F4 Schwaigern

F4 Schwaigern

Lena Küpper - Der zügellose Held | Simson (Folge 2 von 4)

Lena Küpper verbindet ihren Missionsbericht aus Sambia mit Richter 14 und zeigt an Simson, wie Eigenwilligkeit, übergangene Warnungen und Gewalt zu Konflikten führen. Sie betont Rat, Gemeinschaft und Vertrauen auf Gott sowie Gottes schützende Gebote.

30.09.2026 30 min

Video zur Episode

;

Zusammenfassung & Show Notes

Der zügellose Held I Simson (Folge 2 von 4)
 

In dieser Predigt verbindet Lena Küpper ihren Missionsbericht aus Sambia mit der Geschichte Simsons aus Richter 14. Sie führt in den Abschnitt ein und erklärt, dass Simson als letzter Richter Israels trotz seiner Begabung und Kraft immer wieder durch Fehlentscheidungen auffällt.
Zunächst geht es um Simsons Wunsch, eine Frau aus Timna zu heiraten. Obwohl seine Eltern Bedenken äußern und auf Gottes Gebot verweisen, das Heiraten mit fremden Völkern untersagt, setzt Simson seinen Willen durch. Lena Küpper betont, wie leicht Menschen Gottes Stimme und den Rat anderer übergehen können, wenn sie bereits festgelegt sind.
Daran anschließend berichtet sie von ihrer eigenen Entscheidung, nach Sambia zu gehen. Sie beschreibt Zweifel und Unsicherheit, suchte aber bewusst Rat bei Familie und Bekannten. Diese Rückmeldungen stärkten sie in ihrer Entscheidung und halfen ihr, ihren Dienst anzunehmen.
Im nächsten Teil der Predigt geht es um Simsons Begegnung mit einem Löwen, den er mit Gottes Hilfe tötet. Später nimmt er Honig aus dem Kadaver und erzählt seinen Eltern nichts davon. Lena Küpper sieht darin ein Beispiel für Handeln im Alleingang, Verschweigen und Missachtung von Reinheitsgeboten.
Dann beschreibt sie die unglückliche Hochzeit mit dem Rätsel, das Simson den Philistern aufgibt. Durch Druck auf seine Frau wird die Lösung verraten, Simson reagiert mit Zorn und Gewalt, und die Ehe endet im Streit. Lena Küpper deutet diesen Abschnitt als Hinweis auf Simsons Impulsivität und fehlende Liebe im Umgang mit anderen.
Zum Schluss zieht sie drei Lehren: Gottes Gebote sollen schützen, nicht einengen; Gemeinschaft und Beratung sind wichtig; und Gott gebraucht Menschen trotz ihrer Schwächen. Sie schließt mit der Ermutigung, sich von Gott gebrauchen zu lassen, auch wenn man eigene Grenzen sieht.

Das und mehr erzählt uns Lena Küpper

Ist die Folge nicht schnell genug online, oder möchtest du gerne mal das Gesamtprogramm live erleben? Dann komm doch gerne direkt ins F4:

Liebenzeller Gemeinschaft und EC-Jugendarbeit Schwaigern e. V.
Falltorstr. 4
74193 Schwaigern

Du hast Fragen oder möchtest weitere Informationen, dann melde dich!

Gemeinschaftspastor Mark Bühner
Tel. 07138 236 9645
Mobil: 0157 3723 4570
mark.buehner@lgv.org

Jugendpastor Johannes „John“ Götz
Tel. 07138 8145234
Mobil: 015115579068
johannes.goetz@lgv.org

Vorsitzende Sonja Bay
Mobil: 0174/9665002
sonja.bay@lgv-schwaigern.de

Oder informiere die auf unserer Homepage:
https://www.lgv-schwaigern.de

Weitere Fragen, Anregungen oder Ideen gerne an:
podcast@lgv-schwaigern.de

Willst du unsere Arbeit unterstützen, dann kannst du hier spenden:
Spenden (lgv.org)

Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team

Weitere Links:

YouTube: F4 Schwaigern - YouTube
Website: Schwaigern
Facebook: (19) Facebook
Instagram EC: Instagram
Linktree EC: Linktree
Veranstaltungsübersicht: Kalenderübersicht

Transkript

Ja, ich möchte euch auch nochmal herzlich begrüßen zu diesem Gottesdienst. Für mich und Flo, wie gesagt, ist es das erste Mal, dass wir hier sind. Und ich freue mich sehr, dass ich heute mit euch teilen darf, was ich in Sambia erlebt habe, aber auch weitergehen darf mit euch zusammen in der Reihe Simson. Ich will ehrlich sein, die Aufgabe, den Missionsbericht mit Simson zu integrieren, war gar nicht so einfach. Und ich hoffe, ihr lasst euch da mit mir darauf ein, vom Alten Testament immer mal wieder nach Sambia zu reisen. Ja, letzte Woche habt ihr die Reihe angefangen und heute möchten wir weitergehen im Kapitel 14 im Buch der Richter. Und ich habe es in drei Abschnitte aufgeteilt und wir wollen einfach mal schauen, was wir aus dieser Geschichte mitnehmen können und lernen können. Ja, wie es der Titel sagt, es geht um Simson. Ihr habt davon letzte Woche schon gehört. Ich weiß nicht, was euch vielleicht auch hängen geblieben ist, was ihr von Simson schon wisst. Simson war der letzte Richter aus der Reihe im Buch der Prediger. Und ich habe bei Marc in den Notizen geschaut und er hat geschrieben, Simson, der traurige Tiefpunkt dieser Abwärtsspirale. Eigentlich war Simson ein Wunderkind. Die Hoffnung, auf die die Israeliten gesetzt haben, auch seine Eltern, sie haben auf dieses Kind gewartet. Und dieses Kind sollte die Israeliten befreien. Sie waren unterdrückt durch die Philister. Und Simson wächst heran. Alle hoffen auf ihn. Doch er wird zu einer großen Enttäuschung. Für seine Eltern und er enttäuscht auch Gott. Er bringt Unehre und missachtet Gottes Gebote. Trotzdem steht diese Geschichte in der Bibel. Trotzdem wollen wir uns diese Geschichte anschauen. Ich finde, es ist trotzdem eine bemerkenswerte Geschichte. Denn Gott hat Simpson mit einer außergewöhnlichen Kraft ausgestattet und ihn begabt. Und Gott gebraucht ihn mit seinen Schwächen. Und er lässt Simson nicht los. Er sagt nicht, Simson, der schafft es nicht, der ist nicht zu gebrauchen, sondern Gott hält an ihm fest. Und deshalb lohnt es sich, einmal in diese Geschichte einzusteigen und einfach zu schauen, was können wir aus dieser Geschichte mitnehmen. Ich möchte anfangen, die Geschichte vorzulesen. Wir steigen ein in Richter 14, Vers 1 bis 4. Simson ging hinab nach Timna und sah eine Frau in Timna unter den Töchtern der Philister. Und als er heraufkam, sagte er seinem Vater und seiner Mutter und sprach, Ich habe eine Frau gesehen, in Timna unter den Töchtern der Philister. Nehmt mir nun diese zur Frau. Sein Vater und seine Mutter sprachen zu ihm, Ist denn nun keine Frau unter den Töchtern deiner Brüder und in deinem ganzen Volk, dass du hingehst und willst eine Frau nehmen von den Philistern, die unbeschnitten sind? Simson sprach zu seinem Vater, nimm mir diese, denn sie gefällt meinen Augen. Aber sein Vater und seine Mutter wussten nicht, dass es vom Herrn kam, denn er suchte einen Anlass gegen die Philister. Die Philister aber herrschten zu der Zeit über Israel. Ja, in diesen Zeilen lesen wir deutlich, wie groß Simsons Verlangen nach dieser Frau war. Er hat alle Bedenken seiner Eltern in den Wind geschlagen. Er ist blind für alles um sich herum und hat nur eins