Mark Bühner - Demut | Charakterstark - Lernen vom Besten (Teil 2 von 4)
In dieser Predigt wird Jesu´ Demut als Vorbild vorgestellt, die sich aus dem Bewusstsein über die eigene Identität ergibt.
24.06.2026 31 min F4 Schwaigern, Mark Bühner
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Demut - Lernen vom Besten
In dieser Predigt wird die neue Reihe „charakterstark - lernen vom Besten“ fortgeführt, mit Jesus als Vorbild für seinen Charakter. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Wesenszüge Jesu für Christen wichtig sind und wie sich diese von menschlichen Maßstäben unterscheiden.
Das Thema des Abends ist Demut. Der Prediger grenzt biblische Demut von einem verbreiteten Verständnis ab, nach dem Demut Schwäche, Selbsterniedrigung oder Abhängigkeit bedeute. Nach seiner Darstellung ist Demut in der Bibel vielmehr mit Stärke, Identität und Klarheit über den eigenen Wert verbunden.
An Johannes 13 wird gezeigt, wie Jesus seinen Jüngern vor seiner Verhaftung die Füße wäscht. Diese Handlung wird als radikale Grenzüberschreitung beschrieben, weil Fußwaschen damals als niedrigste Dienstarbeit galt und nicht zu Jesu Status passte. Gerade darin zeigt sich, dass Jesus den üblichen Zusammenhang von Rang, Ehre und Macht auf den Kopf stellt.
Besonders betont wird, dass Jesus auch Judas die Füße wäscht, obwohl er seinen Verrat kennt. Daraus leitet der Prediger ab, dass Jesu Liebe bedingungslos ist und sogar dem gilt, der ihn verraten wird. Die Fußwaschung wird als Hinweis auf das Kreuz und als Ausdruck von Gnade verstanden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Jesus zu dieser dienenden Haltung kommt. Der Prediger verweist auf Johannes 13,3: Jesus weiß, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hat und dass er von Gott kommt und zu Gott geht. Daraus folgert er, dass wahre Demut aus gesicherter Identität in Gottes Liebe entsteht.
Im letzten Teil wird Petrus’ Ablehnung, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen, als Stolz gedeutet. Die Predigt betont, dass Christen zuerst empfangen müssen, bevor sie selbst dienen können. Demut zeigt sich danach auch im täglichen Leben, in der Bereitschaft zur Buße und im Vertrauen darauf, dass Gott den Glauben trägt und vollendet.
Das und mehr erzählt uns Mark Bühner
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Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team
In dieser Predigt wird die neue Reihe „charakterstark - lernen vom Besten“ fortgeführt, mit Jesus als Vorbild für seinen Charakter. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Wesenszüge Jesu für Christen wichtig sind und wie sich diese von menschlichen Maßstäben unterscheiden.
Das Thema des Abends ist Demut. Der Prediger grenzt biblische Demut von einem verbreiteten Verständnis ab, nach dem Demut Schwäche, Selbsterniedrigung oder Abhängigkeit bedeute. Nach seiner Darstellung ist Demut in der Bibel vielmehr mit Stärke, Identität und Klarheit über den eigenen Wert verbunden.
An Johannes 13 wird gezeigt, wie Jesus seinen Jüngern vor seiner Verhaftung die Füße wäscht. Diese Handlung wird als radikale Grenzüberschreitung beschrieben, weil Fußwaschen damals als niedrigste Dienstarbeit galt und nicht zu Jesu Status passte. Gerade darin zeigt sich, dass Jesus den üblichen Zusammenhang von Rang, Ehre und Macht auf den Kopf stellt.
Besonders betont wird, dass Jesus auch Judas die Füße wäscht, obwohl er seinen Verrat kennt. Daraus leitet der Prediger ab, dass Jesu Liebe bedingungslos ist und sogar dem gilt, der ihn verraten wird. Die Fußwaschung wird als Hinweis auf das Kreuz und als Ausdruck von Gnade verstanden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Jesus zu dieser dienenden Haltung kommt. Der Prediger verweist auf Johannes 13,3: Jesus weiß, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hat und dass er von Gott kommt und zu Gott geht. Daraus folgert er, dass wahre Demut aus gesicherter Identität in Gottes Liebe entsteht.
Im letzten Teil wird Petrus’ Ablehnung, sich von Jesus die Füße waschen zu lassen, als Stolz gedeutet. Die Predigt betont, dass Christen zuerst empfangen müssen, bevor sie selbst dienen können. Demut zeigt sich danach auch im täglichen Leben, in der Bereitschaft zur Buße und im Vertrauen darauf, dass Gott den Glauben trägt und vollendet.
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Transkript
Guten Abend miteinander. Schön, dass ihr da seid, präsent und nicht gedacht
habt, heute lege ich mich vor den, wie sagt man, Kühlschrank,
genau, oder den Ventilator.
Charakterstark lernen vom Besten, das ist die neue Predigtreihe,
die der John letzte Woche hier eingeführt hat.
