Mark Bühner - Gehorsam | Charakterstark - Lernen vom Besten (Teil 4 von 4)
Die vorläufig letzte Predigt der Reihe erklärt Gehorsam als Folge des Glaubens. Im Mittelpunkt steht Jesu Angst in Gethsemane, sein Trinken des „Kelchs“ im Willen des Vaters und seine Liebe, durch die Menschen zu Gott kommen können.
08.07.2026 26 min F4 Schwaigern, Mark Bühner
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Gehorsam | Charakterstark - Lernen vom Besten
In dieser Predigt wird Gehorsam als Folge des Glaubens verstanden und nicht als Voraussetzung dafür. Mark Bühner betont, dass Jesus bereits alles gelebt hat, was von Christen erwartet wird: Liebe, Treue, Demut und Gehorsam. Christen sollen diese Wirklichkeit nicht nur verstandesmäßig, sondern mit dem Herzen aufnehmen.
Im Mittelpunkt steht Markus 14,32-36 und der Kampf Jesu im Garten Gethsemane. Jesus wird dort als von großer Angst und seelischer Erschütterung überwältigt beschrieben. Die Predigt hebt hervor, dass dies weit über normale Traurigkeit oder Furcht vor körperlichem Leid hinausgeht.
Bühner erklärt den „Kelch“ als Bild für Gericht und Todesurteil, in der biblischen Sprache aber auch für Gottes Gericht über die Sünde. Jesus bitte darum, dass dieser Kelch an ihm vorübergehe, fügt sich aber in Gottes Willen. Damit wird sein Tod als etwas dargestellt, das über menschliches Leiden hinausgeht.
Zentral ist die Deutung, dass Jesus im Garten bereits vorweg erfährt, was ihn am Kreuz erwartet: nicht nur Schmerz und Folter, sondern Trennung von Gott. Diese Trennung wird als eigentliche Last beschrieben. Seine Verzweiflung entsteht nach dieser Auslegung nicht aus Angst vor dem Tod allein, sondern aus dem Erleben dieser Gottesferne.
Die Predigt betont, dass Jesus den Kelch aus Liebe trinkt und damit den Weg für andere frei macht. Sein Gehorsam wird als Grundlage dafür dargestellt, dass Menschen überhaupt zu Gott kommen können. Abschließend ruft Bühner dazu auf, auf diese Liebe mit Vertrauen, Dank und eigenem Gehorsam zu antworten.
Das und mehr erzählt uns Mark Bühner
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Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team
In dieser Predigt wird Gehorsam als Folge des Glaubens verstanden und nicht als Voraussetzung dafür. Mark Bühner betont, dass Jesus bereits alles gelebt hat, was von Christen erwartet wird: Liebe, Treue, Demut und Gehorsam. Christen sollen diese Wirklichkeit nicht nur verstandesmäßig, sondern mit dem Herzen aufnehmen.
Im Mittelpunkt steht Markus 14,32-36 und der Kampf Jesu im Garten Gethsemane. Jesus wird dort als von großer Angst und seelischer Erschütterung überwältigt beschrieben. Die Predigt hebt hervor, dass dies weit über normale Traurigkeit oder Furcht vor körperlichem Leid hinausgeht.
Bühner erklärt den „Kelch“ als Bild für Gericht und Todesurteil, in der biblischen Sprache aber auch für Gottes Gericht über die Sünde. Jesus bitte darum, dass dieser Kelch an ihm vorübergehe, fügt sich aber in Gottes Willen. Damit wird sein Tod als etwas dargestellt, das über menschliches Leiden hinausgeht.
Zentral ist die Deutung, dass Jesus im Garten bereits vorweg erfährt, was ihn am Kreuz erwartet: nicht nur Schmerz und Folter, sondern Trennung von Gott. Diese Trennung wird als eigentliche Last beschrieben. Seine Verzweiflung entsteht nach dieser Auslegung nicht aus Angst vor dem Tod allein, sondern aus dem Erleben dieser Gottesferne.
