F4 Schwaigern

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Lukas Streeb - Der Erlöser und das Böse

Lukas Streeb beleuchtet in dieser Episode das übernatürliche Böse aus biblischer Sicht und Jesu Umgang mit diesem als Vorbild aus Lukas 4,1-13. Er betrachtet Wesen, Weg und Ende des Bösen sowie Jesu Rolle als Erlöser im Widerstand gegen Versuchungen.

11.03.2026 27 min F4 Schwaigern, Lukas Streeb

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Der Erlöser und das Böse
 

In dieser Episode beschäftigt sich Lukas Streeb mit dem Konzept des Böse übernatürlichen Bösen, und bietet eine tiefgründige Auslegung des biblischen Textes, der sich mit Versuchungen und deren Bedeutung für das Leben eines Christen auseinandersetzt. Die Diskussion gliedert sich in drei Hauptpunkte: das Wesen des Bösen, der Weg des Bösen und das Ende des Bösen. Streeb beginnt mit der Frage, was das Böse überhaupt ist und verweist auf die biblische Sichtweise, dass das übernatürliche Böse existiert, aber bereits besiegt ist.

Im ersten Abschnitt erläutert Streeb, wie Jesus in der Wüste vom Teufel versucht wird und dass diese Episode eine Vorbereitung auf sein öffentliches Wirken darstellt. Er betont die Notwendigkeit von Zeiten der Stille und Einsamkeit zur Stärkung der Verbindung zu Gott. Er betont, dass viele in der Gesellschaft das Böse rational erklären möchten, es jedoch auch eine übernatürliche Dimension gibt, die nicht leicht zu fassen ist. Streeb bringt Beispiele aus der modernen Unterhaltungsindustrie, wie Krimiserien und Horrorfilme, ein und erklärt, dass viele Werke ein Muster des Bösen widerspiegeln, bei dem das Böse von außen auf das Böse im Inneren trifft.

Der zweite Part befasst sich mit dem Weg des Bösen und inszeniert die Versuchungen, die jedem Menschen widerfahren. Streeb hebt hervor, dass Versuchungen nicht immer aus schlechten Dingen bestehen, sondern oft auch aus guten Dingen, die an einen falschen Platz in unserem Leben geraten. Er zitiert Tim Keller und gibt zu verstehen, dass es keine Schande ist, Versuchungen zu erfahren – vielmehr ist es ein Teil des Lebens eines jeden Christen. Er warnt davor, wie gefährlich es sein kann, sich von zunächst kleinen Versuchungen ablenken zu lassen und führt aus, dass Jesus selbst Versuchungen ausgesetzt war. Hilfe und Trost findet Streeb in der biblischen Botschaft, dass sogar der beste Christ, Jesus, versucht wurde.

Abschließend behandelt Streeb das Ende des Bösen und erklärt, dass die Versuchungen letztlich die Beziehung zu Gott gefährden können. Er beschreibt die Strategie des Teufels als eine Kombination aus Versuchung und Anklage, wobei der Teufel den Menschen zuerst zu einer Sünde verleitet und dann verurteilt. Streeb betont die Notwendigkeit, Jesus nicht nur als Vorbild, sondern als Erlöser zu betrachten, da er die Kraft hat, jeder Versuchung zu widerstehen. Die Botschaft der Veranstaltung schließt mit dem Gedanken, dass, obwohl das Böse in der Welt existiert, Jesus die Kraft hat, uns durch unsere Kämpfe hindurch zu tragen und dass das Vertrauen auf sein Opfer am Kreuz uns die nötige Stärke gibt, um Versuchungen zu widerstehen und ein Leben im Glauben zu führen.

