Theophil Bachmann - Sein Reich | Herr, lehre uns beten! - Das Vater unser (Teil 2 von 6)
Theophil und Vera Bachmann berichten aus dem Südsudan über Bibelübersetzung, Beziehungen, Vergebung und das Reich Gottes. Dabei setzt Theo die Reihe über das Vater unser fort: "Sein Reich".
11.08.2026 41 min F4 Schwaigern, Theophil Bachmann
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Sein Reich
In der Episode berichtet Theophil Bachmann zunächst über das Leben seiner Familie im Südsudan. Er beschreibt ungewohnte Alltagsdinge wie Essgewohnheiten, Hitze und die Lebenssituation nahe der Grenze zum Sudan, wo aktuell eine schwere humanitäre Krise herrscht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit des Teams vor Ort. Es geht um Sprachforschung, Bibelübersetzung und eine App für die Mapa-Sprache. Bachmann erklärt, dass Übersetzung allein nicht genügt, sondern auch Beziehungen, Jüngerschaft und das Weitergeben biblischer Geschichten wichtig sind.
Seine Frau Vera beschreibt ihren Alltag als Mutter und ihren Dienst unter Frauen im Flüchtlingslager. Sie erzählt von Besuchen, bei denen Kinder oft den Zugang erleichtern, und von ihrem Projekt „Gottes Wort und Brot“, bei dem Essen und Gespräche über Gott miteinander verbunden werden. Weil viele Frauen nicht lesen können, seien Film- und Audiomaterialien besonders hilfreich.
Ein zentrales Thema ist die Sehnsucht nach Vergebung. Anhand biblischer Geschichten, darunter die Frau aus Johannes 8, spricht sie über Schuld, Fasten und die Vorstellung von Gott als liebendem Vater. Sie betont den Unterschied zwischen einem unnahbaren Gottesbild und der Zusage dauerhafter Vergebung durch Jesus.
Theophil Bachmann erläutert anschließend das Reich Gottes. Er erklärt, dass es nicht um ein geografisches Gebiet geht, sondern um Gottes Wirken dort, wo Menschen Jesus vertrauen, Gottes Willen tun und Liebe, Gerechtigkeit, Frieden sowie Heilung sichtbar werden.
Zum Schluss beschreibt er die Christen als Botschafter des Reiches Gottes. Dazu gehören Beziehungen, Gebet, Zeugnis und Hilfe für andere. Er lädt die Zuhörer ein, selbst Schritte in dieses Reich zu gehen und Gott mit allen Sinnen kennenzulernen.
Das und mehr erzählt uns Theophil Bachmann
Ist die Folge nicht schnell genug online, oder möchtest du gerne mal das Gesamtprogramm live erleben? Dann komm doch gerne direkt ins F4:
Liebenzeller Gemeinschaft und EC-Jugendarbeit Schwaigern e. V.
Falltorstr. 4
74193 Schwaigern
Du hast Fragen oder möchtest weitere Informationen, dann melde dich!
Gemeinschaftspastor Mark Bühner
Tel. 07138 236 9645
Mobil: 0157 3723 4570
mark.buehner@lgv.org
Jugendpastor Johannes „John“ Götz
Tel. 07138 8145234
Mobil: 015115579068
johannes.goetz@lgv.org
Vorsitzende Sonja Bay
Mobil: 0174/9665002
sonja.bay@lgv-schwaigern.de
Oder informiere die auf unserer Homepage:
https://www.lgv-schwaigern.de
Weitere Fragen, Anregungen oder Ideen gerne an:
podcast@lgv-schwaigern.de
Willst du unsere Arbeit unterstützen, dann kannst du hier spenden:
Spenden (lgv.org)
Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team
In der Episode berichtet Theophil Bachmann zunächst über das Leben seiner Familie im Südsudan. Er beschreibt ungewohnte Alltagsdinge wie Essgewohnheiten, Hitze und die Lebenssituation nahe der Grenze zum Sudan, wo aktuell eine schwere humanitäre Krise herrscht.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeit des Teams vor Ort. Es geht um Sprachforschung, Bibelübersetzung und eine App für die Mapa-Sprache. Bachmann erklärt, dass Übersetzung allein nicht genügt, sondern auch Beziehungen, Jüngerschaft und das Weitergeben biblischer Geschichten wichtig sind.
Seine Frau Vera beschreibt ihren Alltag als Mutter und ihren Dienst unter Frauen im Flüchtlingslager. Sie erzählt von Besuchen, bei denen Kinder oft den Zugang erleichtern, und von ihrem Projekt „Gottes Wort und Brot“, bei dem Essen und Gespräche über Gott miteinander verbunden werden. Weil viele Frauen nicht lesen können, seien Film- und Audiomaterialien besonders hilfreich.
Ein zentrales Thema ist die Sehnsucht nach Vergebung. Anhand biblischer Geschichten, darunter die Frau aus Johannes 8, spricht sie über Schuld, Fasten und die Vorstellung von Gott als liebendem Vater. Sie betont den Unterschied zwischen einem unnahbaren Gottesbild und der Zusage dauerhafter Vergebung durch Jesus.
Theophil Bachmann erläutert anschließend das Reich Gottes. Er erklärt, dass es nicht um ein geografisches Gebiet geht, sondern um Gottes Wirken dort, wo Menschen Jesus vertrauen, Gottes Willen tun und Liebe, Gerechtigkeit, Frieden sowie Heilung sichtbar werden.
Zum Schluss beschreibt er die Christen als Botschafter des Reiches Gottes. Dazu gehören Beziehungen, Gebet, Zeugnis und Hilfe für andere. Er lädt die Zuhörer ein, selbst Schritte in dieses Reich zu gehen und Gott mit allen Sinnen kennenzulernen.
Das und mehr erzählt uns Theophil Bachmann
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Transkript
Wer von euch, dürft euch gerne mit Handzeichen gleich melden,
wer von euch hat alles Kinder?
Ich selber auch. Wer von euch war schon mal selber ein Kind? Ah, so gut wie alle, wow.
Guter Schnitt, ne? Stell euch mal ein Kind vor, kleines Kind,
das in eine Zitrone reinbeißt.
Normalerweise verzieht so ein Kind das Gesicht sehr stark, weil die Zitrone ist sauer.
Das Kind kennt die Zitrone nicht und muss erstmal den Geschmack kennenlernen.
Genauso muss das Kind aber auch
den Geschmack von einer Butterbrezel kennenlernen oder von einem Apfel.
Und von allem anderen, weil es kennt einfach noch keinen Geschmack.