Ich weiß nicht, wer von euch alles da war, aber ich fand es richtig gut.
Hat er richtig, richtig gut gemacht. Charakterstark.
Wie der Titel schon andeutet, es geht darum, wir wollen von einem Charakter,
der sehr stark ist, lernen, nämlich vom Besten, entsprechend unseres Jahresthemas, es geht um Jesus.
Jesus, seine Wesenszüge.
Und wir haben letzte Woche schon festgestellt, Jesus ist schon eine krasse Persönlichkeit.
Also das, was der an Charakter mitbringt, ist gar nicht das, was wir mitbringen.
Ist so viel größer, teilweise auch sehr gegensätzlich zu dem,
wie wir groß geworden sind oder wie die Gesellschaft um uns herum so tickt und
wahrscheinlich auch sehr anders als wir sind, so von innen heraus.
Also wenn man sich mit Jesus vergleicht, hat man immer auch irgendwie ein schlechtes
Gewissen, weil der ist halt ziemlich gut und ich bin es nett.
Letzte Woche ging es um das Thema Liebe, der große Charakterzug,
der alles andere durchdringt und auch alles andere bedingt.
Und heute lösen wir das nächste Puzzleteil in der Hoffnung, dass ich das Richtige erwische.
Und es abgeht. Jawohl.
Demut. Das ist ein Begriff, Demut, der nicht für jeden heutzutage noch einen guten Klang hat.
Will sagen, wer super fromm aufgewachsen ist, der weiß, das muss was Wichtiges
sein, weil in der Bibel kommt das oft genug vor.
Da gibt es viele tolle Leute, die werden als demütig beschrieben.
Aber wenn man jetzt in der Straße
von Schweigern oder von Heilbronn fragen würde, Demut, quält dir das?
Könnte sein, Leute reagieren und sagen, ne, Demut klingt nach,
ich mache mich schlecht.
Ich mache mich klein. Das ist fast so eine Art Schimpfwort geworden. Also ich werte mich ab.
Wir sind noch in einer Welt, wo die meisten Menschen eher Herausforderungen
mithaben, wenn es um das Thema Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl geht.
Und wenn du dann zum Psychologen gehst, ich habe ein Problem,
ich fühle mich nicht wertgeachtet, dann kommt häufig als Antwort,
Hane, mach dir klar, wie viel du wert bist, was du bedeutest.
Geschwellte Brust setzt dich durch im Leben.
Demut klingt halt irgendwie nett. Demut heißt irgendwie, ich muss mich klein halten.
Mir hat mal jemand gesagt, Demut ist nichts anderes als eine freundliche Umschreibung,
für Waschlappen, für Schwächling.
Also wenn dir jemand sagt, sei quällig stehmütig, dann will der einfach nur
seine Macht missbrauchen und dich klein halten, damit du nachgibst und er der
Dominante nachher sein kann.
Heißt Demut, wir sind zu schwach, für uns selber einstehen zu können?
So sehen es viele in der Welt.
Wer die Bibel aufschlägt und mal guckt, wo kommt da dieser Begriff vor,
der stellt fest, dass Demut immer eine Haltung der Stärke ist.
Das hat ganz viel damit zu tun, dass jemand eben nicht sich klein macht,
sondern ganz genau weiß, wer er ist.
Zum Beispiel der Mose, große Führungstalent im Alten Testament,
wird beschrieben als demütig.
Jesus sagt über sich selber, ich bin von Herzen sanftmütig und demütig.
Und ich hätte Jesus jetzt nicht als einen eingeschätzt, der irgendwie mit Selbstwertproblemen
zu kämpfen hat, der gar nicht weiß, wer bin ich, was kann ich, wo gehöre ich hin?
Demut bedeutet, dass du in deiner Identität, wer bin ich, an den Platz,
an den Gott dich gestellt hat, so sicher geworden bist,
dass du es schlicht nicht mehr nötig hast, dein Recht einzufordern,
dich durchzuboxen, dich um dich selber zu drehen und immer Recht haben zu müssen,
dich zu vergleichen, von anderen Anerkennung einzufordern.
Dann gebt mir doch endlich, weil ich weiß schon längst, was oder wer ich bin.
Wer demütig ist, muss nicht ständig beweisen, ich bin wichtig, dass du es nur weißt.
Weil das weiß ich. Das müsst ihr mir nicht mehr sagen.
Demut hat was damit zu tun, dass ich meinen Wert genau kenne.
Und damit sind wir mittendrin in diesem wunderbaren Predigtext aus Johannes
13, den wir vorgelesen bekommen haben.
Jesus, der von sich selbst gesagt hat, ich bin sanftmütig, von Herzen demütig,
verbringt die letzte freie Nacht vor seiner Verhaftung mit seinen Jüngern.
Und von Johannes 13 bis Johannes 17, also fünf Kapitel in der Bibel,
bereitet er seine Jünger drauf vor. Das sind die sogenannten Abschiedsreden.