Die Predigt betont, dass Jesus den Kelch aus Liebe trinkt und damit den Weg für andere frei macht. Sein Gehorsam wird als Grundlage dafür dargestellt, dass Menschen überhaupt zu Gott kommen können. Abschließend ruft Bühner dazu auf, auf diese Liebe mit Vertrauen, Dank und eigenem Gehorsam zu antworten.
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Transkript
Guten Abend miteinander. Ich hoffe, ihr seid alle wach und fit.
Habt Freude daran, hier zu sein.
Ich finde diese Predigtreihe mega faszinierend. Also die bewegt mich schon lange.
Charakter stark lernen vom Besten.
Häufig denken Leute ja, Christsein bedeutet, das sind Menschen,
die verhalten sich so oder so.
Und dann wird sowas wie Gehorsam, Treue und so weiter sehr zu einem Druckfaktor.
Ja, da setzen wir uns unter Druck und denken, oh nein, so und so muss ich leben,
sonst bin ich kein Christ.
Und wer die Bibel ernst nimmt, merkt, das steht da gar nicht.
Sondern die Reihenfolge ist immer, ein Christ ist jemand, der erkannt hat,
dass Jesus für ihn das gelebt hat.
Für ihn die Liebe war, die Treue, die Demut, den Gehorsam. All das hat Jesus vollbracht.
Und in der Folge, wenn man das an sein Herz ranlässt und nicht nur an seinen
Verstand, dann löst das was aus.
Dann passiert was in unseren Herzen und auf einmal kommen diese Dinge,
aber nicht um was zu erreichen, sondern als Ergebnis von dem,
was wir schon erreicht haben.
Gehorsam. Ich weiß nicht, was das so bei euch auslöst. Also klar,
die Mamas und so, die denken, super, wenn mein Kind da mal mehr hätte.
Aber wenn es uns selber betrifft, ist Gehorsam so ein bisschen ein schwieriger Begriff manchmal.
Wer weiß, ob der Vertrauenswürdige ist. Wem will ich denn gehorchen?
Jemand will mir erklären, wie ich zu leben habe und so.
Jesus lebt es auf erstaunliche Weise vor, wie er Gott gehorsam ist.
Warum kann er das? Na, weil er Gott kennt. Weil er seit Ewigkeiten mit Gott
in Verbindung stand und weil er weiß, mein Gott ist so gut, so vertrauenswürdig.
Alles, was der will, sein Wille, ist gut. Das will ich auch.
Und das machen wir schon die ganze Zeit bei dieser Reihe. Wir schauen auf Jesus
und stellen fest, wie sein Handeln, wenn wir das tiefer erfassen,
auf uns zurückspiegelt.
Ich glaube, es gibt zu diesem Thema Gehorsam von Jesus lernen keinen deutlicheren
Bibeltext als den, den wir gleich haben.
Und vielleicht geht es euch so wie mir, da ist so manches Rätsel mit drin.
Der Kampf von Jesus im Garten Gethsemane. Ich lese uns aus Markus 14,
wenn es klappt, die Verse 32 bis 36.
Und sie kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Dort bat Jesus seine Jünger,
setzt euch hierhin und wartet, bis ich gebetet habe.
Petrus, Jakobus und Johannes nahmen er mit.
Und er fing an, sehr bestürzt und von starker Angst gepackt zu werden.
Er sagte zu ihnen, ich zerbreche beinahe unter der Last, die ich zu tragen habe.
Bleibt hier und wacht.
Und er ging ein paar Schritte weiter, warf sich nieder und betete zu Gott,
dass er ihm, wenn es möglich wäre, diese schwere Stunde erspare.
Und er sprach, Abba, Vater, dir ist alles möglich.
Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen.
Doch nicht, was ich will, sondern was du willst, soll geschehen.