Uns als Familie ging es ähnlich, als wir in Südsudan kamen.
Ja, uns geht es teilweise sogar immer noch so. Da ist so viel anders,
so viele Dinge, an die wir uns neu gewöhnen müssen.
Zum Beispiel, als ich noch klein
war, haben meine Eltern mir Tischmanieren beigebracht auf dem Zeltlager.
Haben wir die noch mehr geprobt. Ich erinnere mich noch an ein Zeltlager,
wo wir einen Knickeabend hatten. Oder war das mit der Jungscher, Bernd?
Regelmäßig hatten wir einen Knickeabend
und haben dann nochmal extra die Tischmanieren beigebracht bekommen.
Was wir gelernt haben ist, jeder bekommt seinen eigenen Teller,
Messer rechts daneben, Gabel links daneben. Ich glaube, auf dem Bild habe ich
sogar zu nah aneinander gerückt für das Bild.
Aber jeder hat seinen eigenen Teller und wir essen mit Messer und Gabel.
An unserer Einsatzstelle ist es ein kleines bisschen anders.
Es gibt ein großes Tablett für alle. Besteck, Fehlanzeige.
Gegessen wird mit der rechten Hand und man bricht sich einfach ein Stück vom
Kisara, das ist dieser Hirsefladen hier in der Mitte, oder ein Stück vom Brot.
Ich denke, Brot brauche ich nicht zeigen, das kennt man.
Und nimmt ein kleines Stück davon, tunkt das in die Soße ein,
wälzt das so ein bisschen an der Stelle in der Soße rum, bis es ganz bedeckt
ist mit Brot und dann ab damit in den Mund.
Für mich, genau, also das Brot dann bedeckt mit Soße und dann.
Für mich sehr gewöhnungsbedürftig und ich schätze, ich mache es immer noch falsch.
Ja, und auch an das Wetter mussten wir uns erst ein bisschen gewöhnen.
Ihr dürftet in der letzten Zeit euch bis und auch jetzt gerade ein bisschen
in unser Wetter eingewöhnen.
Aber 40 Grad im Schatten sind bei uns keine Seltenheit, sondern normal.
Es gibt auch mal eine kalte Jahreszeit, da ist es tagsüber trotzdem heiß.
Aber wenn man morgens aufsteht, ist es richtig kalt, sodass unsere Kids nach
einer langen Hose fragen.
Keine Angst, ich habe trotzdem noch eine kurze Hose an.
Aber wenn wir von kalt reden im Südsudan, reden wir immer noch von 20 Grad.
Ja, seit 2022 leben wir im jüngsten Land der Welt.
Wir leben ganz im Norden des Südsudans, ziemlich nah an der Grenze zum Sudan.
Und dort im Sudan, da herrscht aktuell die schlimmste humanitäre Krise der Welt.
Hier in Deutschland hört man leider viel zu selten irgendwas davon.
Da sind andere Kriege, andere Krisenhärte wichtiger.
Der Südsudan geht leider irgendwie unter immer.
Die Menschen im Sudan, die fliehen. Innerhalb des Landes, aber auch in die Nachbarländer.
Irgendwie in der Hoffnung, vor dem Krieg im eigenen Land davonzukommen.
Deshalb gibt es im Sudan und auch außenrum viele Flüchtlingslager für die Flüchtlinge
aus dem Sudan. So auch da, wo wir wohnen.
In unserem ersten Jahr haben wir direkt in einem Flüchtlingslager gelebt,
so wie die Flüchtlinge unter einfachen Bedingungen.
Inzwischen sind wir umgezogen, haben die Einsatzstelle gewechselt und wir leben
nicht mehr im Flüchtlingslager selbst, sondern etwas außerhalb.
Hier seht ihr unser Haus, wann ja wohl letztes Jahr zum Geburtstag,
einen Kletterturm. Mit guter Zeltlagererfahrung wusste ich natürlich, wie man einen baut.
Und wir haben sogar, kaum zu glauben aber wahr, eine Toilette im Haus mit funktionierender
Klospülung, wenn wir rechtzeitig dran denken, dieses blaue Fass aufzufüllen.
Wir kochen weiterhin auf Holzkohle, haben aber auch Solar auf dem Dach,
sodass wir eine Kühltruhe und sogar eine Tiefkühltruhe betreiben können.
Wir sind vor Ort nicht allein. Wir haben ein kleines Team, bestehend aus Amerikanern,
noch Holländerinnen und Deutschen.
Ja, unsere Teamkollegen, die sind in Sprachforschung tätig. So werden zum Beispiel
verschiedene Stammessprachen untersucht.
Sind das jetzt eigene Dialekte oder sind das unabhängige Sprachen voneinander?
Wie sind die Sprachen miteinander verwandt? Und wir haben Bibelübersetzer im
Team, die die Bibel in die Sprache der Mapa übersetzen.
Wenn alles klappt wie geplant, soll dieses Jahr im September noch das fünfte
Buch übersetzt werden. Im Zweiten Mose sind sie gerade mittendrin.
Und wir sind gespannt darauf, ob das klappt.
Wie einige wissen, bin ich von meinem ursprünglichen Beruf her eigentlich Softwareentwickler.
Und so kam die Frage auf, ob ich mir denn vorstellen könnte,
eine App zu entwickeln für die MAPA-Leute, dass sie die Bibel,
ihr Kirchengesangbuch und ein paar andere Bücher, die schon übersetzt wurden,
auf dem Handy haben können.
Klar kann ich das und so entstand die Idee für die erste App in der MAPA-Sprache,
die hoffentlich bald im Playstore zu finden ist.
Ja, bisher waren die Hauptaufgaben unseres Teams Bibelübersetzung und Sprachforschung.
Aber es bringt nichts, wenn man die Bibel übersetzt und sie dann nicht nutzt.
Dafür werden Leute benötigt, die mit der Bibel losgehen und die Bibel zu den
Menschen bringen, zu den Menschen, die diese Sprache sprechen.
Die losgehen und den Menschen die Geschichten aus der Bibel erzählen.
Und Jüngerschaft ist auch ein wichtiges Thema.
Aber es reicht oft nicht aus, einfach den Menschen eine Bibel in die Hand zu
drücken und sie damit alleine zu lassen.
Die Geschichten gibt es auch, aber meistens braucht man da mehr Arbeit dahinter.
Ja, bevor man losgehen kann, um den Menschen Gottes Wort zu bringen und Jüngerschaft
zu leben, braucht man die Beziehung zu den Menschen.
Aber auch, um Kontakte mit neuen Menschen aufzubauen.