Das und mehr erzählt uns Lukas Streeb

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Transkript

Ein Mandant sitzt bei seinem Anwalt und wird von ihm befragt. Der Anwalt fragt ihn, also wie hat jetzt Herr Schulze reagiert, als sie ihm gesagt haben, dass er ihnen noch Geld schuldet? Daraufhin der Mandant, also er hat gesagt, ich soll mich zum Teufel scheren. Und was haben sie dann gemacht? Dann bin ich direkt zu ihnen gekommen. Der Teufel. Für viele von uns heute ist es nur die Pointe für einen Witz, eine Märchenfigur, eine Comicfigur. Die Bibel sieht es anders. Unser Text heute zeigt uns was anderes. In unserem Text geht es um das Böse, das übernatürliche Böse. Und die Botschaft der Bibel und unseres Textes ist, dieses übernatürliche Böses existiert, aber es ist auch bereits besiegt. Das wollen wir in drei Punkten heute sehen. Das Wesen des Bösen, der Weg des Bösen, das Ende des Bösen sind unsere drei Gedanken dazu. Zuallererst, was ist dieses Böse überhaupt? Am Beginn unseres Textes in den ersten zwei Versen lesen wir, Vom Heiligen Geist erfüllt ging Jesus vom Jordan weg. Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt, 40 Tage lang. Dabei wurde er vom Teufel auf die Probe gestellt. Unser Text setzt unmittelbar nach dem ersten öffentlichen Auftreten von Jesus in seinem Erwachsenenalter an, nämlich nach der Taufe durch Johannes. Und daraufhin führt ihn der Geist Gottes in die Wüste. Wir lesen in den Evangelien immer wieder, dass Jesus sich Zeiten der Stille und der Einsamkeit genommen hat, um die Verbindung zu seinem Vater zu suchen. Vielleicht war diese Wüstenzeit eine Zeit der Vorbereitung auf dieses öffentliche Wirken von ihm, das danach gefolgt ist. Und dort wird er vom Teufel versucht. Wir haben es in der Einleitung schon ein bisschen anklingen gehört. Ich weiß nicht, wie deine Reaktion war, als du spätestens bei der Textlesung erfahren hast, worum es hier heute geht, dass es um den Teufel geht. Und die Reaktion darauf, da gibt es vielleicht zwei Extrempositionen. Die meisten von euch waren wahrscheinlich irgendwo zwischendrin, aber es gibt zwei Extrempositionen als Reaktion darauf. Die eine Seite ist, klasse, ich hätte gern, dass mehr so Sachen in der Bibel stehen würden. Die andere Seite ist, es ist genau die Art von Geschichten, von denen ich gerne weniger in der Bibel hätte. Ich hätte gerne mehr davon in der Bibel oder weniger davon in der Bibel. Wenn du auf der einen Seite bist, hast du vielleicht gesagt, klasse, die übernatürliche Welt, das ist super. Das ist super wichtig für mich als Christ. Ich will da mehr drüber erfahren. Ist eigentlich ein bisschen schade, steht fast zu wenig in der Bibel drüber. So oft wird es ja gar nicht angesprochen, diese übernatürliche Realität. Und die andere Seite, und zu der gehörst du vielleicht ganz besonders, wenn du mit dem Glauben und dem christlichen Leben nicht so viel zu tun hast, Vielleicht heute sogar zum ersten Mal hier bist oder sagst, ich habe keine persönliche Beziehung zu Gott. War deine erste Reaktion vielleicht, wie bitte, was? Worüber reden wir heute? Der Teubel ist doch eine Comicfigur, ein Märchen. Es gibt ernsthaft noch Leute, die glauben, dass es den gibt. Also heute, ich meine Mittelalter, klar, aber heute? Wirklich? Und so ähnlich ist wahrscheinlich auch die Reaktion der meisten Menschen in unserem Umfeld, in unserer Gesellschaft, wenn es um den Teufel geht. Ist der Teufel nicht einfach nur eine Erfindung? Und wir haben einen Konsens in unserer Gesellschaft. Ja, das Böse existiert, aber es lässt sich erklären. Es lässt sich erklären durch Prägungen, durch Umstände, durch Genetik, durch Biografie, durch