Er bereitet sie drauf vor, schon bald bin ich nicht mehr da.
Ihr müsst irgendwie ohne mich klarkommen. Und er beginnt dieses Training für
seine Jünger, die ja danach die Welt auf den Kopf stellen sollen.
Und das Spannende ist, der redet da ganz viel, also über Eigenschaften und Liebe
und wie sie dranbleiben sollen und Treue und so weiter.
Aber er beginnt nicht, indem er redet, sondern er beginnt, indem er seinen Jüngern,
die Füße wäscht. Vom Tun heraus.
Jetzt vermute ich, viele von euch haben diese Geschichte schon mal irgendwo
gehört oder gelesen. Ich erinnere mich, als ich in der Kinderstunde damals war,
war da so eine nette Dame, die hat dann auch eine Schüssel hingestellt.
Und dann durften wir als Kinder die Schuhe ausziehen und dann wurden da einmal
die Füße gewaschen und wir haben gedacht, lustig, so, mach.
Das war irgendwie eindrucksvoll, aber verstanden haben wir es nicht.
Man denkt so schnell, ich kenne es und deswegen überliest man vielleicht, worum es wirklich geht.
Man kann übersehen, wie krass schockierend das für die Jünger damals gewesen sein muss.
Das war nicht einfach nur eine nette Geste, so wie wir vielleicht denken,
sondern das war radikal anders.
Das war eine absolute Grenzüberschreitung. Das hat nicht gepasst in das kulturelle System.
Okay, ihr müsst euch vorstellen, damals die ganze Gesellschaft,
nicht nur die Juden, sondern alles im orientalischen Bereich da hinten,
geprägt von Rang, Status, Ehre, diese Dinge, das war wichtig.
Und deswegen wusste jeder ganz genau, wo stehe ich in dieser Hierarchie.
Also wer steht über mir, den muss ich respektieren, den muss ich achten,
den muss ich hofieren, der kriegt den Ehrenplatz, der kriegt das beste Stück vom Fleisch.
Und wer steht unter mir, der hat mich gefälligst zu bedienen.
Also jeder wusste, wo stehe ich in diesem Ding.
Auf wen kann ich herabschauen und bei wem muss ich der Buckelige sein?
Und je höher man auf dieser gesellschaftlichen Leiter stand,
also je höher mein Rang ist in der Gesellschaft, desto weniger muss ich arbeiten.
Desto weniger wird von mir erwartet, dass ich diese niederen Tätigkeiten tue.
In diesem Hintergrund kommt das Fußwaschen vor dem Essen. In einer Zeit,
wo die Leute in Sandalen rumlaufen, also sich da auch ordentlich Dreck mit ansammelt,
die laufen den ganzen Tag durch
diesen Straßendreck und dann ist Füße waschen vor dem Essen entgegen.
Sklavenarbeit gewesen. Und zwar niedrigste Sklavenarbeit. Also sprich,
egal wie positiv du dich selber einschätzt, von euch hätte keiner gesagt,
das mache ich. Ist doch nett, ist doch höflich.
Sondern jeder hätte gesagt, ne, ich habe Leute für sowas. Also dafür bin ich doch nicht da.
Wenn Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, dann wirkt es auf uns irgendwie bewegend,
und auf die Leute damals verstörend.
Da komme ich nicht drauf klar. Es gibt keine Logik, warum um alles in der Welt Jesus das tun sollte.
Wie kann es sein, dass Jesus auf der einen Seite den höchsten aller Ansprüche erhebt?
Ich bin der Messias, ich bin der Sohn Gottes, ich bin der Weg zum Vater, ich bin die Erlösung.
Also der haut raus, es gibt nichts drüber.
Und auf der anderen Seite diese niedrigste Tätigkeit hier ausführt. Wie passt das zusammen?
Uns fehlt so ein bisschen der Blick dafür, weil heute ticken wir halt nicht
mehr so, zumindest in der westlichen Welt.
So in manchen orientalischen Kulturen gibt es heute auch noch,
dass dieses Rang und Status viele Rolle spielt.
Aber stellt euch vor, König Charles III., ich wette, der hat noch nie eine wirklich
dreckige Toilette geputzt.
Macht er nicht. Und ich wette, wenn der Gäste hat bei sich im Palace,
dann ist der nachher nicht derjenige, der hingeht und die Haare aus dem Ziffern rausnimmt.
Also das, was irgendwie so ein bisschen eklig auch ist.
Warum nicht? Naja, der hat Leute für
sowas. Sowas machen höher gestellte Persönlichkeiten wie er einfach nicht.
Und so ein bisschen ticken wir vielleicht noch so. Bei Jesus wird dieses ganze
System von was bedeute ich, was heißt Macht und Ehre, wird auf den Kopf gestellt.
Er sagt es selber, der Höchste wird zum Diener, soll allen anderen dienen.