Ja, und dafür die Tür zum Beispiel für neue Bibelübersetzungen zu öffnen,
ist ein sehr wichtiger Teil von unserem Team.
Und da kommen Vera und ich ins Spiel.
Sprachforschung und Übersetzung ist jetzt nicht die Aufgabe,
mit der man uns groß begeistert.
Aber Kontakt mit Menschen aufzubauen, Menschen von Jesus zu erzählen oder einfach
den Menschen, da wo sie Hilfe brauchen, zu helfen.
Das ist schon das, was uns Spaß macht.
Ja, ich darf in erster Linie Mama von drei und bald vier Kindern sein.
Wir dürfen in der kommenden Woche mindestens zwei Geburtstage feiern.
Und so, wenn wir im Oktober zurückgehen, werden unsere Kinder dann 0, 3, 4 und 6 Jahre alt sein.
Und die Kids genießen es da, einfach viel draußen zu spielen und viel draußen zu sein.
Aber ein was gibt es, was man mit Kindern richtig gut machen kann und das sind Besuche.
Unsere Kinder, die lieben es, Besuche zu machen, die gehen super gern mit,
weil egal wen man besucht, ob die Leute Kinder haben oder keine Kinder haben,
es gibt trotzdem überall Kinder, weil spätestens wenn sie hören,
da sind andere Kinder da, dann kommen die Nachbarskinder angerannt und dann
können die mit unseren Kindern spielen und unsere Kinder freuen sich mit lustiger
Kommunikation da mit denen lustige Sachen zu machen.
Und überall gibt es andere Steine und andere Stöcke und andere Sandspielsachen.
Das sind meistens irgendwelche leeren Näpfe, Döschen, halt Zeug,
was man irgendwie nicht mehr braucht. Und in Deutschland vermutlich in Müll
schmeißen würde. Das wird dann halt da zum Spielzeug.
Und so sind alle Kinder kreativ und unsere Kinder lernen von den anderen Kindern.
Und manchmal bringen unsere Kinder irgendwas mit und dann spielen alle gemeinsam.
Außerdem gibt es oft leckere Snacks wie Erdnüsse oder Kekse oder gesüßten Tee.
Auch das finden unsere Kinder ganz toll.
Und wenn dann irgendwann mal kein Spielkamerade da ist, weil der Altersabstand
doch zu groß oder zu klein ist, ist es auch nicht so schlimm,
dann beschäftigen sie sich einfach selber.
Und das klappt mal mehr und mal weniger gut.
Und wenn die Kinder lange zufrieden spielen, wird es oft ein langer Besuch.
Und wenn die Kinder eher kürzer zufrieden spielen und dann anfangen,
sich total zu streiten oder sagen, mir ist langweilig, ich will nach Hause,
dann wird es auch ein kürzerer Besuch.
Und das ist einfach total okay, weil das für jeden klar ist,
man plant eh nicht groß den Tag und wer da ist, ist da. Und wer wieder geht,
der geht wieder. Und so sind Besuchen einfach, ist es was richtig Gutes,
was man mit Kindern machen kann.
Kinder sind da ein absoluter Türöffner, weil eigentlich jede verheiratete Frau
Kinder hat, außer sie kann keine bekommen.
Die Menschen dort lieben Kinder und freuen sich dann auch, wenn man die Kinder mitbringt.
Und die Kinder geben den Frauen dort ihre Identität. Und es ist auf der einen
Seite für mich natürlich praktisch, weil ich in der Gesellschaft anerkannt bin,
einfach nur, weil ich Kinder habe.
Und auf der anderen Seite ist es natürlich total traurig, besonders für die
Frauen, die keine Kinder bekommen können.
Und mein Wunsch ist es, den Menschen mitzuteilen, dass ich natürlich dankbar
für unsere Kinder bin und die sind ein riesengroßer Segen für uns.
Aber ich möchte den Frauen sagen, dass ich nicht meinen Wert habe,
weil ich Kinder habe, sondern ich möchte mit den Frauen teilen, dass mein Wert ist,
weil ich ein geliebtes Kind von Gott bin und weil Jesus für meine Schuld gestorben
ist und damit meine Brücke wurde,
dass ich wieder bei Gott sein kann und überhaupt zu Gott kommen kann.
Und um da so ein bisschen einen Rahmen dafür zu haben, habe ich ein Projekt
gestartet, das heißt Gottes Wort und Brot.
Und der Name von diesem Projekt ist ein kleines, es ist schon ein Wortspiel an sich.
Gottes Wort kann ja unser Brot sein, deswegen habe ich mich vorhin gefreut, als ich da saß.
Das kann wahrscheinlich nicht jeder lesen, aber hier steht unser Brot.
Und ja, also es kann unser Brot werden und es ist ein guter Name,
um ins Gespräch zu kommen.
Auf der anderen Seite trifft man da überall auf Offenheit, weil es ist auch einfach das, was es ist.
Nämlich Brot ist was zu essen. Die Leute haben Hunger und mit was zu essen wird
jeder offen und freut sich erst mal.
Und von daher ist es ein guter Name, um ins Gespräch zu kommen für die Leute,
die mehr reden wollen. Und die, die nicht mehr reden wollen,
die freuen sich dann über was zu essen.
Und so treffe ich mich mit den Frauen. Es gibt eine Kleinigkeit zu essen und
dann lesen, hören oder sehen wir was aus Gottes Wort.
Die allermeisten Frauen können weder lesen noch schreiben. und deswegen werden
Filme und Audiodateien bekommen plötzlich wieder einen ganz neuen Wert.
Weil wenn man die einzige Frau, die lesen kann, wenn die dann was vorliest,
hat man gleich wieder so ein bisschen so ein Gefälle.
Und wenn man einen Film schaut oder eine Audiodatei anhört, dann sind alle Frauen
so auf der gleichen Ebene.
Und da gibt es nicht die Gebildete und die Ungebildete, sondern es sind einfach
alle hören das Gleiche, alle können darüber nachdenken. Und von daher ist es
wirklich total wertvoll für mich geworden, dass es Audiodateien zum Beispiel
in Sudan-Arabisch gibt.
Ich habe bei einem Treffen, habe ich mit den Frauen einen Film angeschaut über das Leben von Jesus.
Und da kommt unter anderem die Geschichte von einer Ehebrecherin vor.
Wer die Geschichte nicht kennt, der kann sie zu Hause mal, wen es interessiert,
in Johannes 8 nachlesen.