familiäre Umstände, was auch immer. Das ist nicht einfach da. Und zumindest im fiktiven Bereich haben wir auch eine Faszination für das Böse. Wenn du heute Abend nach Hause kommst, oder heute Nachmittag wahrscheinlich schon, und irgendwann den Fernseher einschaltest, irgendwo findest du einen Krimi. Irgendwo läuft immer ein Krimi. Eine aktuelle Trend sind True-Crime-Formate. Also Fernsehserien, Filme oder Podcasts drüber, über echte Verbrechen. Was hat echte Mörder, Serienmörder, was auch immer, Menschen zu ihren Schlüttaten getrieben. Woher kommt das? Das kann ja nicht einfach so passieren. Wir wollen eine Erklärung für das Böse. Das passiert ja nicht einfach so, oder? Aber fast gegenläufig zu diesem Gedankengang haben wir einen anderen Trend, ein anderes Genre, das sehr beliebt ist in unserer Gesellschaft und das ist Horror in der Literatur, in den Filmen. Und wenn man mal darüber nachdenkt, ist es eigentlich ein genau gegenläufiger Gedanke. Was wir hier am Bösen begegnen, das ist übernatürlich, das ist nicht natürlich. Das ist rätselhaft und das ist nicht erklärbar. Und man könnte jetzt einfach sagen, okay, das ist einfach die Lust am Gruseln, die dieses Ganze so populär macht. Aber vielleicht ist es auch eine Ahnung. Vielleicht ist es eine Ahnung von der Realität, die so ist. Dass es ein nicht rational erklärbares Böses gibt in unserer Welt. Und wenn sich das Horror-Genre so grob anschaut, haben wir dann ein Muster, das wir immer wieder finden. Wir haben das Böse von außen, das trifft auf das Böse im Inneren. Und daraus entsteht die Katastrophe, das Tief, das Schlimme. Frankenstein, eins der Begründer der Horrorliteratur vor 200 Jahren, ist genau dieses Muster. Da gibt es diese monströse Kreatur, aber das eigentliche Schlimme ist die Figur, nach der der Roman benannt ist. Der Wissenschaftler, der Gott spielen will. Der Mensch, der sich was anmaßt, was ihm nicht zusteht. Der das Böse von außen trifft auf das Böse von innen. Und so Märchen sind viele ähnlich gestrickt. Tänsel und Gretel, klar, da ist die Hexe, aber das Problem ist, dass die Eltern ihre Kinder im Wald aussetzen und da kommt erst im Zusammenspiel passiert es das Schlimme. Und dieses Muss, es zieht sich immer und immer wieder durch dieses Horror-Genre, durch unsere Märchen, unsere Sagen, unsere Legenden. Weil wir vielleicht im tiefsten Inneren wissen, ja, das ist was, das stimmt. Das ist wirklich so, das ist was, das passt zur Botschaft der Bibel. Es gibt das Böse, das übernatürliche Böse von außen und es gibt das Böse im Inneren, in unserem eigenen Herzen. Und die Katastrophe, das Dunkle, entsteht eigentlich in den allermeisten Fällen dadurch, dass das zusammentritt. Es gibt auch böse Dinge, die passieren, die haben eine Erklärung, aber ganz oft trifft das übernatürliche Böse auf das Böse in unserem Inneren. Ohne das Böse in unserem Herzen hätte das Böse, das übernatürliche Böse, keine Angriffsfläche. Deswegen widmet sich die Bibel auch diesem Thema des übernatürlichen Bösen gar nicht so oft, sondern setzt vielmehr den Fokus auf dem, was in unseren Herzen ist. Es gibt Böses in unserer Welt, das lässt sich nicht rational erklären. Vieles ist logischer erklärbar, aber manches nicht. Und viele Menschen in unserer Gesellschaft würden sagen, an den Teufel zu glauben vereinfacht unsere Welt doch. Das macht unsere Welt einfach. Ich kann einfach alles bei allem Bösen sagen, ja, das ist der Teufel. Das macht doch alles viel simpler und einfach. Aber das stimmt nicht. Was unsere Welt eigentlich vereinfacht, ist es an den Teufel nicht zu glauben. Weil die Bibel sagt nicht, dass es nicht Böses gibt, das erklärbar ist. Aber sie