Er, den wir gerade besungen haben in Liedern, der anbetungswürdige König der,
ganzen Welt, es gibt nichts drüber, zieht seine Kleider aus,
nimmt eine Schürze und wäscht seinen Jüngern den Dreck von den Füßen.
Die Maike hat es vorher vorgelesen, war vielleicht ein bisschen schnell, weiß nicht.
Aber ist euch aufgefallen, es geht nicht los mit dem, was wir als Handlung kennen, Fußwaschung.
Sondern Johannes, das ist der Autor, der das aufgehalten hat,
aufgeschrieben hat, einer der Jünger, der hat dann noch ein paar Verse vorne
weggestellt, um uns den Kontext zu erklären, in dem wir uns hier befinden.
Verse, die man super leicht überlesen kann, weil man denkt, Fußwaschung, darum geht es erstmal.
Und Johannes will uns die Augen dafür öffnen, worum geht es eigentlich.
Da habe ich gedacht, ich mache das mal. Ich lese uns von Anfang nochmal ein
bisschen vor. Ich fange an mit Vers 1.
Vor dem Passafest, als Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war,
diese Welt zu verlassen und zum Vater zu gehen,
da hörte er nicht auf, die Menschen, die in der Welt zu ihm gehörten und die
er geliebt hatte, bis ans Ende zu lieben.
Johannes hebt hervor, wo sind wir? Vorm Passerfest. Also bald ist dieses Ende
da. Und er hebt hervor, Jesus weiß es.
Er weiß ganz genau, was ihm bevorsteht.
Die Stunde, vor der er sich schon ziemlich lange fürchtet.
Wenn man das Johannes-Evangelium am Stück liest, dem fällt vielleicht auf,
dass dieser Begriff meine Stunde, die Stunde immer mal wieder an ganz zentralen Stellen auftaucht.
Zum allerersten Mal bei der Hochzeit zu Kana. Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Und dann immer wieder, immer wieder. Und das ist eine dieser Stellen.
Die Stunde seines Todes. Die Stunde seines brutalen Endes.
Der große Kampf im Garten Gethsemane ist schon vorgeschattet.
Und ich finde es bemerkenswert, dass Jesus, obwohl er offensichtlich Angst vor
diesem Ding hat, nicht panisch davonrenkt, sich in Selbstmitleid badet,
oh nein, oh nein, sondern dass er von vorne bis hinten, sagt Johannes,
angetrieben ist, von dem, wovon er schon immer angetrieben war.
Von seiner Liebe zu denen, die ihm anvertraut sind, zu seinen Jüngern in dem Fall.
Selbst jetzt, wo das Schrecklichste ihm bevorsteht, Moment, wofür bin ich gekommen?
Ausliebe, um die Welt zu retten.
Liebe zu seinen Jüngern, Johannes fügt hinzu, bis ans Ende, was meint er damit? Naja, sein Tod.
Jesu Liebe hört nicht irgendwo auf, wird nicht irgendwann aufgehalten,
sondern bis in seinen eigenen Tod hinein, ist das sein Antrieb.
Und dann merken wir, dass das Thema von letzter Woche genau hier weitergeht.
Die Liebe ist der Grund, warum er so selbstlos nachher handelt.
Vers 2. Er war mit seinen Jüngern beim Abendessen.
Der Teufel hatte Judas dem Sohn von Simon Iskariot bereits den Gedanken ins
Herz gegeben, Jesus zu verraten.
Warum kommt auf einmal der Teufel? Also es geht doch gleich um die Fußwaschung.
Warum um alles in der Welt bringt Johannes jetzt direkt am Anfang als Einleitung
zu dem Ganzen so einen Satz?
Naja, weil er uns als seinen Lesern deutlich machen will, Judas ist auch unter
denen, denen Jesus gleich die Füße wäscht.
Jesus kniet nicht nur vor seinen Freunden, weil er denen was Schönes demonstrieren
will und zum Vorbild und so weiter, sondern er kniet im vollen Bewusstsein,
er weiß ja, was auf ihn zukommt, vor seinem Feind, vor dem Verräter,
der ihn nachher ans Messer liefert.
Das ist für mich einer der erschütterndsten Momente in dieser ganzen Fußwaschungserzählung,
dass Judas da mit dabei ist.
Obwohl Jesus ganz genau weiß, was der ihm im Kürze antun wird,
gilt seine Liebe auch ihm, auch diesem Judas.
Und es zeigt sich darin, dass er ihm dient, dass er sich demütigt,
ihm die Füße wäscht, genau wie allen anderen. Kein Unterschied.
Und ich finde, das ist so ein wunderbares Bild dafür, wie radikal die Liebe Gottes ist.
Wie einseitig sie auf uns gerichtet ist und keine Bedingungen stellt.
Wenn du genug leistest, dann liebe ich dich. Wenn du genug versagst,
ist es vorbei. Nein, selbst dem Judas gilt das.
Das bedeutet doch auch für uns, wer weiß, was letzte Woche in deinem Leben nicht so würdig war.