Ich finde, das Erste, was einem hier sofort ins Auge stechen muss,
springen muss, ist, dass Jesus, der doch sonst immer super souverän ist und
alles im Griff hat, panische Angst hat.
Der geht da in diesen Garten und auf einmal, er fing an, sehr bestürzt und von
starker Angst gepackt zu werden, überwältigt zu werden.
Das ist leider nicht in jeder Bibelübersetzung gleichermaßen gut zu erkennen,
aber das Wort, das hiermit bestürzt, was auch immer das heißen mag,
übersetzt ist, was da im Urtext eigentlich steht, meint, du bist so überwältigt, überrollt,
von den Socken gehauen, du hast es nicht erwartet, aber du bist durch und durch
geschockt, in deiner Seele erschüttert, von dem, was da auf einmal auf dich einprasselt.
Und ich finde das überhaupt nicht logisch. Also so von meinem Gottesbild her,
wenn ich schaue, wie Jesus sonst so auftritt.
Jesus ist Gottes Sohn und er beweist uns in den Evangelien immer wieder,
mich überrascht nichts.
Ich kann alles vorhersehen, jede Eventualität des Lebens, ich weiß Dinge.
Und auch, dass er in dieser Nacht verraten werden wird, ans Kreuz geschlagen
wird, hat Jesus schon immer gewusst.
Schon immer diese Stunde.
Und meine Frage ist, warum bitte ist er dann jetzt so schockiert?
Warum haut ihn das so von den Socken?
Kann es etwas geben, was den seit ewigen Zeiten existierenden Sohn Gottes,
also der schon immer war und alles weiß, überrascht?
Markus behauptet hier, ja, und darauf bin ich nicht klargekommen.
Er behauptet, Jesus ist schockiert, er ist entgeistert, er ist völlig überrumpelt
von der Wucht dieser Dunkelheit, die hier anscheinend ihn urplötzlich umgibt.
Er kommt darauf nicht klar, das übersteigt alles, womit er gerechnet hatte.
Das kommt wie aus dem Nichts. Jesus durchleidet in diesem Moment,
sagt der Text, unerträgliche seelische Qualen.
Und die sind so stark, dass er selber das Gefühl hat, der Schmerz könnte ihn
auf der Stelle töten. Also er hält das nicht aus.
Martin Luther, so in der alten Bibelübersetzung, hat es relativ wörtlich übersetzt.
Meine Seele ist betrübt bis an den Tod.
Es ist besser, es nicht wörtlich zu übersetzen, weil es ist eine hebräische
Redensart, dieses bis an den Tod. Das meint so viel wie...
Ich bin völlig zerstört. Ich bin so am Ende. Ich habe das Gefühl,
ich zerbreche beinahe unter dieser Last.
Ich kriege es nicht mehr hin. Er schießt mich.
Diese wenigen Sätze beschreiben also sehr viel mehr als, Jesus hatte auf einmal
ein bisschen Angst oder er war stark traurig über den Verrat,
was kommen wird. Sondern Jesus ist richtig fertig.
Fertig mit den Nerven. Er hat gewissermaßen die Panikattacke seines Lebens.
Im Lukas-Evangelium wird sogar ergänzt, dass Jesus solche Qualen leidet,
dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropft.
So fertig, also dem platzen die Äderchen vor Anspannung.
Und jetzt kann man natürlich sagen, ja gut, Jesus, wissen wir,
er ist nicht nur ganz Gott, er ist auch ganz Mensch.
Da kann man es doch irgendwie nachvollziehen, dass der jetzt halt Angst hat.
Also Kreuzigungen stehen ihm bevor, Schmerzen, der wird ausgepeitscht werden.
Da hat der jetzt Angst. Ich hätte doch auch Angst.
Aber wenn man ein bisschen drüber nachdenkt, das macht überhaupt keinen Sinn.
Es ist völlig unlogisch.