sagt, es gibt unterschiedliche Arten, wie Böses entstehen und passieren kann. Und der Unglaube an das übernatürliche Böse wird zu Problemen führen, wird dich blind machen für die eigentliche Realität. Ein Beispiel dafür haben wir den Memoiren von Francis Perkins. Habt ihr wahrscheinlich noch nie gehört diesen Namen. Das ist die erste Frau gewesen, die Ministerin in den USA gewesen ist. Und zwar unter diesem Mann hier, Franklin D. Roosevelt. Und die erzählt in ihren Memoiren von einer Begegnung, die sie 1944 mit Roosevelt hatte. Der hatte, also 1944 während des Zweiten Weltkriegs, und der hatte einige Bücher des dänischen Theologen und Philosophen Søren Kierkegaard gelesen. Und eines Tages in der Besprechung hat Roosevelt Wirsland nichts zu ihr gesagt, Francis, Sie müssen Kierkegaard lesen, wenn Sie die Nazis verstehen wollen. Ich konnte das nie verstehen. Ich konnte das nicht verstehen. Es sind kluge, gebildete, kultivierte Menschen, die hören Mozart, die lesen Goethe, die schicken ihre Kinder auf die gleichen Schulen wie wir. Wie kann es sein, dass sich solche Menschen wie Dämonen verhalten? Wie kann das sein? Ich konnte es nicht verstehen, bis ich Kierkegaard gelesen habe. Roosevelt redet hier über den Holocaust, den Massenmord am jüdischen Volk im Deutschland des Dritten Reiches. Und die Alliierten wussten davon, dass das passiert. Die hatten Beweise, die hatten Zeugen dafür Jahre vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Aber sie haben nichts dagegen unternommen oder nicht genug unternommen aus dem Grund, den wir hier bei Roosevelt sehen. Sie konnten sich das nicht vorstellen. In einer Weltsicht, wo nur das natürliche Böse existiert, wo alles Böse erklärbar ist, wo Menschen, die was Böses tun, schlimme Lebensumstände hatten oder irgendwie anders geprägt worden sind, wie passt es ins Bild, dass kluge, kultivierte, gesellschaftlich angesehene Menschen so etwas Bestialisches tun können. Roosevelt konnte es erst verstehen, als er eine biblische Perspektive, eine theologische Perspektive bekommen hat auf das, was Menschen antreibt. Wenn das Böse für dich ist, was man immer erklären kann, wirst du nicht die Realität ganz so sehen können, wie sie wirklich ist. Erst die biblische Perspektive schenkt Klarheit. Das Böse existiert außerhalb von uns und innerhalb von uns. Und wenn du das nicht sehen kannst, wirst bist du es, der die Realität vereinfacht. Und das Böse in deinem eigenen Herzen führt zu Versuchungen. Und was heißt es? Wie sieht es aus? Der zweite Gedanke, der Weg des Bösen. Was ist eigentlich Versuche? Wir hören das Wort oft in unserem Text, haben es in unserer Einleitung gehört. Ich benutze es oft. Was ist eigentlich Versuche? Tim Keller, ein amerikanischer Pastor, hat es mal so beschrieben. Versuchung ist eine Abfahrt von der Straße, auf der du nach Gottes Willen sein sollst. Versuchung ist eine Abfahrt von der Straße, auf der du nach Gottes Willen sein sollst. Das heißt, wenn du in Beziehung zu Gott lebst, dein Leben so leben willst, wie es ihm gefällt, wie es seinen Maßstäben entspricht, heißt versuchen, ist versuchen der Gedanke, ich könnte hier eigentlich kurz runter, ich könnte hier mal kurz abbiegen. Hier ist doch nur eine kleine Abbiegung, das ist doch easy, das fällt auch niemandem auf, das ist doch keine große Sache, oder? Und ihr kennt es vielleicht von Google Maps, wenn man manchmal von der vorgegebenen Route abweicht, ist es nicht immer so einfach, da wieder drauf zu kommen. Und dann kann es sein, ich gebe dieser Versuchung nach und ich kann meine Beziehung zu Gott nicht kaputt machen. Ich bin immer sein geliebtes Kind. Einmal Kind, immer Kind. Aber dann