Oder Dinge gesagt oder gedacht oder getan hast, die eigentlich nicht passen.
Zu einem Leben, wenn du sagst, ich bin Christ.
Völlig egal, wie unwürdig, wie verletzend wir Gott gegenüber auftreten.
An seiner Liebe macht das gar nichts.
Nichts kann uns trennen von seiner Liebe.
Jetzt wissen wir, wenn wir die Geschichte kennen, naja, die Fußwaschung,
da geht es nicht um den Lappen und das Wasser, sondern es ist schon auch ein
Vorschatten von dem, was am Kreuz passiert.
Jesus versucht seinen Jüngern da was klar zu machen, eine tiefere Botschaft
mitzugeben, ist ein subtiler Hinweis.
Naja, in diesem Wissen illustriert Jesus hier ja auch, was Gnade im Kern bedeutet.
Nämlich nicht, Gott nimmt uns an, wenn wir uns genug anstrengen und bemühen.
Sondern Gott ist gekommen, um die zu retten, die es absolut nicht verdient haben.
Leute wie Judas und je ehrlich reflektierter wir sind, auch Leute wie dich und
mich, die wir es nicht verdient haben.
John hat diesen Vers letzte Woche schon gebracht, aber ich bringe ihn nochmal.
Johannes, äh Quatsch, Johannes, Römer 5, Vers 8.
Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben
ist, als wir noch Sünder waren. Das zeigt sich hier.
Und ich finde, das ist der eigentliche Skandal in dieser Geschichte,
dass Jesus dem Judas die Füße wäscht, während der den Verrat,
den teuflischen Verrat, bereits im Herzen trägt.
Das heißt nicht, deswegen wird Judas gerettet und sein Verrat spielt keine Rolle.
Aber es heißt, von der Seite von Jesus her gilt ihm diese Liebe,
gilt ihm dieses Angebot.
Es zeigt, wie grenzenlos Gottes Liebe selbst dem Schlimmsten der Schlimmsten auch heute noch gilt.
Tief in meinem Herzen weiß ich, Ajudas und ich, wir haben wahrscheinlich mehr
gemeinsam, als man das gern zugeben möchte.
Ich kenne Tage, Zeiten in meinem Leben, da ärgere ich mich so sehr über mich
selbst, weil ich denke, schon wieder hast du so versagt, sowas Dummes gemacht,
und ich könnte drüber verzweifeln.
Wie kann es sein, so viele Jahre
Christ, da predigst du was auch immer und dann machst du Nüchte davon.
Es ist viel leichter zu reden, als es nachher umzusetzen.
Ich ärgere mich über mich selber und dann wissen zu dürfen, mein Herr und König
stößt mich nicht von sich, sondern er bietet sich an.
Genau wie vor Judas demütigt er sich auch vor mir. Obwohl er der Herrliche Große ist, kommt er runter.
Manche haben vielleicht den Philippabrief, Philippahymnus ein bisschen im Kopf.
Er erniedrigte sich selbst, entäußerte sich. Also eigentlich ist er ganz da oben.
Für mich kommt er, er wäscht meine Füße. Und das finde ich unglaublich.
Jetzt haben wir vorher ja gehört, wir sollen irgendwie auch so handeln.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit ihr auch anderen die Füße wascht.
Weiß nicht, ob ich das könnte. Woher um alles in der Welt nimmt Jesus diese
Kraft her, im Judas die Füße zu waschen? Also selbst dem.
Ich hoffe, ihr mögt euch alle. Vielleicht sind es manche, die es auch nicht mögen. Weiß ich nicht.
Stell dir vor, du wüsstest von irgendeinem, dass der so ein Sack ist,
dass der dir sowas antun wird.
Erzähl mir nicht, dass dein tiefster Gedanke ist, wie kann ich dem Liebe geben?
Woher nimmt Jesus diese Kraft? Und ich behaupte, die Antwort verbirgt sich in
Vers 3. Das ist ein Vers, den ich immer überlesen habe, in der Kinderstunde
sowieso, aber ehrlich gesagt auch noch sehr, sehr lange so.
Vers 3, Männer, kommt's.
Jesus aber wusste, dass der Vater ihm alles in die Hände gegeben hatte und dass
er von Gott gekommen war und zu Gott hinging.
Da stand Jesus vom Tisch auf, legte sein Obergewand ab und band sich ein Tuch aus Leinen um.
Nochmal, ich habe diesen Vers früher immer nicht beachtet. Heute glaube ich,
das ist der zentrale Vers von Johannes, der bewusst das Ende dieser Einleitung
ist und danach kommt die Fußwaschung.
Was soll das vom Vater? Macht, was auch immer. Jesus weiß, woher er kommt.
Jesus weiß, wohin er geht.
Er weiß, was Gott für ihn schon alles gemacht hat, welche Macht er ihm gegeben
hat, welchen Status Gott ihm zuerkennt.