Zum Zeitpunkt, wo Markus sein Evangelium schreibt, sind bereits hunderte von
Christen für ihren Glauben an Jesus auf ähnlich schreckliche Weise verfolgt,
ausgepeitscht und brutal hingerichtet worden.
Und wir wissen auch aus außerbiblischen Quellen, viele römische Quellen,
dass ein Großteil dieser Christen ihrem Tod mit bemerkenswerter Gelassenheit
entgegengetreten sind.
Es gibt sogar Berichte von den Römern, die sagen, die Christen können am besten
leiden, weil die gehen singend in den Tod.
Also die Römer konnten das auch nicht verstehen, aber die ersten Christenverfolgungen
brechen an und die sind in der Arena von Löwen und was auch immer.
Also die verschiedensten Foltermethoden und ein Großteil dieser Christen jubelnd,
fröhlich, ich darf für meinen Herrn leiden.
Jesus nicht. Also das muss uns erstmal bewusst werden.
Oder denkt an Stephanus, der erste Märtyrer in der Bibel, Apostelgeschichte 7.
Der wird auch brutal gesteinigt, während er begeistert über den Himmel redet.
Während er von Gott durch eine Vision gestärkt wird. Ich sehe den Menschen so
und so rechten Gottes stehen.
Und dann in seinen letzten Atemzügen betet er für seinen Mörder um Vergebung.
Toller Typ. Aber Jesus?
Also versteht ihr? Das passt nicht zusammen. Wie kann es sein,
dass Jesus seinem Ende nicht total gelassen, stoisch, wie auch immer,
entgegen geht, sondern völlig aus dem Häuschen ist?
Während die anderen Christen das so gut machen, so gestärkt sind,
ist Jesus nicht ruhig, nicht im inneren Frieden mit sich selber, sondern das Gegenteil.
Das ist übrigens einer der vielen Gründe, warum auch nichtchristliche Forscher,
die so Bibelliteratur anschauen, sagen, also solche Texte, die müssen zuverlässig sein.
Also das muss man zuverlässig überliefert haben.
Weil Matthäus, Markus, Lukas, die alle erzählen davon, wenn die was hätten erfinden
wollen, um das Leben ihres Gründers der Religion, sag ich mal,
im Nachhinein irgendwie schön darzustellen, auszuschmücken, dann hätten sie
den als Held dargestellt.
Jesus, keine Probleme, an den glaube ich.
Wie unlogisch. Jesus ist schwach, er ist verzweifelt. Und die ganze heidnische
Welt, die sowas liest, denkt sich an den, glaubt ihr? An so einen Versager?
Also das war wirklich so. Jesus verzweifelt hier im Garten und er begegnet seinem
Tod nicht im Einklang mit sich selbst, sondern durchleidet ein offensichtliches,
Übermaß an seelischen Qualen, wie man sie schlimmer nicht beschreiben kann.
Hat keiner von uns hier erlebt. Und die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, warum?
Warum ist Jesus hier so durch?
Antwort, weil sein Tod vollkommen anders war, als jeder andere Tod,
den vor oder nach ihm je ein Mensch gestorben ist.
Matthäus, Markus, Lukas, alle berichten sehr übereinstimmend,
wie Jesus im Garten so verzweifelt ist und dann betet.
Und wie er in seinem Gebet diesen Begriff vom Kelch redet.
Lass diesen bitteren Kelch an mir vorübergehen. Vielen Dank.
Der Kelch war in der Antike ein Bild dafür, dass vor Gericht ein Todesurteil gesprochen wurde.
Das lag daran, dass es in vielen Kulturen, bei den Griechen vor allem,
diesen Giftbecher auch gab.
Das heißt, jemand wurde zum Tode verurteilt und häufig war das so,
du gibst dem einen Becher mit Gift, der trinkt den, alle bezeugen, jetzt ist er tot.