können diese anfangs kleinen Dinge große Auswirkungen haben, können große Konsequenzen haben, können Dinge für immer zerstören in meinem Leben. Meine Ehe, meine Familie, meine Karriere, meine Gemeinde. So viel kann kaputt gehen durch diese kleinen Abbiegungen, die ich nehmen will, diese Versuchung. Und der Weg wieder zurück auf Gottes Straße, Gottes Weg kann hart und steinig werden. Wir können aus unserem Text so viel über Versuchen lernen, dass ich nicht mal annähernd dem allen gerecht werden kann. Ich habe gehört, ihr habt um 15 Uhr heute noch einen Termin, zumindest manche von euch. Das würde ein bisschen knapp werden sonst. Ein paar Sachen versuche ich mir aber rauszukreifen. Vielleicht kennst du den Gedanken, du wirst versucht, du hast eine Versuchung. Dann hast du vielleicht in dir drin die Gedanken, wenn ich ein besserer Christ wäre, würde mir das aber nicht passieren. Ich müsste mehr beten, mehr Bibel lesen, mich mehr in der Gemeinde einbringen, eine bessere Beziehung zu Gott haben und dann würde mir das nicht passieren. Dann wäre mein Leben einfacher, da hätte ich weniger Versuche. Und dass das nicht stimmt, dass das eine Lüge ist, sehen wir daran, wer hier versucht. Wer wird hier versucht? Jesus. Die bestmögliche Person, die bestmöglichste Gottesbeziehung überhaupt. Es gibt keinen besseren Christen als den Christus und trotzdem wird der hier versucht. Das heißt, wenn sogar Jesus Versuchen erlebt, heißt es, zu deinem Leben als Christ wird es auch dazugehören. Die dunklen Täler, die Tiefs, die Versuchung, das wird zu deinem Leben als Christ dazugehören. Und ein Warnsignal für dein geistliches Leben ist nicht, wenn du Versuchungen in deinem Leben hast, ein Warnsignal für dein geistliches Leben ist es vielleicht eher, wenn du gar keine Versuchungen in deinem Leben hast. Wenn du sagst, ich habe eigentlich gar nichts, wo ich irgendwie in Versuchung komme, von meinem Weg abzuweichen, das ist vielleicht ein Indikator dafür, dass du gerade schon auf einem nicht mehr auf dem richtigen Weg unterwegs bist. Weil ehrlich gesagt ist dem Teufel egal, welche Route du fährst, solange es nicht Gottesroute ist. Wenn du hier heute sitzt und keine Beziehung zu Gott hast, ist Versuchung im biblischen Sinne kein Thema für dich. Du bist ja noch gar nicht losgefahren. Wie sollst du da auf der falschen Straße unterwegs sein? Das kann heißen, dass du gleichgültig geworden bist. Dass du gleichgültig geworden bist in deiner Jesusbeziehung gegenüber dem, was Gott will. Dass du einfach nur noch irgendwie fährst, aber nicht mehr auf der Straße, die Gott für dich vorbereitet hat. Das ist das, was Gottes Herzschlag ist. Dass Menschen ihn kennenlernen, ihn besser kennenlernen, dass du in deinem Verständnis zu ihm wächst, dass das dir egal geworden ist. Dass du einfach nur noch im Leerlauf unterwegs bist. Aber was ist der Kern der Versuchung? Was steckt hinter Versuchung eigentlich? Und ich habe euch hier nochmal die drei Versuchungen mitgebracht. Ich lese auch nochmal. Was sind die drei Versuchungen? Vers 3. Da sagt der Teufel zu ihm, du bist doch der Sohn Gottes. Da kannst du diesem Stein hier befehlen, dass er zu Brot wird. Vers 6. Dabei sagt der Teufel zu Jesus, ich will dir dir Macht geben über all diese Reichen ihrer ganzen Herrlichkeit. Denn Gott hat sie mir übertragen und ich gebe sie, wem ich will. In Klammern, wir wissen aus der Bibel, der Teufel hat definitiv nicht die Macht über alles. Das ist, naja, er sagt nicht immer die Wahrheit. Das überrascht euch vielleicht, aber genau. Das ist hier eine teuflische Übertreibung, die wir hier vor uns haben. Aber trotzdem ist es das zweite Versprechen, die