Und Johannes sagt, deshalb wäscht er die Füße. Deshalb kniet er nieder.
Das ist genau das, was wir am Anfang über die biblische Definition von Demut
gesagt haben. Dass sie kein Zeichen von Schwäche ist, ich weiß gar nicht,
wer ich bin, sondern von geistlicher Reife, von Identität.
Menschen, die arg unsicher sind oder sich minderwertig fühlen,
die versuchen auch zu dienen, häufig.
Aber nicht aus der Stärke heraus, sondern um was dafür zu bekommen.
Ich diene dir, bitte gib mir ein Lob.
Bitte irgendwie Anerkennung, sprich mir Bedeutung zu, sag, dass ich ein ganz
toller Kerl bin, dass ich das jetzt gemacht habe. Also ich will was dafür.
Ich mache es eigentlich nicht für den anderen, sondern um mich selber aufzupuschen.
Im Grunde nichts als der verzweifelte Versuch, meinen Selbstwert mit allen Mitteln
zu machen, aufzuwerten.
Johannes sagt, Jesus dient, weil er nichts mehr beweisen muss.
Weil er weiß, ich komme von Gott, ich gehe zu Gott. Und Gott,
mein liebender Vater, hat schon längst alles geklärt. Er hat mein Leben im Griff.
Er hat mich mit Macht ausgestattet. Er hat mich anerkannt.
Ich habe das mal versucht, in einen kompakten Satz hoffentlich zu packen.
Wahre Demut entsteht nicht durch Selbstverachtung oder durch Unsicherheit,
sondern durch feste Identität in Gottes Liebe.
Wer mit Gott im Reinen ist und seinen Wert deshalb nicht länger,
wie wir das fast alle irgendwo machen, durch Leistung abhängig macht,
sondern ihn sich mit allen Konsequenzen von Gott zusprechen lässt,
wenn er den Judas liebt, liebt er auch mich.
Wenn er uns die Füße wäscht, wenn er uns rein macht, wenn er uns rettet und
er uns zu Kindern Gottes macht, ist das mein Wert.
Wer sich das zusprechen lässt, anstatt zu sagen, ich muss noch wer werden,
erst der kann endlich damit aufhören, sich um sich selber andauernd drehen zu müssen.
Wenn es wirklich stimmt, dass nichts und niemand uns von Gottes Liebe trennen kann.
Dann kann ich auch denen dienen, die es vielleicht nicht gut mit mir meinen.
Ich dafür zurückbekomme, was meinen Wert steigern könnte, weil mein Wert ja schon ganz oben ist.
Menschen, die mir bewusst schaden wollen. Und ich sage, du kannst mir gar nicht
das nehmen, was ich in Jesus habe.
Ich habe schon alles. Das, was ich durch Jesus Christus bin,
was er mir geschenkt hat, kann mir nichts und niemand auf der Welt nehmen.
Was habe ich für Ziele im Leben? Was denke ich, was muss ich noch erreichen?
Niemand kann je mehr erreichen, als was ein Christ jetzt schon von Gott zugesprochen bekommen hat.
Bis hin zur Ewigkeit und erbberechtigt sein für den Himmel. Da gibt es ja tausende
Verheißungen in der Bibel, was es bedeutet, als Christ geschenkt zu bekommen von Gott.
Anerkannt zu werden, wie als hätten wir gehandelt wie Jesus. Ich habe schon alles.
Was willst du mir nehmen? Was willst du mich aufwerten können? Kannst du nichts?
Das ist keine Steigerung mehr zu dem, was Identität bereits bedeutet.
Und deshalb meine Frage heute für euch. Weißt du, wer du in Jesus Christus bist?
Weißt du, was das bedeutet, wenn dein Wert, dein Status, deine Vergangenheit,
ja sogar deine Zukunft schon jetzt unwiderruflich feststehen und es da nichts
mehr dran zu rütteln gibt?
Früher habe ich Johannes 13 gelesen und ich bin immer an diesem Schlussteil
hängen geblieben, weil ich bin halt doch irgendwo Schwabe und man kommt vom
Schaffen her und was will ich tun?
Also Jesus sagt, ich gebe euch ein Beispiel, mach auch.
Und ich habe gedacht, ist schon hart, also viel, krass.
Aber ich bin ja diszipliniert, also Ärmel hoch. Dann gebe ich mir halt Mühe.
Habe mir überlegt, wem kann ich jetzt dienen?
Wen mag ich vielleicht nicht so, aber den grüße ich doppelt. Für den bete ich mehr.
Also wie kann ich umsetzen, dass ich demütiger werde wie Jesus?
Leg dich mal richtig ins Zeug. Und erst sehr, sehr, sehr viel später in meinem
Leben habe ich begriffen, ich habe die Geschichte einfach nicht verstanden.
Ich habe das völlig oberflächlich gelesen, weil lange bevor die Fußwaschung
zu etwas wird, dem wir nacheifern sollen, ist sie zuallererst was,
das wir selbst empfangen müssen.