Und noch in der Szene, wo gar nicht klar war, wie die Szene ausgehen wird,
hat mich schon immer bewegt, oder das war dann, als die Geschichte schon fertig
war, hat mich immer bewegt, dass Jesus, der der Einzige gewesen wäre,
der die Frau nicht verurteilen durfte, weil er ohne Schuld war,
er hat sie aber nicht verurteilt, weil seine Liebe zu dieser Frau war viel,
viel größer als irgendwelche Gesetze, Regeln oder sonst was.
Dass die Liebe zu der Frau war größer und deswegen hat Jesus der Frau Vergebung
zugesprochen. Und das hat mich schon immer bewegt.
Und eine Freundin von mir, die den Film auch mitgeschaut hat,
die hat noch in der Szene, wo nicht klar war, was passieren wird,
hat sie gesagt, als der erste Mann von diesen Gesetzeslehrern den Stein,
Mit dem er eigentlich auf die Frau werfen wollte, er hat den Stein fallen gelassen.
Und in diesem Moment hat meine Freundin gesagt, keiner wird einen Stein werfen.
Und meine Freundin kannte weder die Geschichte noch den Film.
Und es hat mich irgendwie so beeindruckt, weil sie wusste ganz genau,
dass auch von diesen Gesetzeslehrern keiner ist ohne Schuld.
Keiner ist frei von Schuld. Und es hat mich irgendwie so bewegt,
dass bei ihr diese Erkenntnis schon da ist.
Weil oft ist es, wenn die Menschen denken, ich führe ja ein gutes Leben,
ich bin ein guter Mensch, braucht man ja Jesus vielleicht gar nicht,
weil man sich gar nicht bewusst ist, dass man Vergebung braucht.
Aber die Menschen dort, die wissen, dass sie Vergebung brauchen,
die wünschen sich Vergebung und so ist es einfach, ja, sie sehnen sich wirklich
regelrecht nach Vergebung.
Und bei ihnen ist es so, dass sie während des Fastenmonats die Möglichkeit haben zu fasten.
Und durch dieses Fasten wird dann in der Theorie all ihre Schuld vergeben,
was sie so das letzte Jahr gemacht haben. Aber die Leute sind sich nie sicher,
hat es jetzt wirklich ausgereicht, ist wirklich meine ganze Schuld weg oder doch nur ein Teil.
Und deswegen ist es so ein Versuch und eine Hoffnung, aber man kann sich eigentlich nie sicher sein.
Und die Vorstellung von dem liebenden Gott, der wie ein Vater für mich sein
möchte und der mir durch Jesus längst vergeben hat. Und sie sagen,
sie reden oft von dem reinen Herz, was sie im Fastenmonat bekommen.
So ein Jesus, der für immer ein reines Herz schenkt. Nicht nur fürs kommende
Jahr, sondern für immer. Und egal, was passiert, niemand kann dieses Herz wieder schwarz machen.
Und die Liebe von Gott zu mir wird immer da bleiben.
Das ist für sie total unvorstellbar. Die Frauen kennen eigentlich alle Gott
oder ihren Allah als einen unnahbaren Gott, vor dem man Respekt hat und sehr
oft auch Angst vor seiner Reaktion oder davor, was falsch zu machen.
Und dann die Vorstellung von Gott als einem liebenden Vater,
das ist für die Frauen einfach unbegreiflich.
Und ja, unser Gebet ist es, dass
die unerreichten Menschen, dass sie die Vergebung, nach der sie sich so sehr
sehnen, dass sie die bekommen können und dass sie für immer Vergebung erfahren,
nicht nur fürs nächste Jahr.
Und unser Wunsch und unser Gebet ist, dass wir eines Tages mit ihnen zusammen
vor Gottes Thron stehen dürfen und vor Gottes Thron tanzen dürfen.
Und eins steht fest, die Leute dort, die lieben alle tanzen.
Und ein weiteres Herzensanliegen von mir ist, Gott mit meinen Gaben und Fähigkeiten
als Krankenschwester zu dienen.
Der Bedarf ist sehr groß und es spricht sich ziemlich schnell rum,
dass ich Krankenschwester und Hebamme bin.
Und ganz oft ist es, wenn ich eigentlich nur einen normalen Besuch mache,
dass dann Kranke oder Schwangere zu mir gebracht werden mit Fragen oder Krankheiten oder Probleme.
Und ja, so wird oft oder zumindest nicht selten aus einem normalen Besuch ein
medizinischer Einsatz.
Vor allem, wenn ich meine Tasche auch irgendwie dabei habe. Und ich frage die
Menschen immer, nachdem ich sie behandelt habe oder eine Schwangere,
wenn sie einen Ratschlag wollte. Ich frage sie trotzdem immer,
ob ich für sie beten darf.
Und ich habe es noch nie erlebt, dass jemand Nein sagt. Und so endet jeder Besuch
damit eigentlich, oder wenn ich Kranke behandelt habe oder Schwangere bei mir
waren, endet dann damit, dass ich im Namen Jesu für die Menschen bete.
Es ist auch immer öfter, dass die Menschen zu uns nach Hause kommen und das
ist für uns auch ganz praktisch oder für mich, weil ich muss nirgendwo hin.
Und genau, die Frauen freuen sich dann trotzdem, gerade wenn ich mal nach ihrem Baby schaue oder so.
Und dafür schlägt auf jeden Fall auch mein Herz.
Ja, und so wie Vera gerne ins Flüchtlingslager geht, um Menschen zu besuchen,
gehe auch ich gerne und regelmäßig ins Flüchtlingslager.
Zum Beispiel, um Besuche zu machen oder um einen Sprachlehrer am anderen Ende
des Flüchtlingslagers zu besuchen.
Meistens, wenn ich ins Camp gehe, gehe ich zu Fuß.
Das ist, man sieht ja auf der Karte ein bisschen eingezeichnet,
circa ein 4 Kilometer Spaziergang.
Da es im Schatten 40 Grad hat, gehe ich halt in der Sonne. und für die Strecke
brauche ich ca. 30 Minuten.
Wer heute Mittag noch nichts vorhat, da gehen wir, glaube ich,
ca. 10 Kilometer wandern. Wer Interesse hat, noch mitzukommen,
darf sich gerne bei Harry melden.
Bin ich auch mit dabei, auch wenn ihr Fragen habt, einfach nachher auf mich zukommen.
Hier auf jeden Fall gehe ich ca. 30 Minuten hin und wenn ich fertig bin mit
meinem Besuch oder mit meinem Sprachunterricht, 30 Minuten wieder zurück.