zweite Versuchung. Und das dritte Vers 9. Da brachte der Teufel Jesus nach Jerusalem. Er stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels und sagte zu ihm, wenn du der Sohn Gottes bist, spring von hier herunter. Wenn wir das Wort Versuchung hören, ich weiß nicht, was euch da als erstes in Sinn kommt, es sind in der Regel schlechte Dinge. Also wahrscheinlich irgendwas mit Sex, Fremdgehen oder sowas, vielleicht Drogen nehmen oder Schmiergeld angehen, irgendwie schlechte, schlimme Dinge. Aber womit versucht der Teufel hier Jesus? Also mit Brot. Ist Brot was Schlechtes? Ich hoffe nicht, sonst hätten viele von euch den Tag vielleicht schon ganz falsch angefangen. Mit Macht. Klar, man könnte sagen, für einen Menschen ist es schon ganz schön größenwahnsinnig, die Macht, um die ganze Welt zu wollen. Jesus, der Sohn Gottes, das ist sein Geburtsrecht. Macht, um die ganze Welt, das ist für ihn nichts Schlechtes. Oder Sicherheit, als er sich vom Tempel herabstürzen soll. Ist Sicherheit etwas Schlechtes? Eigentlich nicht. Das heißt, dass Versuchungen nicht unbedingt nur mit schlechten Dingen zu tun haben. Und dass vielleicht die größten Versuchungen in deinem Leben nicht von schlechten Dingen kommen, sondern von guten Dingen. Guten Dingen, die nicht an sich das Problem sind. Sex an sich zum Beispiel ist ja auch ein gutes Geschenk von Gott. Das Problem an all diesen Dingen ist der Platz in deinem Leben. Die Verführung und die Versuchung ist, gute Dinge in deinem Leben zu nehmen, und sie zu den besten Dingen in deinem Leben zu machen, zu den höchsten Dingen. Zu den Dingen in deinem Leben, von denen du dir deinen Frieden versprichst, dein Glück versprichst, deinen Sinn, Erfüllung, was auch immer. Das ist wahrscheinlich die viel, viel größere Versuchung in deinem Leben. Und die viel typischere, weil du merkst es, wenn du versucht bist, fremd zu gehen oder zu viel zu trinken oder Schmiergeld anzunehmen. Keine Ahnung. Das merkst du. Das wird dich jetzt nicht überraschen, dass du ein Drogenproblem hast, wenn du drogensüchtig bist. Aber die falschen Dinge an die erste Stelle zu setzen, das wirst du wahrscheinlich gar nicht merken. Und die falsche Stelle ist die Stelle über Gott, den ersten Platz in deinem Leben. Die Bibel hat ein Wort dafür, ein altmodisches Wort, aber ein Wort, das es trotzdem treffend ist, Götze. Götze ist alles, was in deinem Leben über Gott steht oder den ersten Platz in deinem Leben streitig macht. Und es kann alles Mögliche sein. In unserem Text zum Beispiel, Essen ist eine gute Sache. Aber wenn der Wille von Gott für Jesus gerade ist, dass er fastet. Dann, und Jesus sagt, ja, okay, jetzt hole ich mir aber doch ein paar Brötchen, stellt er damit seinen Wunsch nach Essen über Gottes Willen. Stellt er seinen Wunsch nach Essen über Gott und macht diese Sache damit zu etwas Wichtigerem als Gott. Und jeder Mensch braucht was am ersten Platz in seinem Leben. Egal, ob er Christ ist oder nicht. Wenn du kein Christ bist, ist irgendwas anderes am ersten Platz in deinem Leben. Irgendwas ist die wichtigste Sache in deinem ganzen Leben. Das, was dein Leben am Laufen hält. Es ist entweder Gott oder was anderes. Und die automatische Tendenz, wenn du nicht gegensteuerst, ist ziemlich sicher, dass irgendwas anderes den ersten Platz in deinem Leben einnehmen wird. Irgendwas Wichtiges, irgendwas Großes, was dein Leben prägt und bestimmt. Deine Familie, dein Partner, deine Karriere, kann sogar die Gemeinde sein, kann ein Hobby sein, es kann alles Mögliche sein. Dein materieller Wohlstand. Und es ist ein Problem für dein Leben, weil es wird dich enttäuschen. Keine Sache auf dieser Welt ist nicht