bringen. Ja, tatsächlich, das darf ich. Es ist so kostbar, dass wir für andere beten. Es ist so kostbar, dass wir loben. Aber vielleicht gilt es auch, die Klage wieder zu gewinnen, für uns persönlich und in der Gemeinde. Die Psalmen sind uns da wirklich eine gute Schule. Und es tut gut für sich persönlich zu Hause, das nicht einfach nur mal runterzulesen, sondern diese Sätze herauszunehmen und vielleicht zu meinem eigenen Gebet zu machen. Der Psalmbeter in Psalm 42 erklagt. Und in den Psalmen, da gibt es zunächst mal die sogenannte Ich-Klage. Also wo der Beter das beschreibt, wie es ihm geht, was er fühlt, was er erlebt, wonach er sich sehnt und was er sich wünscht. Und einfach mal ein paar Auszüge aus diesem Psalm 42. Meine Seele lechzt nach dir, Gott. Meine Seele dürstet nach Gott. Meine Tränen sind mein Brot geworden. Alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen. Er klagt, wie es ihm geht. Ja, und warum ist er denn so traurig? Was hat ihn denn so tief erschüttert? Seine tiefe Traurigkeit wird verursacht durch Feinde. Feinde, die über ihn spotten. Feinde, die ihm das absprechen, woran sein Leben zuletzt hängt, nämlich an der Beziehung zu Gott, an der Existenz Gottes. Und so klagt er auch über seine Feinde und sagt, warum muss ich trauernd einhergehen, bedrückt durch den Feind? Wie Mord in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger. Den ganzen Tag sagt man zu mir, wo ist dein Gott? Die Feinde bedrängen ihn zutiefst. Und er klagt über seine Feinde. Naja, kann man sagen, vielleicht betrifft mich nicht. Ich habe keine Feinde. Überhaupt, als Christen sollen wir ja auch keine Feinde haben, oder? Wenn man in die Psalmen hineinschaut, dann stellt man fest, die Feinde sind gar nicht immer nur Personen. Es gibt auch andere Dinge und Phänomene, die können uns zu Feinden werden. Die eigenen Gedanken, die Lebenslügen, die ich glaube, die Selbstvorwürfe, das Gedankenkarussell, das nachts nicht zu stoppen ist. Mein Misstrauen, dass ich doch irgendwie zutiefst gegen Gott hege, weil das und das sich in meinem Leben nicht erfüllt hat. Meine Angst, die größer ist. Versuchungen, wir könnten die Liste noch weiterführen. Feinde sind nicht immer nur Personen, manchmal auch solche Phänomene. Und die kennt, glaube ich, jeder nur zu gut. Er klagt bei Gott über die Feinde. Und das ist ja auch nochmal etwas. Er klagt bei Gott. Er klagt und sagt, du bist doch mein Felsgott. Er klagt und sagt, du bist der Gott meines Lebens. Aber seine Klage geht noch tiefer. Nämlich zur sogenannten Gottklage. Der tiefste Grund seiner Erschütterung, seiner Traurigkeit ist, dass er sich von Gott verlassen fühlt, im Stich gelassen fühlt. Und jetzt, und doch jetzt, wo sozusagen alles gegen Gott spricht, wendet er sich trotzdem an diesen Gott. Er bleibt in Verbindung, auch in der Klage. Und er sagt, ja, wann werde ich denn kommen, also wiederkommen, dass ich Gottes Angesicht sehe, dass ich seine Gegenwart spüre, erlebe, dass ich Wunder erlebe. Wann? Sagen will ich zu Gott meinem Fels, warum hast du mich vergessen? Warum hast du mich vergessen? Und wir spüren diese Spannung in den Psalmen. Ja, er bekennt sich zu Gott, er lobt ihn ja so zu sagen, denn er ist sein Fels. Und trotzdem sagt er, ich fühle mich von dir vergessen, ich fühle mich verlassen. Die anderen kriegen die Sahne Stückchen und ich. Wo alles gegen Gott spricht, wendet er sich trotzdem an Gott und bringt seine Anliegen zu ihm. Er ist voller Sehnsucht, Gottes Gegenwart wiederzuerleben. Und davon satt und gestärkt zu werden, das bedeutet alles für ihn. Was betrübst du dich, meine Seele? Dieser Satz steht über diesem Bild aus dem Stuttgarter Psalter in dem oberen Abschnitt. Was betrübst du dich, meine Seele? Aber das ist nicht alles, was er hier betet. Er sagt auch, Harre auf Gott. Harre auf Gott. Denn ich werde ihn noch preisen, das Heil meines Angesichts und meinen Gott. Oder man könnte auch sagen, wie es in der Basisbibel steht, das finde ich sehr gut formuliert, Halte doch Ausschau nach Gott. Halte doch Ausschau nach Gott. Denn bald werde ich ihm wieder danken. Wenn ich nur sein Angesicht schaue, ist mir schon geholfen. Halte Ausschau nach Gott. Der Künstler dieses Bildes hat so einen ganz interessanten Kniff hineingemalt. Man sieht so ein bisschen, der rechte Fuß von ihm, der steht eigentlich so ein bisschen über dieses eigentliche Bild raus. Das ist, wie wenn ich jetzt so auf euch den Zeigefinger zeigen würde. Also, was ist mit dir? Was betrübst du dich? Wagst doch einmal, es Gott ganz ehrlich zu sagen. Komm doch mit dem lebendigen Gott wirklich ins Gespräch, ohne wohlformulierten Worte. Ganz ehrlich, was du dir wünschst, wonach du dich sehnst. Oder im biblischen Sprachgebrauch gesagt, schütte dein Herz bei Gott aus. Wenn ich was