Daher kommt dieses Bild. Die Geschichtskenner unter euch, Sokrates ist einer
von denen, da gibt es diesen Giftbecher, den der nachher trinken muss.
Wenn Jesus hier also in seinem Gebet von einem Kelch redet, dann ist es erstmal
ein klarer Beweis dafür, okay, er weiß, er wird vor Gericht geschleppt werden
und hingerichtet werden, sein Todesurteil.
Es bedeutet aber noch mehr, weil der Kelch nicht nur in der antiken Literatur
auftaucht, sondern auch in der Bibel.
Und weil dieser Begriff in der Bibel immer weit darüber hinaus noch auf mehr
hinweist, nicht nur auf das Gericht von Menschen, sondern auf das Gericht von
Gott, auf den richterlichen Zorn Gottes über das Böse in der Welt.
Wird immer wieder erwähnt beim Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel,
Habakkuk. Psalm 75 ist ein berühmtes Beispiel.
Immer wieder kommt dieser Kellig auf einmal vor.
Und jedes Mal geht es darum, Gott wird den Gottlosen richten.
Er wird das Böse zerstören. Er wird es bestrafen.
Wenn Jesus hier diesen Begriff verwendet, dann zeigt, dass er weiß ganz genau, was ihm bevorsteht.
Nämlich nicht bloß physische Leiden, Folter, Tod, sondern die Fülle,
das ganze Ausmaß der richterlichen Strafe Gottes über das Böse,
über die Sünde der Menschheit.
Und diese gigantische Strafe lässt sich im Wesentlichen durch einen Zustand
beschreiben in der Bibel, nämlich den Zustand Trennung.
Nicht mehr bei Gott. Gott los, sündig und die Heiligkeit Gottes vertragen sich nicht. Trennung.
Die Bibel sagt, das Gericht Gottes ist nicht, weil Gott der schwarze Pädagoge
ist und sagt, dann darfst du nicht, sondern weil das zwei Elemente sind,
die nicht zusammenpassen, Heiligkeit und Sünde.
Die Bibel sagt, dass sündige Menschen völlig zu Recht, es geht gar nicht anders,
von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen werden.
Und jetzt müssen wir uns klar machen, was das für Jesus bedeutet.
Da kommt er also vor seinem Tod in den Garten, um noch einmal die innige Gemeinschaft
mit Gott zu genießen, mit seinem Vater.
Die Nähe und Liebe, die ihm als Sohn Gottes seit unendlichen Zeiten vertraut
war, die er gekannt hat, seit einer Zeit, die wir nicht denken können, so lange.
Und anstatt, dass sich ihm jetzt der Himmel öffnet, erlebt er die Qualen der
Hölle, die Trennung seiner Beziehung zu Gott.
Wenn ich einen Freund habe und auf einmal verliere ich die Freundschaft oder
die Liebe zu einem Menschen, dann tut mir das weh. Dann ist das schmerzhaft.
Naja, noch sehr viel mehr schmerzhafter muss es sein, wenn ich die Liebe meiner
Frau verliere oder meiner Kinder oder wer auch immer, wo viel Nähe an mir dran ist.
Je länger, je tiefer, je vertrauter eine Beziehung ist, desto heftiger ist der
Schmerz, wenn diese Beziehung kaputt geht, wenn das zerreißt,
wenn da auf einmal Trennung ist.
Und sich dann klarzumachen, Jesus war schon immer in dieser perfekten Liebesbeziehung,
die Dreieinigkeit, Vater, Sohn, Heiliger Geist beieinander.
Inniger, als wir es uns je denken können. Die stärkste menschliche Liebe,
die es jemals geben kann, ist im Vergleich dazu wie ein Tautropfen gegen den Ozea.
Also nichts, das können wir erleiden, das erleidet Jesus.
Das übersteigt jede Beschreibungsmöglichkeit, jedes Vorstellungsvermögen, was wir haben.
Das ist es, was Jesus hier verliert.