davor gefeiert, dir genommen zu werden, kaputt gemacht zu werden oder bedroht zu werden. Das sind die Dinge, die dich nachts wachliegen lassen, wenn diese Dinge, auf die dein ganzes Leben gegründet ist, in Gefahr sind. Und was tust du jetzt dagegen? Wie kannst du jetzt damit umgehen, mit diesen Versuchen von den schlechten Dingen, mit den Versuchen von den guten Dingen in deinem Leben? Was kannst du jetzt dagegen tun? Unser dritter Gedanke. Das Ende des Bösen. Du kannst jetzt heute hier rausgehen, nach dem Gottesdienst zu sagen, okay, ich habe es verstanden. Ich kriege das hin. Ich mache es so wie Jesus. Der hat hier so coole Bibelzitate. Ich lerne einfach mehr Bibel auswendig. Ich kriege das hin. Ich zeige es dem Teufel. Ich kriege das. Das wird richtig gut. Und naja, sag mal, du versuchst es und du gibst dein Bestes und ich strenge mich richtig an. Ich sage Nein zu jeder Versuchung. Ich pegel alles in meinem Leben runter, dass Gott an höchster Stelle ist. Und klar, du wirst dich schaffen, ein perfektes Leben zu leben. Das schafft kein Mensch. Aber so mit zusammengegriffenen Augen schaffst du vielleicht ein Leben, wo im Großen und Ganzen alles ganz in Ordnung läuft. Eine Zeit lang. Aber irgendwann wirst du versagen. Irgendwann wirst du einen Fehler machen, wirst du straucheln, wirst du fallen. Und dann hast du versagt. Und das ist der Punkt, da kommen wir zum zweiten Teil der Strategie des Teufels. Thomas Brooks, ein Puritaner, also ein amerikanischer Prediger aus dem 17. Jahrhundert, hat mal gesagt, die Strategie des Teufels, das sind zwei Dinge. Das ist wie so eine teuflische Schlagkombo, links-rechts. Zuerst kommt die Versuchung. Und die Versuchung ist, sehen wir auch in unserem Text, komm, das ist doch keine so große Sache, jetzt mach das doch einfach. Das interessiert doch niemand. Und ganz ehrlich, Gott vergibt doch eh alles. Also komm, mach das doch einfach. Du willst doch wirklich jetzt. Ist doch nichts Großes. Mach das einfach. Das würde gut tun. Und am Ende sind da alle happy mit. Und dann gibst du der Versuchung nach. Und dann kommt der rechte Haken. Dann kommt die Anklage. Dann kommt das, wie konntest du das nur tun? Du bist so ein Versager. Gott will nichts mehr mit dir zu tun haben. Das kann Gott dir niemals vergeben. Das war die schlimmste Sache der Welt, die du da getan hast. Gott ist durch mit dir. Das ist diese Mischung aus Versuchung und Anklage. Auf dem Weg rein in die Versuchung ist das, was du gerade im Begriff bist zu tun, eine absolute Kleinigkeit auf dem Weg raus, die schlimmste Sache der Welt. Und das wird dich zerstören. Diese Angriffsstrategie wird dich kaputt machen, wird dich zu Boden schicken. Wenn du Jesus nur als dein Vorbild siehst, siehst auch wieder ein Gedanke von Tim Keller, dann wird das nicht reichen, um dein Leben zu leben. Das wird dich kaputt machen. Du brauchst einen Jesus, der nicht nur dein Vorbild ist, sondern der auch dein Erlöser ist. Jesus will dein Erlöser sein. Er will nicht nur dein Vorbild sein. Weil der Teufel versucht hier nicht, Jesus als moralisches Vorbild zu zerstören. Hätte er das machen wollen, hätte es auch einfachere Wege gegeben. Er hat gesagt, Jesus, komm, wir betrinken uns ein bisschen, ziehen im Rotlichtviertel um die Häuser. Da wird schon irgendwas passieren, was sich als moralisches Vorbild untauglich macht. Das ist nicht das, was er hier probiert. Er will Jesus als Erlöser zerstören. Er will Jesus als den gehorsamen Sohn, der ans Kreuz geht, kaputt machen. Er will seine Beziehung zu Gott zerstören. Er will Jesus als Erlöser aus dem Rennen nehmen. Weil Jesus ist in der Lage, versuchen zu widerstehen. Du bist es