Ich mache den Spaziergang, um bewusst für die Menschen zu beten.
Ich habe mir die Strecke so ein bisschen eingeteilt.
Am Anfang oftmals mache ich auf meinem Handy ein Lobreislied an oder singe einfach ein Lobreislied.
Dann bete ich für meine Familie, bete ich für unser Team und ab einer bestimmten
Stelle bete ich ganz besonders für die Flüchtlinge.
Und so durften wir schon oft erleben, wie Gott durch Gebete Türen öffnet.
Ich habe mir vorgenommen, einfach auf den Heiligen Geist zu hören,
wenn ich da laufe und bete.
Das ist jetzt nicht, dass ich eine Stimme von außen höre, sondern einfach ein
Gedanke, der in meinen Kopf kommt.
Und so hatte ich einmal auf dem Weg zu meinem Sprachlehrer den Gedanke in meinem
Kopf, bring deinem Sprachlehrer Kaffee mit.
Hat mich gefreut, dieser Gedanke,
weil ich war auch nicht ganz fit an dem Tag und Kaffee klingt gut.
Und bin deshalb zum nächsten Laden hingegangen. Das war eine Stelle,
wo ich schon öfter vorbeikam, wo ich schon öfter für die Menschen,
die auf dem Grundstück wohnen, gebetet hatte.
Und genau da bin ich hin und habe eine kleine Tüte Kaffee und eine kleine Tüte
Zucker gekauft, um das meinem Sprachlehrer mitzubringen.
Aber es blieb nicht bei dem Einkaufen. Hinter der Theke saßen,
ich glaube, vier oder fünf Frauen und ein paar Kinder.
Und die haben mich eingeladen, mit denen zusammen Kaffee zu trinken. Gerne.
Und so habe ich dort eine Tasse Kaffee bekommen.
Die sind im Normalfall so groß, also nicht so groß wie die Tassen,
die wir hier haben, sondern kleine Tassen.
Normalerweise trinkt man drei oder vier von diesen Tassen. Aber da ich ja keine
Zeit hatte, weil ich meinen Sprachunterricht zum Sprachunterricht musste und
ich doch Deutscher bin und deshalb irgendwie Pünktlichkeit doch noch wichtig
ist, bin gespannt, bis wann ich das rauskriege in Afrika.
Und da ich keine Zeit hatte, mehr zu trinken, haben sie uns eingeladen.
Haben gemeint, ich soll mal wiederkommen, soll meine Frau mitbringen.
Und dann trinken wir einfach die restlichen Tassen, sodass wir das erledigt
haben, diese drei, vier, fünf Tassen Kaffee zu trinken.
Und aus diesem einfachen Gedanke, Theo bringt einem Sprachparte Kaffee mit,
haben wir eine Familie kennengelernt.
Und die Familie sind inzwischen mit die besten Freunde, die wir im Flüchtlingslager haben.
Ja, normalerweise, wenn ich ins Flüchtlingslager laufe, laufe ich durch das Gebiet der Ismu.
Der Stamm der Ismu, der liegt mir besonders auf dem Herzen. Und deshalb will
ich bewusst für diese Menschen beten.
Sie sind ein muslimischer Stamm und sind stolz darauf, Muslime zu sein.
Uns wurde auch erzählt, dass andere schon versucht haben, mit diesem Stamm zu
arbeiten, aber die wurden abgewiesen und auch rausgeschmissen.
Warum? Wir haben festgestellt, dass man bei dem Stamm nicht einfach mit der
Tür ins Haus fallen darf, sondern man muss vermehrt auf Beziehung achten.
Sie hören einem nicht zu, wenn sie einen nicht kennen.
Und das durften wir erleben, nachdem die uns kennengelernt haben,
nachdem die Vertrauen zu uns aufgebaut haben, waren sie plötzlich offen.
Sie waren offen dafür, wer wir sind, was wir machen.
Sie waren offen für Gebet und teilweise sogar für Geschichten aus der Bibel.
Oft versuche ich mehrmals in der Woche, Familien von den Ismu zu besuchen,
und einfach Zeit mit denen zu verbringen.
Hier im Bild seht ihr, wie ich einen Hocker baue.
Das ist ein Mann der ISMU und mit ihm zusammen habe ich einfach,
ich habe ihn einfach gefragt, hey, du bist Bettenmacher von Beruf,
kannst du mir beibringen, wie man so einen Hocker baut?
Also ich sitze auf so einem Bett drauf, wie wir dort haben, aber ein Bett bauen
ist schwieriger wie so einen kleinen Hocker und deshalb habe ich ihn gefragt,
ob er mir beibringen kann, wie man so einen Hocker anbauen kann.
Auch das Gewand, das ich heute anhabe.
Habe ich mit dem Stammesleiter von dem Stamm zusammen, bin ich auf ihn zugekommen
und habe gemeint, hey, kannst du mir, ich hätte gern so ein Gewand, wie du hast.
Und er ist mit mir dann losgezogen und so war ich einen Tag lang oder einen
halben Tag lang mit dem Stammesleiter unterwegs, der auch ein guter Freund von mir ist inzwischen.
Wir haben einen anderen Stamm besucht, weil dieses Gewand, da ist der Schneider,
der das gut kann von einem anderen Stamm und es war einfach eine schöne Zeit
mit dem Stammesleiter zusammen.
Und als wir da fertig waren und auf dem Rückweg waren, hat er gemeint,
so, wir sind jetzt, also da war richtig fast zu Tränen gerührt,
wir sind jetzt so eng, weil du jetzt ein gleiches Gewand hast wie ich.
Und ich glaube, es war richtig gut für die Beziehung, die ich zu ihm habe.
Und ja, normalerweise mindestens einmal pro Woche versuchen wir auch als Familie
die Leute zu besuchen, einfach, dass wir als Familie dort reinkommen und Beziehungen aufbauen können.
Wie schon erwähnt, laufe ich oft ins Flüchtlingslager, um für diese Flüchtlinge zu beten unterwegs.
Hier seht ihr mich in meinem normalen Outfit. Da trage ich tatsächlich lange
Hose, wenn ich ins Flüchtlingslager gehe.
Und ich bete oft Worte aus dem Vaterunser. Vater, ich bete, dass dein Reich
kommt, dass die Menschen hier dich erleben dürfen.
Dein Wille, Herr, er soll geschehen.
Das sind genau die Worte, die Jesus uns im Vaterunser gelehrt hat.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe.
Aber was bedeutet es eigentlich, was ich da bete? Was ist Gottes Reich und was ist Gottes Wille?