Und es ist nicht die Angst vor körperlichem Schmerz, die ihn da fast wahnsinnig
werden lässt, sondern er verliert die Beziehung zu seinem Vater.
Der Horror. Er beginnt hier im Garten die unglaubliche Qual zu leiden,
dass er jetzt getrennt ist von Gott.
Und das ist für ihn so unerträglich, dass er zu Boden sinkt und verzweifelt bittet.
Aber Papa, Vater, lass es nicht zu.
Und spätestens jetzt, wenn er ein bisschen logisch mitdenkt,
muss man sich fragen, was passiert hier eigentlich im Garten?
Jesus hängt doch noch gar nicht am Kreuz. Also dass er da dann ruft,
Vater, warum hast du mich verlassen? Okay, kriegen wir irgendwie hin.
Aber er hängt ja noch gar nicht. Was passiert hier im Garten?
Und Freunde, das ist ein Geheimnis, da haben sich schon Theologen über viele,
viele hunderte, sogar 2000 Jahre lang immer wieder den Kopf drum zerbrochen.
Was ist das für ein Geheimnis, was hier passiert?
Und sie sind immer wieder, die allermeisten zumindest, auf das gleiche Ergebnis
gekommen, die gleiche Erklärung. Und das ist das hier.
Jesus bekommt hier auf geheimnisvolle Weise existenziell zu spüren,
was ihm in Kürze bevorsteht.
Er erlebt das schon mal vorläufig durch. Das erklärt auch, warum er so überrascht
ist von diesen plötzlichen Schmerzen, warum er so geschockt ist.
Weil es was völlig anderes ist, ob ich kognitiv weiß, das wird passieren, oder ob ich es erlebe.
Das meint dieses Wort existenziell. Ich spüre es, ich durchlebe es wirklich.
Also rein kognitiv weiß ich, wenn ich das nächste Mal beim Zahnarzt bin,
könnte es sein, es wird schmerzhaft.
Also mein Kopf kann sich das schon vorstellen. Ich weiß es hier oben,
aber ich fühle es natürlich nicht.
Also in seiner Tiefe kann ich diesen Schmerz erst dann erfassen,
wenn ich auf dem Behandlungsstuhl sitze und der zu bohren beginnt und ich erlebe,
okay, dieser Schmerz ist krasser, als was ich dachte.
Vielleicht denke ich dann auf dem Behandlungsstuhl, wenn ich das gewusst hätte,
wie schmerzhaft es wird, wäre ich nicht gekommen.
So, also, ja.
Ich glaube, so ähnlich ist das, was hier passiert. Jesus weiß alles bis zu diesem
Zeitpunkt. Er wusste ganz genau, was auf ihn zukommt. Er wusste auch die Trennung
von Gott und ihm. Das steht bevor.
Er hatte seinen Jüngern alles mehrfach angekündigt gehabt.
Aber dieses völlige Überrumpelsein verrät uns, dass er jetzt existenziell zu
spüren bekommt, was ihn da erwartet.
Man könnte sagen, Gott lässt seinen Sohn ahnen, fühlen, wie schlimm es werden wird.
Und warum macht Gott das?
Weil sein Gehorsam, also der Gehorsam von Jesus, durch diese einzigartige Vorerfahrung,
noch unendlich vollkommener wird.
Es wäre schlicht nicht angemessen gewesen, dass Jesus sich entscheidet,
ich gehe ans Kreuz, ich trage die Sünde, ohne dass er bis ins Letzte ganz genau
erfasst hat, weiß, wofür er sich da entscheidet.
Diese Trennung von Gott, die er noch nie hatte, durchlebt.
Man könnte sagen, Gott lässt seinen Sohn diesen Kelch testen.
Also er lässt seinen Sohn diese bittere Realität kosten und das zu einem Zeitpunkt,
wo Jesus durchaus noch in der Lage gewesen wäre zu sagen, dann will ich nicht.
Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht gekommen.
Jesus hätte jetzt noch seinen Kopf aus der Schlinge ziehen können und offensichtlich
ist er verzweifelt bis ans Limit.
Das ist wie als würde der Vater zu ihm sagen, mein Sohn, schau her,
fühle, das sind die Qualen, die du erleiden wirst.
Und jetzt schau da rüber, da sind deine schlafenden Freunde.
Entweder die werden das erleiden und daran zerbrechen oder du,
du wirst daran zerbrechen.
Durchfühle, wie schrecklich das ist, wie du es nicht aushalten kannst,
wie schrecklich diese Hitze ist, was für eine Angst und unaussprechliche Qualen du erleiden wirst.
Und er ihm dann die Frage stellt, machst du es trotzdem?
Ist deine Liebe zu diesen Menschen und zu mir so groß, dass du gehorsam den
Weg gehst bis ans Kreuz, dass du diesen Kelch, von dem du jetzt ganz genau weißt,
wie der aussehen wird, dass du ihn annimmst.
Und ich stelle mir vor, wie Jesus seine schlafenden Jünger anschaut,
die, die es noch nicht mal geschafft haben, wach zu bleiben.
In der einen Stunde, er hat es ihnen deutlich gesagt, die eine Stunde,
in der er sie am meisten gebraucht hätte, sie schaffen es nicht, wach zu bleiben.
Hätte Jesus nicht mit gutem Recht sagen können, warum sollte ich für euch diese
Qualen erleiden, mich für euch in ein solches Feuer stürzen?
Warum sollte ich zulassen, ich bin vollkommen unschuldig, ich habe es nicht
verdient, dass ich zermalmt werde von der Gerechtigkeit Gottes,
die dem Bösen gilt, obwohl ich nicht böse bin, sondern ihr.
Ihr habt meine Liebe nicht verdient, Ihr lebt unwürdig und ihr werdet auch nie
imstande sein, mir das zurückzuzahlen.
Also nicht mal im Ansatz, nicht mal im allerkleinsten.
Nee, das hätte Jesus sagen können mit Fug und Recht und kein Mensch hätte auf
die Idee kommen dürfen. Oh, wie gemein.
Ja, das wäre sein Recht gewesen und jeder hätte es verstanden.
Seine Schmerzen waren um ein Vielfaches größer als alles, was du und ich uns
je vorstellen können werden.
Und der Text sagt, größer als sein Schmerz war seine Liebe. Größer.
Und so ringt Jesus sich betend durch, den Kelch zu trinken, die Strafe auf sich
zu nehmen, die keiner von uns hätte ertragen können.
Und ich glaube, genau hier löst sich auch das Rätsel, warum Jesus so verzweifelt
um diesen Gehorsam kämpfen muss.
Während, wie wir gesagt haben, viele der ersten Christen und Märtyrer,
auch bis heute übrigens, sehr selbstbewusst, teilweise singend in den Tod gehen.
Der Grund ist ganz einfach der, weil wir oder sie nicht denselben Kelch trinken
müssen, den Jesus hier trinkt.
Wer für seinen Glauben Druck bekommt, verfolgt wird, vielleicht sogar sterben
muss, der trinkt den Kelch menschlicher Schmerzen, Leiden physisch.
Doch den Kelch des sehr viel schlimmeren göttlichen Gerichts,
den hat Jesus bereits für uns gelehrt, bis auf den letzten Tropf.
Der Sohn Gottes hat die vollständige Trennung vom Vater durchlitten bis ins
Tiefste, damit du und ich sie nicht erleben müsst.
Im Grunde ist das sein ultimativer Gehorsam, dein Wille geschehe,
nicht wie ich will, sondern wie du willst.
Und sein Gehorsam macht unseren Gehorsam überhaupt erst möglich.
Nur deshalb konnte ein sterbender Stephanus den Himmel offen sehen,
weil Jesus durch seinen Gehorsam den Weg dorthin freigeschaffen hat.