Sprich, die Reihenfolge dieser Geschichte ist super wichtig.
Erst nachdem Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht, ruft er sie auf.
Und jetzt folgt meinem Beispiel.
Das bedeutet, der zentrale Gedanke von Johannes 13 ist nicht,
bist du bereit, anderen die Füße zu waschen, sondern wie schaut es aus?
Kannst du das annehmen, dass Jesus zuallererst einmal deine Füße waschen muss?
Petrus ruft aus, never ever, niemals sollst du mir die Füße waschen.
Und da könnte man auf den ersten Blick denken, das ist Demut.
Also das ist ein demütiges Verhalten. Nein, nein, ich bin gar nicht wichtig
genug. Du, Herr, ich wasch lieber dir.
Das ist keine Demut, das ist eine Form von verstecktem Stolz,
die der Petrus hier an den Tag legt.
Stolz zeigt sich ja nicht nur in dem Offensichtlichen. Ich bin besser als du,
ich will groß sein wollen.
Sondern zeigt sich auch daran, ich will nicht bedürftig sein.
Ich will nicht abhängig sein. Ich will nicht, dass jemand mir hilft.
Ist übrigens ein Problem auch in vielen, vielen christlichen Gemeinden.
Wollen wir einander helfen? Jawohl!
Will ich das andere mir helfen? Ah, muss nicht.
Da fühle ich mich blöd bei, dass ich es irgendwie nötig habe.
Petrus ist zu stolz, um sich von Jesus dienen lassen zu wollen.
Er will das nicht akzeptieren, dass er das nötig hat.
Gern will er der Gebende sein, der Held sein, aber unter keinen Umständen der Empfangende.
Und ich glaube, genau deshalb reagiert Jesus hier so scharf.
Also nicht wegen dem Wasser und dem Lumpen, versteht ihr, sondern weil er ihm was sagen will.
Wenn ich dich nicht wasche, so gehörst du nicht zu mir. Oder in anderen Übersetzungen,
so hast du keinen Teil an mir.
Jesus macht dadurch deutlich, Petrus, es geht um was sehr viel Tieferes.
Wenn du es nicht zulässt, dass ich dir diene, hast du meine Botschaft,
das Evangelium, nicht verstanden.
Denn da geht es genau darum, dass ich dir diene.
Ich bin nicht gekommen, weil ich mir tolle Diener gesucht habe.
Helden, die mir dienen, die mein Reich nach vorne pushen.
Sondern ich bin gekommen, um zu retten. Um mich klein zu machen für dich,
weil du dich gar nicht selber waschen kannst.
Können wir zulassen, dass Gott uns dient.
Und der tiefere Witz bei dieser Geschichte ist ja, wir wissen,
mit Petrus geht es noch weiter. Wir hatten es auch um Ostern rum.
Petrus hält sich in diesem Augenblick für unglaublich stark. Habe ich nicht nötig.
Und wenige Stunden später ist er derjenige, der Jesus dreimal verleugnet.
Wenn Jesus also hier im Text sagt, später wirst du es verstehen,
Petrus, jetzt noch nicht, aber dann. Dann meint er genau das.
Petrus, vertrau mir, dass du es nötig hast. Du verstehst es jetzt zwar noch
nicht, aber du wirst schon sehr bald merken, wie sehr du, der tolle Held,
der meint alles im Griff zu haben, meine Gnade, meine Hilfe,
mein selbstloses Aufopfer nötig hast.
Und Freunde, das Gleiche gilt für uns heute auch noch.
Wir wollen gerne Helden sein. Ich will's. Merke ich immer wieder.
Helden, die für Gott was Tolles reißen und Menschen zu Jesus führen und ihnen
zeigen, wie toll das ist und so weiter.
Und Gott sagt, ich brauche es gar nicht. Ich brauche keine Helden.
Ich bin der allmächtige Gott des ganzen Universums. Glaubst du,
ich brauche irgendwas? Versteht ihr?
Ich bin nicht gekommen, weil ich euch nötig hatte, sondern weil ich euch Anteil
geben wollte, an dem wie perfekt es bei mir ist. Ich wollte,
dass ihr da seid, wo ich bin.
Ich brauche keine Helden, sondern es ist genau umgekehrt. Du brauchst mich.
Du hast es nötig, dass ich mich ganz klein mache, um dich zu retten.
Und je tiefer wir begreifen, wie sehr wir seine Gnade brauchen,
desto mehr wird uns aufgehen, was Demut in diesem Sinne wirklich ist.
Beginnt nicht da, wo wir sagen, jetzt bin ich bereit, anderen zu dienen,
sondern da, wo wir immer mehr zugeben können. Wo ist mein Platz vor Gott?
Herr, ich bin nicht so stark, wie ich manchmal denke oder wie ich die ganze
Welt glauben lassen möchte.
Ich habe mein Leben eben nicht so im Griff, wie ich es gern hätte.