Lass uns dazu einfach mal in die Bibel schauen, also in das Wort Gottes.
Was sagt Jesus selbst dazu, was das Reich Gottes ist?
Kurz vor der Kreuzigung wurde Jesus von Pilatus verhört.
Und Pilatus wollte wissen, stimmt das eigentlich, was die Leute über dich sagen?
Was, Jesus, sagst du dazu, dass du der König sein sollst? Wir lesen die Antwort
von Jesus in Johannes 18.
Das Reich, dessen König ich bin, ist nicht von dieser Welt.
Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft.
Damit ich nicht den Juden in die Hände falle.
Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Erde.
Da sagte Pilates zu ihm, dann bist du also tatsächlich ein König?
Jesus erwiderte, du hast recht, ich bin ein König. Ich bin in die Welt gekommen,
um für die Wahrheit Zeuge zu sein.
Dazu bin ich geboren. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit steht, hört auf meine Stimme.
Ja, Jesus ist König. Und ein König hat auch ein Gebiet, in dem er regiert.
Wir haben aber gerade gelesen, das Reich von Jesus ist nicht von dieser Welt.
Es ist kein geografisches oder politisches Gebiet, sondern Gottes Reich ist
da, wo Menschen an Gott glauben und sich ihm ganz hingeben. Da, wo Gott wirkt.
Wir lesen in Römer 14 dazu, dass es im Reich Gottes nicht um Essen oder Trinken
geht, sondern um das, was der Heilige Geist bewirkt.
Gerechtigkeit, Friede und Freude.
Hier in Römer 14 lest ihr drei, wir nennen sie Geistesgaben.
Drei Gaben, die der Heilige Geist bewirkt. Wer sich noch mehr für die Geistesgaben
interessiert oder noch mehr über die Geistesgaben wissen will,
der kann sie nachlesen, zum Beispiel in 1. Korinther 12 bis 14.
Ja, das Reich Gottes ist also eine geistige Welt für alle Menschen, die an Gott glauben.
Und wann kommt das Reich Gottes, in anderen Bibelübersetzungen auch himmelreich
genannt, in anderen Bibelstellen?
Der Lehrer fragt in der Schule, wann kommt oder wo ist das Himmelreich?
Meldet sich Fritzchen und sagt, ich weiß es, ich weiß es. Lehrer,
ja Fritzchen, das Himmelreich ist in Erlangen. Hä, was?
Warum soll das Himmelreich in Erlangen sein? Ist du das sicher mit Erlangen?
Ja, genau in Erlangen. Aber warum in Erlangen?
Ja, in der Bibel steht doch, suche das Reich Gottes zu Erlangen.
Wenn wir in die Bibel schauen und eine Antwort auf die Frage,
wann das Reich Gottes kommt, suchen, finden wir wieder eine Antwort.
Wobei, diesmal finden wir sogar zwei Antworten.
Das Reich Gottes kommt noch. Es ist noch nicht vollendet und kommt ganz am Ende
der Welt, ganz am Ende der Zeit, wenn Jesus wieder auf die Erde kommt.
Die zweite Antwort, das Reich Gottes ist jetzt schon da.
Als Jesus gefragt wurde, wann das Reich Gottes kommt, Und hat er darauf geantwortet,
das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Anzeichen erkennen kann.
Man würde auch nicht sagen können, seht, hier ist es oder es ist dort.
Nein, das Reich Gottes ist mitten unter euch.
Wow, das Reich Gottes ist mitten unter uns. Es ist jetzt schon mitten unter uns.
Man erkennt es nicht an spektakulären äußeren Zeichen in erster Linie,
sondern man erkennt das Reich Gottes daran, wo Jesus als König anerkannt wird.
Dazu lesen wir in Philippa 2, alle werden anerkennen, dass Jesus Christus der
Herr ist und werden damit Gott, dem Vater, die Ehre geben.
Da, wo Jesus als König anerkannt wird, wo Menschen ihm vertrauen,
wo Menschen ihm nachfolgen und wo Menschen ihr Leben in seiner Herrschaft unterordnen.
Man erkennt das Reich Gottes daran, wo Gottes Wille geschieht.
Und was ist jetzt eigentlich Gottes Wille?
Nicht jeder, Worte von Jesus selbst, nicht jeder, der zu mir sagt,
Herr, Herr, wird ins Himmelreich kommen, sondern nur der, der den Willen meines Vaters im Himmel tut.
Da, wo Gottes Wille geschieht, in anderen Stellen in der Bibel,
erklärt Jesus das ein bisschen genauer, was der Wille des Vaters ist.
So lesen wir zum Beispiel in der Bergpredigt, dass es um Feindesliebe,
um Wahrhaftigkeit, um Vergebung, um Barmherzigkeit und um Vertrauen auf Gott
anstelle von Vertrauen auf Besitz geht.
Man erkennt das Reich Gottes daran, wo Heilung und Befreiung passiert.
Auch dazu wieder eine Stelle aus dem Neuen Testament, Lukas 4.
Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt.
Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen,
den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, den Blinden,
dass sie sehen werden und um den Unterdrückten die Freiheit zu bringen.
Da, wo Heilung und Befreiung passiert, geistliche Heilung, innerliche Heilung
und auch körperliche Heilung.
Man erkennt, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist, auch daran, wo Liebe sichtbar wird.
Seid es gewohnt, es kommt wieder in die Bibelstelle. Ich aber sage euch,
liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.
Seine Freunde lieben, das macht so gut wie jeder Mensch auf dieser Welt,
würde ich jetzt einfach mal behaupten.
Aber Jesus fordert uns auf, nicht da stehen zu bleiben, sondern loszugehen und,
die schwierigen Menschen, unsere Feinde und Menschen, die es nicht gut mit uns
meinen, denen auch in Liebe zu begegnen und diese Menschen zu lieben.
Und daran erkennen wir, da wo Liebe sichtbar wird, da erkennen wir auch,
dass das Reich Gottes mitten unter uns ist.
Und man erkennt das Reich Gottes daran, wo die Gemeinde lebt.
Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen.
Ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft.
Das Mahl des Herrn und das Gebet.
Da, wo Gemeinde lebt. Unvollkommen, aber ausgerichtet auf Jesus und auf sein Wort.
Gottes Reich ist da, wo Gott durch Menschen, wo Gott durch Jesus und den Heiligen
Geist wirklich regiert.
Zuerst in unseren Herzen, dann aber sichtbar in unserem Alltag.
Und wie kommt jetzt eigentlich das Reich Gottes? Dazu hat Jesus uns ein Gleichnis erzählt.