Jesus hat das, was wir nicht gepacken hätten können, schon längst getragen.
Und damit ist Jesus in jeglicher Hinsicht, hatten wir jetzt ja immer wieder,
auch in dieser Reihe, auch im Blick auf Gehorsam nicht zuerst unser Vorbild,
so sollst du auch werden,
sondern zuallererst immer ist er der Retter, der Erlöser, der Möglichmacher,
der, ohne den du das nachzueifern, gleichlassen kannst.
Markus und die anderen Evangelisten haben uns diese Geschichte nicht deshalb
überliefert, damit du denken sollst, wow, so gehorsam muss also ich auch sein.
Du kannst gar nicht so gehorsam sein. Das kannst du gar nicht.
Jesus ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, das uns überfordert. Du kannst es nicht.
Sondern es geht hier darum, dass wir tief in unserem Herzen erfassen,
Denn so unendlich groß ist das Opfer, das Jesus für dich, für mich gebracht hat.
So unendlich groß muss seine Liebe sein, dass er den Schmerz wählt,
die Zerstörung verhält für dich.
Dass er diesen entsetzlichen Kelch für dich getrunken hat.
Man hört sowas in der Schule, im Rallyeunterricht, wo auch immer.
Ja, er ist gestorben für deine Schuld und man hakt so vom Kopf her ab.
Es geht darum, das in sein Herz reinzulassen.
Und zu merken, wenn das wahr ist, wenn das wirklich stimmt, was die Bibel sagt.
Wie könnten wir auf diese Liebe jemals anders antworten,
als indem wir uns ihm übergeben, mit unserem ganzen Leben sagen,
ich gehöre dir, dein Wille geschehe, mach mit mir, was du willst,
ich will dir gehorsam sein, nicht um gerettet zu werden, das hat er gemacht,
sondern als die einzig mögliche Reaktion, wenn diese Liebe unser Herz mal wirklich erreicht.
Und ich möchte euch anspornen, ich hoffe es trifft euch, mich trifft es,
dass nur das der tiefste Ansporn, der tiefste Antrieb für unser Gehorsam sein soll. Seine Liebe.
Amen für heute.
Ich möchte euch bitten, wir machen eine kurze Zeit der Stille, wie manchmal hier.
Stell dir vor, wie Jesus für dich leidet. Sag ihm Danke dafür.
Und vielleicht gibt es ja was, wo Gott dir klar macht.
Mein Kind, ich will dein Bestes. Gehorche mir, das ist richtig. Folge mir nach.
Wo du im Gebet antworten kannst, wenn du das möchtest. Ja, Herr, das will ich.
Hilf mir, diese Woche das umzusetzen, was du mir ins Herz reinlegst.
Jetzt darum ringen, Herr, was soll es sein? Und dann umsetzen.
Und da, wo du merkst, nee, kann ich, will ich nicht, dann beschäftige dich mehr
mit Jesus. Am Kreuz. Kurze Zeit.
Oh Jesus, deine Liebe werde ich nie erfassen können, weil sie alles sprengt, was ich nur denken kann.
Habt du Dank, dass du so grenzenlos liebst, dass du für mich,
für uns ans Kreuz gegangen bist, alles getragen hast, was wir uns nicht mal nur vorstellen können?
Herr, du siehst unsere Herzen, du weißt, wie echt wir das erfasst haben.
Oder ob wir nur lieblächeln, weil man das ja irgendwie so machen muss.
Schreib du uns deine Liebe ins Herz. Wirk du mit deinem Geist,
dass uns das aufgehen darf, wie übermächtig das ist.
Und Herr, verändere du uns, bewirke, dass das uns verändert.
Du weißt jetzt auch um alles, was vielleicht der ein oder andere von dir empfangen hat, als Auftrag.
Bewirke du durch deinen Geist vollen und vollbringen. Amen.