Ich bin zu 100% angewiesen auf deine Hilfe, dass du das tust.
Und das nicht nur einmal, um gerettet zu werden und dann lege ich los, sondern jeden Tag neu.
Jeden Tag neu, weil ich auch als Christ versage. Für jeden einzelnen Tag meines Lebens.
Maike hatte voll diesen spannenden Satz rausgegriffen, wo der Petrus gleich
reagiert und sagt, dann wasch mich komplett.
Also wenn das nötig ist, dann will ich noch mehr und noch mehr zu dir gehören.
Übertrieben wie immer. Und Jesus sagt, nee, wer einmal gewaschen ist,
hat es nicht nötig, neu gewaschen zu werden, sondern nur die Füße.
Immer wieder, immer wieder den Staub, den täglichen Staub von den Füßen gewaschen
zu kriegen. Was meint es? Naja, wer einmal Christ ist, der hat seinen Status safe.
Also wenn du Christ bist, wenn Gott dir vergeben hat, dann bist du Kind Gottes
mit all dem, was dazugehört.
Aber du lebst nicht so. Du beschmutzt die Beziehung zwischen Gott und dir ja
immer wieder, dein Status bleibt davon unberührt.
Es ist trotzdem richtig und wichtig, regelmäßig Buße, würde die Bibel sagen,
zu tun und zu Gott zu kommen und zu sagen, Herr, vergib mir,
ich habe es wieder nicht hingekriegt.
Ich habe versucht, es in einem Bild vielleicht zu erklären. Kinder hatten wir ja vorher schon.
Gute Eltern, die wissen, meine Kinder fallen nicht aus der Kindschaft heraus.
Sie bleiben meine Kinder, egal was für Grasdackel die manchmal sind.
Wenn jetzt aber meine Kinder zu mir kommen und sich richtig daneben benehmen,
also mich ins Gesicht schlagen, mich mit Schimpfwörtern überhäufen, so richtig blöd.
Als guter Papa sind die immer noch meine Kinder. Der Status hat sich nicht geändert.
Aber in der Beziehung, in der wir leben, ist was, was bereinigt gehört.
Versteht ihr? Das hat nichts damit zu tun, dass ich die rausschmeiße,
dass die das Erbe nicht mehr kriegen, was auch immer sie denken, was sie kriegen.
Sondern, dass wir unsere Beziehung wieder klarkriegen müssen.
Wir haben es nötig, weil wir so viel versagen, uns die Füße waschen zu lassen,
zu Gott zu kommen und zu sagen, Herr, diene mir.
Ich möchte empfangender sein.
Jeder einzelne Tag meines Lebens habe ich es nötig.
Und je tiefer uns diese Erkenntnis ins Herz rein sinkt und wir das nicht nur
irgendwo im Kopf haben, sondern wir merken, ich brauche es, es geht gar nicht
anders, desto mehr wird uns aufgehen, was schon viele tolle Christenmenschen vor uns erkannt haben,
Nämlich nicht ich bin der, der seinen Glauben hält, weil ich so diszipliniert
bin, weil ich der Held bin, sondern Gott hält uns.
Er ist der Anfänger und er ist der Vollender des Glaubens. Das bin nicht ich. Er trägt und hält mich.
Das ist sowohl demütigend, ich bin es nicht, als auch wunderschön,
weil ich da auch nicht rausfallen kann. Von Anfang bis zum Ende ist es er.
Und genau in diesen Momenten der geistigen Selbsterkenntnis.
Ich verstehe auf einmal mehr, wo ich vor Gott stehe.
Pflanzt Gott ein Stückchen Demut in uns hinein.
Amen. Ich bete.
Geliebter Herr Jesus, ich finde es so eine verrückte Geschichte.
Du, der König der Welt, wäscht mir die Füße.
Und ich begreife es immer ein Stückchen mehr, dass es unumgänglich war. Es musste so geschehen.
Du dienst uns. Und wie gut, wenn sonst gäbe es keine Rettung.
Herr, jeden Tag meines Lebens habe ich es nötig, dass du dich demütigst.
Mich reinigst von dem Staub, den ich wieder angesammelt habe.
Mich kräftigst, mich erhebst, mir dieser Identität zusprichst.
Ich habe alles schon für dich getan. Es ist vollbracht.
Herr, du kennst unsere Herzen, wie stolz wir sind, wie wir uns so oft dagegen wehren.
Schenk uns eine gesunde geistliche Demut, dass wir begreifen, wer wir vor dir sind.
Schenk uns ein Herz, das mit offenen Händen vor dir steht. Du musst uns füllen,
weil wir haben gar nichts zu bieten.
Und schenkt, dass uns das von innen heraus verändert, dass wir immer mehr darin
gefestigt werden, nicht ich, sondern du.
Na dann kann ich mutig loslegen.
Schenkt, dass diese Liebe auch überfließt und andere erreicht.
Danke, dass du für mich gestorben bist und deine Gnade täglich neu gilt. Amen.