nicht. Jesus als einziger in der Lage Versuchung zu widerstehen. Aber Jesus ist jemand, der hat Versuchung nicht nur widerstanden, er hat ihn für dich widerstanden. Und das verändert alles. Das verändert dein Leben, das verändert dein Herz. Das Böse, das Böse von außen, das braucht Böses in dir. Das braucht Angriffspunkte in dir. Diese Lügen in dir, die Lügen, die du dir selbst erzählst, die in deinem Herzen Platz haben. Und die rauskommen unter Druck, in Handlung. Wir sehen hier, auf Jesus wird Druck ausgeübt. Was kommt raus? Wie ein Schwamm, das Wort Gottes, der ist so voll gesaugt mit Gott und mit Gottes Wort. Das ist das Einzige, was da rauskommt. Bei uns kommen andere Dinge raus, wenn wir unter Druck stehen, in ganz vielen Fällen. Das heißt, saug dich auch voll. Saug dich voll mit dem, was Jesus für dich getan hat. Das ist das, was rauskommt, wenn du unter Druck stehst. Der Blick auf sein Evangelium, der Blick aufs Kreuz. Der Blick aufs Kreuz reicht aus, um die Lügen zu töten. Die Lügen, die hinter den Versuchungen stehen. Wenn Jesus für dich gestorben ist, ans Kreuz gegangen ist, sein Leben gegeben hat für dich, dann reicht es, um jede dieser Lügen zu töten. Die Lüge der Versuchung, die sagt, es ist doch nur eine Kleinigkeit, was du hier machst. Wie kann irgendwas, für das Jesus am Kreuz gestorben ist, eine Kleinigkeit sein? Es ist tödlicher Ernst, was auch immer deine Versuchung ist in deinem Leben. Die Lüge der Anklage, die sagt, Gott will jetzt nach dieser einen Sache nichts mehr mit dir zu tun haben. Wie kann Jesus, der in der dunkelsten, tiefsten Stunde der Menschheit überhaupt am Kreuz für dich eingestanden ist, nur für dich gestorben ist, wie kann der jemals sagen, nee, das war jetzt zu viel, es wird niemals passieren. Und die Lüge, die hinter jeden Götzen steckt, die Lüge, dass irgendwas es geben könnte, das den ersten Platz in deinem Leben mehr verdient hätte als Gott. Wie kann irgendwas den ersten Platz in deinem Leben mehr verdienen als die Person, die diese unglaubliche Aufopfernde, alleskostende Liebe am Kreuz bewiesen hat? Niemand kann diesen ersten Platz mehr verdienen als Jesus. Füll dein Herz mit dem Evangelium und es wird verändern, wie du auf Versuchen reagierst, weil der Christus in dir ist und du damit anders umgehst. Nicht aus deiner Kraft, sondern aus der Kraft dessen, der allen Versuchen widerstehen kann. Ja, das Böse ist da in dieser Welt, innerhalb und außerhalb von uns. Und Versuchen sind da und die werden passieren. Und du wirst alleine vom Weg abkommen. Aber Jesus, wenn Jesus nicht nur dein Vorbild ist, sondern auch dein Erlöser, dann wird es alles verändern. Er hat allen Versuchen widerstanden, damit nichts auf dieser Welt nicht mehr aus Gottes Umarmung reißen kann. Jetzt und für alle Ewigkeit. Amen. Ich bete noch. Jesus, ich danke dir. Ich danke dir, dass du unser Retter bist, unser Heiland, dass es dem Bösen dieser Welt gibt, dass wir dem nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern dass wir wissen, du kämpfst für uns und du hast jeden Kampf, der wichtig ist, schon gekämpft für uns. Wir können uns einfach darauf verlassen, auf das, was du getan hast für uns und dürfen deine Kraft erleben in unseren Versuchungen. Du siehst das Herz jeden Einzelnen hier. Du siehst jede Versuchung, mit der er oder sie gerade zu kämpfen und ich bitte dich um einen neuen Blick auf dein Kreuz, dein Evangelium, dass die Macht von dem, was du getan hast, neu sichtbar wird in der Versuchung, die jeder Einzelne hier gerade erlebt. Danke, dass du für uns alles gegeben hast, damit wir nichts mehr geben müssen und wissen, dass alles für uns schon getan ist. Amen.