Er vergleicht das Himmelreich mit einem Senfkorn.
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld säht.
Es ist zwar das kleinste aller Samenkörner, aber was daraus wächst,
ist größer als alle anderen Gartenpflanzen.
Ein Baum wird daraus, auf dem die Vögel sich niederlassen und in dessen Zweigen sie nisten.
Sich mit Botanik ein bisschen auskennt, wird diese Stelle vielleicht ein bisschen
hinterfragen oder sich über diese Stelle ein bisschen wundern.
Es gibt auch noch kleinere Samen als das Senfkorn.
Und Senf, ich habe vergessen, die große Senfpflanze wird, aber definitiv nicht
so groß, dass es alles andere überragt.
Und auch nicht so groß und stark, dass ein Vogel darin sein Nest bauen kann.
Und außerdem ist ein Senfkorn, wir haben mehrere Landwirte unter uns,
die wahrscheinlich nicht schon alle mal Senf gesehen haben, ist auch kein Baum.
Ja, das stimmt. Ein Senfkorn ist circa ein Millimeter groß.
Allerdings geht es in diesem Bibelfers um Pflanzen, die auf dem Feld ausgesät werden.
Und von allen Samen, die damals in der Zeit von Jesus genutzt wurden als Nutzpflanzen,
da hat es Senf, den kleinsten Samen.
Und wer schon mal eine Senfpflanze gesehen hat, der weiß, dass die Pflanzen
nicht so groß sind wie Bäume.
Aber auch das widerspricht nicht der Bibel. Es gibt, wie bei vielen Pflanzen,
auch beim Senf verschiedene Senfsorten.
Und in der Zeit der Bibel, da wurde der schwarze Senf angepflanzt.
Und der schwarze Senf, der kann innerhalb von wenigen Monaten zwei Meter,
sogar bis fast vier Meter groß wachsen, hat armdicke Äste und verholzt.
Also ein armdicker Ast, der verholzt ist, ist, glaube ich, stabil genug,
dass auch ein Vogel darin ein Nest bauen kann.
Was die Bibel, die Senfpflanze, als Baum bezeichnet, liegt an dem Problem,
das wir im Südsudan regelmäßig haben.
Wenn ich im Sprachunterricht oder irgendwo in einem Gespräch ein neues Wort
kennenlerne, dann lerne ich meistens eine Bedeutung von dem Wort.
Und wenn ich dann im Gespräch dieses Wort wieder nutze oder wieder höre,
stelle ich plötzlich fest, oh, das Wort hat ja verschiedene Übersetzungen.
Und so ist es mit dem Wort, was hier für Baum genutzt wird, ebenfalls.
Das Wort kann man als Baum übersetzen, aber es kann auch als Pflanze mit holzigem
Stamm übersetzt werden, was auf den Senf ja zutreffen würde.
Was also lernen wir jetzt in diesem Gleichnis über das Reich Gottes?
Das Reich Gottes fängt ganz klein an, wächst dann aber immer weiter.
Und so wie die Senfpflanze zu einem großen Baum wird.
Wird auch das Reich Gottes von klein immer größer und größer.
Und die Senfpflanze, die spendet Leben, dadurch, dass Tiere darin wohnen können.
Und genauso ist das Reich Gottes auch lebenspendend.
Einige Theologen beziehen die Stelle auch auf die Geburt von Jesus.
Als Jesus in der Krippe im Stall lag, ist wie ein kleiner Senfsame aufgegangen
und ist immer weiter gewachsen.
Und genauso wächst auch das Reich Gottes auf der Welt immer mehr.
Aber das Reich Gottes ist nicht nur da, sondern überall dort,
wo Menschen anfangen, an Jesus glauben.
Da, wo Menschen anfangen, sich von Gott gebrauchen zu lassen.
Den ersten Same, ich habe gerade schon davon erzählt, hat Gott ausgesät.
Jesus, der für uns auf die Erde kam.
Aber in dem Gleichnis, da geht es um einen Menschen, der ein Samenkorn aussäht.
Es geht um dich und um mich. Da, wo du hingehst und der alten Frau über die
Straße erhilfst oder ihr hilfst, den Einkauf ins Haus hochzutragen.
Da, wo du das Kind tröstest, das vom Fahrrad gefallen ist.
Da, wo du dem hungrigen Bettler in der Fußgängerzone etwas zu essen gibst.
Wenn du als Mama oder als Papa zu Hause bei deinen Kindern bleibst und den Kindern von Jesus erzählst.
Da, wo du die Liebe Gottes weitergibst.
Da, wo du deinen Arbeitskollegen, den anderen Eltern am Spielplatz,
der Nachbarin von Jesus erzählst oder der Verkäuferin in der Supermarktkasse.
Oder aus meinem Leben ein Beispiel, da wo ich hingehe und einfach mich regelmäßig
mit den Flüchtlingen treffe, um denen auch die Liebe von Jesus weiterzugeben.
2. Korinther 5 beschreibt Paulus seine Aufgabe so, dass er Botschafter des Reiches Gottes ist.
Und wenn wir in der Bibel lesen, stellen wir fest, das ist nicht nur die Aufgabe
von Paulus, sondern es ist die Aufgabe für alle, die mit Jesus unterwegs sind.
Aber was genau macht eigentlich ein Botschafter?
Ich habe mal die künstliche Intelligenz befragt, mir kindgerecht zu erklären,
sodass ich es auch verstehe, was die Aufgaben von einem Botschafter sind.
Hier die Zusammenfassung. Ein Botschafter ist wie ein Geheimbeauftragter für
Frieden und ein Brückenbauer zwischen zwei Ländern.
Die wichtigste Aufgaben hat die KI mir so vorgestellt.
Ein Botschafter lebt in einem fremden Land und baut dort Beziehungen zu den Menschen auf.
Und genauso ist es auch unsere Aufgabe als Christen, uns nicht zurückzuziehen
als Gemeinde, sagen hier wir im E4, wir gehören zusammen und alles andere interessiert uns nicht.
Unser Auftrag von Jesus ist es, rauszugehen und den Menschen draußen von Jesus
zu erzählen, Freundschaften auszubauen und einfach in dieser Welt zu leben.
Ein Botschafter muss reden und verhandeln. Er muss einstehen für sein eigenes
Land und manchmal auch vielleicht zeigen, wie die Dinge in seinem Land erledigt werden.
Und auch dazu fordert Jesus uns auf, kurz bevor er die Erde verlässt und in
den Himmel geht. Wir sollen seine Zeugen sein.
Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden.