ausschütte, wenn ich einen Eimer ausschütte, das sortiere ich nicht aus. Das darf raus, das darf nicht raus. Den schütte ich aus mit allem, was drin ist. Schütte dein Herz bei Gott aus. Und vielleicht, wenn wir das tatsächlich öfter tun würden, vielleicht müsste man dann nicht so viel bei Menschen bruddeln, schlecht reden, hintenrum reden, weil wir unser Herz bei Gott geklärt haben. Schütte dein Herz bei Gott aus. Dieser ausgestreckte Fuß, der ermutigt uns nochmal dazu. Aber er ermutigt noch zu etwas Zweitem, Nämlich, nimm eine andere Perspektive ein. Genau, nimm diese Perspektive ein. Harre auf Gott. Halte Ausschau nach Gott. Denn wenn dieser Beter sozusagen in der Position wäre, wie wir sind, wir schauen auf dieses Bild und dann sehen wir halt auf der rechten Seite auch nochmal einiges. Da sitzt diese Anima auf dem Berg und das ist kein Schuldenberg, nicht mal der Sorgenberg, sondern das ist ein grüner Berg. Und Berg ist in der Bibel ganz oft der Ort der Gottesbegegnung. Der Ort, wo Gott präsent und da ist. Wenn wir denken an die zehn Gebote, die auf dem Berg gegeben wurden usw. Halte Ausschau nach Gott. Gott ist da. Ja, er ist unsichtbar zunächst, aber seine Auswirkungen sind sichtbar. Und seit dem Neuen Testament gilt, in Jesus ist Gott jeden Tag bei uns gegenwärtig. Und wenn Jesus in dir lebt, dann ist er immer da bei dir. Gott ist da, halte Ausschau nach ihm. Es gibt diese Möglichkeit, Gott zu begegnen, auch wenn er so weit weg erscheint. Und da ist noch mehr. Am Berg dieses Fußes, da wachsen fünf rot-gelbe Lilien. Lilie als ein Ausdruck der Zuwendung Gottes oder wieder im biblischen Sprachgebrauch der Gnade Gottes. Die Gnade ist die Zuwendung Gottes. Und übrigens in vielen alten Gemälden kommt bei dem Gemälde, wenn zur Geburt Jesu gemalt wird, immer eine Lilie vor. Eine Lilie als Zeichen der Reinheit und der Auferstehung. Fünf rot-gelbe Lilien, die Zuwendung Gottes in Jesus Christus. Und die sehen so aus, als würden sie da hoch wachsen. Ja, vertrau drauf, die Liebe, das Heil, die Gnade Gottes wird dir wieder zuwachsen. Halte Ausschau danach, wo du Gottes Liebe erfahren und empfangen kannst. Und hinter dem Berg, da steht noch so etwas wie ein Baum. Ein Baum, der hat fünf Äste und an jedem Ast hängt ein Blatt. Dieser Baum symbolisiert den Baum des Lebens, den es in Gottes neuer Welt geben wird. Und dieser Baum, so heißt es in Offenbarung 22, der trägt zwölfmal im Jahr Frucht, und seine Blätter dienen zur Heilung der Völker. Der Künstler hat es dazu gemalt, auch wieder mit diesem Halteausschau. Ja, hier in diesem Leben wendet Gott sich dir zu. Und auch wenn manche Dinge nicht geklärt werden, es gibt eine größere Perspektive, nämlich hin in die Ewigkeit Gottes. Und dort wird er den Durst löschen. Dort wird er Heilung vollends schenken. Dort wird er die Tränen trocknen. Halte Ausschau nach Gott. Ich finde es ganz eig schön, dass wir herausgefordert sind, halte doch Ausschau nach Gott in deinem Alltag. Ja, wo siehst du denn die Spuren Gottes in deinem Alltag? Wo siehst du denn, dass er sich dir in Liebe zuwendet? Vielleicht, weil du Bewahrung erlebt hast. Vielleicht, weil ihr eine superschöne Reise erlebt habt. Vielleicht eine kleine freundliche Geste. Halte Ausschau nach Gottes Zuwendung, die dir gilt, die dir zuwächst. Und in dieser Spannung bleibt der Klagepsalm. Ja, was betrübst du dich? Ich bin betrübt. Aber ich will Ausschau halten nach dem, was Gott mir schenken will, was er für mich bereit hat. Wenn ich nur sein Angesicht schaue, so sagt der Beter, ist mir schon geholfen. Und er ist sich gewiss, des Tages wird der Herr seine Gnade aufbieten. Aufbieten, mir schenken, alles dransetzen, dass ich seine Zuwendung erfahren kann. Was betrübst du dich, meine Seele? Gott ist nicht fern oder abwesend, auch wenn er unsichtbar ist. Auch wenn mir sein Tun unverständlich erscheint. Gott ist da. Er ist auferstanden und lebendig, gegenwärtig, präsent. Was betrübst du dich, meine Seele? Klage ist Gott und harre auf Gott, halte Ausschau nach ihm, rechne mit seiner Gegenwart und du wirst ihm noch danken, denn du bist beschenkter, begleiteter, gesegneter, als du ahnst und spürst. Amen. Wir beten. Du bist der allmächtige und barmherzige Gott. Und wir dürfen uns dir zuwenden mit allem, was in uns ist, was wir selber oft gar nicht verstehen oder auch nicht angenehm und gut finden. Danke, dass dein Herz so groß ist, dass wir mit allem darin aufgehoben sind. Und so sind wir jetzt vor dir. Und danke, dass wir auch in einem kleinen Moment der Stille dir sagen dürfen, ehrlich, wie es uns zumute ist oder was wir uns wünschen. Wir beten einen Moment in der Stille. Danke, Jesus Christus, du bist der Lebendige und du bist gut und freundlich zu uns. Danke, dass wir das wieder schmecken dürfen. Amen.