Und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein.
In Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und überall sonst auf der Welt,
selbst in den entferntesten Gegenden der Erde.
Wir sollen Zeugen sein vom Reich Gottes, Zeugen sein für Jesus.
In Jerusalem, also da, wo wir wohnen, da, wo wir zu Hause sind.
In Judäa und in Samarien, das ist der erweiterte Kreis.
Zum Beispiel im Verein, in den wir gehen oder auf unserer Arbeit.
In der Schule und den Klassenkameraden gegenüber. Und hier ist Samarien extra miterwähnt.
Samarien war für die Juden ein schwieriges Umfeld.
Religiös war Samarien umstritten und von vielen Juden war Samarien verachtet.
Aber genau da schickt Jesus die Juden hin.
So sendet Jesus auch uns in Milieus, in die wir Christen vielleicht eher nicht so gerne hingehen.
Zum Beispiel in gebrochene Familien, in Randgruppen zu anderen Kulturen,
Menschen, die außen bilgten.
Zu Menschen, die mit der Kirche schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Und Jesus sendet uns bis ans Ende der Welt.
Also wir sollen nicht auf der Arbeit aufhören, sondern auch wenn wir in Urlaub
gehen oder wenn wir sonst irgendwo hingehen, wir sollen Zeuge sein für Jesus.
Ein Botschafter ist ein Postbote für Neuigkeiten. Der Botschafter erzählt seiner
Regierung in der Heimat, was in dem anderen Land passiert, Was für Menschen
da wohnen und was die Menschen dort machen.
Und auch das ist unsere Aufgabe als Christen. Paulus schreibt im Timotheusbrief,
Bei allem anderen fordere ich euch auf, für alle Menschen zu beten.
Bittet bei Gott für sie und dankt ihm. So sollt ihr für die Herrschenden und
anderen Menschen in führender Stellung beten.
Wir sollen der Regierung des Himmelreichs, also Gott, melden,
was hier bei uns in unserem Alltag passiert.
Paulus fordert uns dazu auf, dass wir für die Menschen um uns herum mit Gott
reden. Wir nennen das Beten.
Dass wir erzählen, was draußen passiert. Dass wir für die Menschen,
die wir treffen, vor Gott einstehen.
Den zweiten Teil aus dem Vers, dass wir für die Regierung beten sollen,
für die Herrschenden und die Menschen in führender Stellung,
Das machen und kennen viele.
Aber Paulus verdert uns ganz bewusst auf, für die Menschen in unserem direkten Umfeld zu beten.
Für unsere Nachbarn, für unsere Arbeitskollegen, für unsere Freunde und auch
für die Menschen, die wir nicht so mögen.
Und ein Botschafter ist ein Helfer in der Not.
Wenn wir im Südsudan unseren Pass verlieren sollten, was hoffentlich nie passiert,
dann ist die deutsche Botschaft in Chuba unser Ansprechpartner.
Dass wir einen neuen Pass bekommen.
Und so ist es auch unser Auftrag als Christen, dass wir anderen Christen helfen,
wenn sie Hilfe brauchen.
Ich habe jetzt viel erzählt für Menschen, die schon mit Jesus unterwegs sind,
die schon an Jesus glauben.
Aber vielleicht bist du heute hier und hörst das erste Mal vom Reich Gottes.
Du kennst das Reich Gottes vielleicht noch nicht, du kennst Jesus nicht.
Aber du würdest gerne vielleicht mal probieren, einen Schritt da reinzugehen und es kennenzulernen.
Dann will ich dich einladen.
Nicht, ob wir noch ein Lied singen, aber beim nächsten Lied,
Heiko nickt, beim nächsten Lied einfach mit Jesus darüber ins Gespräch zu kommen.
Oder es gibt nachher ein Gebetsangebot, ich glaube die Treppe hoch im Kämmerchen
oben, da einfach auf die Menschen zuzugehen, die zum Gebet da sind und mit denen darüber zu reden.
Oder dass er einfach auf Heiko, auf mich, auf andere Mitarbeiter in der Gemeinde darauf zukommt.
Oder wer spontan ist, nachher zum Wandern mitgeht und da mit uns zu reden.
Ja, sodass auch du einen Schritt in das Reich Gottes reinmachen kannst.
Jesus verspricht jedem von uns, egal ob wir schon lange mit Jesus unterwegs
sind oder ob wir heute das erste Mal von Jesus gehört haben,
dass er sich finden lassen will von ihm.
Ja, er verspricht sogar noch mehr. Wenn wir bei Jesus anklopfen,
dann würde die Türe für uns öffnen und uns hereinlassen.
Und wenn wir Jesus unser Leben geben, treten wir ein, in das Reich Gottes.
Wir werden Bürger des Himmels und wir bekommen auch direkt den schon angesprochenen Diplomatenpass.
Wir dürfen selbst das Reich Gottes kennenlernen, aber wir dürfen auch anderen
davon erzählen und die Liebe von Jesus weitergeben.
Ich habe ganz am Anfang von dem Baby erzählt, dass frisch auf die Welt erstmal
alles neu kennenlernen musste und von uns, wie wir im Südsudan,
auch erstmal unsere Sinne neu justieren mussten.
Wenn wir in das Reich Gottes kommen, dürfen wir das auch dort.
Wir dürfen unsere geistlichen Sinne kennenlernen. Wir dürfen Gott darum bitten,
dass er uns die Augen, die Ohren, das Riechen, unser Fühlen,
unser Schmecken für die geistige Welt öffnet,
sodass wir ihn mit allen Sinnen erleben dürfen. Ich bete noch.
Jesus, dass du die Türe öffnest, wenn wir anklopfen, dass du uns einlädst,
das Himmelreich kennenzulernen.
Und ich bete, dass du uns hilfst, die Schritte in dein Reich zu tun,
dass wir dich erleben dürfen und immer mehr kennenlernen dürfen.
Herr, ich bete für alle von uns, die wir schon mit dir unterwegs sind oder jetzt
gerade in den ersten Schritten dein Reich tun wollen, dass du uns dein Reich
zeigst, dass wir dein Reich und dich mit allen unseren Sinnen kennenlernen dürfen.
Öffne du uns die Augen, die Ohren, die Nase, den Geschmackssinn,
den Tastsinn, dass wir dein Reich mit allen unseren Sinnen erleben dürfen.
Danke, Jesus, dass du uns nicht verwirfst, sondern dass du uns hilfst bei jedem
Schritt, den wir gehen. Amen.
Speaker1
00:06:42
Theophil Bachmann
00:16:02