im Kopf. Diese Frau. Er hat zwei wichtige Dinge nicht beachtet. Erstens, eigentlich war es zu der Zeit üblich, dass die Eltern die Braut für den Sohn aussuchten. Simson war das anscheinend egal. Und zweitens galt ganz klar Gottes Gebot, der, das steht in 5. Mose 7, Vers 2-4. Gott sagt, sie sollten sich nicht mit heidnischen Völkern vermischen. Du sollst keinen Bund mit ihnen schließen und keine Gnade gegen sie üben, und sollst dich mit ihnen nicht verschwägern, eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen, und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne. Denn sie werden eure Söhne mir abtrünnig machen, dass sie anderen Göttern dienen, so wird dann das Herrn Zorn entbrennen über euch und euch bald vertilgen. Eigentlich ziemlich klar. Und ganz bestimmt hat Simson das auch gewusst. Aber er wollte es schlichtweg nicht beachten. Er wollte sich nicht reinreden lassen. Nicht von seinen Eltern und schon gar nicht von Gott. Von niemanden. Also hat er seine Entscheidung getroffen. Nimm mir diese, denn sie gefällt meinen Augen. Das war sein Satz an seine Eltern. Klingt für mich irgendwie ein bisschen kindisch, aber scheinbar war es Gottes Plan. Zumindest hat Gott es zugelassen, dass es soweit kommt. Und es hat wirklich zu Gottes Plan gehört, die Israeliten von den Philistern zu befreien. Gott hat diese Situation oder Simpsons Schwäche für Frauen klar gebraucht. Ja, nach diesem Abschnitt habe ich mich gefragt, kann es sein, dass ich vielleicht auch manchmal Gottes Stimme ausblende oder auch den Rat von anderen Menschen, weil ich sie nicht hören will, weil ich fest davon überzeugt bin, dass ich es besser weiß, dass ich nicht bereit bin, Gott alles zu geben, weil ich vielleicht damit rechnen muss, dass Gott etwas von mir verlangen könnte, von dem ich nicht so begeistert bin. Durch Simpsons Geschichte ist mir klar geworden, was passieren kann, wenn ich alles um mich herum ausblende und starrsinnig nur mein Ziel verfolge. Ich kann mich für den falschen Weg entscheiden. Und bei Simson hat diese Entscheidung folgenschwere Konsequenzen für alle Beteiligten gehabt. Das werden wir später noch sehen. Mich hat diese Anfangsgeschichte oder diese Verse davon überzeugt, dass Gott auch durch andere Menschen in unser Leben sprechen kann und dass wir ihnen wirklich auch Gehör schenken sollen. Vor allem, wenn es so wichtige Entscheidungen, lebensverändernde Entscheidungen sind, wie zum Beispiel die Partnerwahl. Es ist gut, dass wir es zulassen, dass uns nahestehende Personen ins Leben sprechen können, unsere Eltern, Großeltern, Freunde, und dass wir offen bleiben für die Vorschläge von anderen, an die wir vielleicht selber noch gar nicht gedacht haben. Es ist wichtig, dass wir uns korrigieren lassen und dass wir konkret fragen, was denkst du eigentlich zu dieser Entscheidung? Wo siehst du mich? An dieser Stelle möchte ich nun den ersten Bogen schlagen zu meinem Missionseinsatz in Sambia. Für mich war es eine lebensverändernde Entscheidung, nach Sambia zu gehen, eine große Entscheidung. Ich hatte Zweifel, ob es die richtige Wahl ist oder ob ich vielleicht etwas überstürzt handele. Ich sollte direkt nach meinem Studiumsabschluss in den Reisedienst und vier Monate später dann nach Sambia ausreisen. Und auch beim Wort Reisedienst kamen mir noch mehr Zweifel. Kann ich das vor vielen Leuten sprechen und dann auch noch um Geld bitten? Aber innerlich habe ich gewusst, dass Gott es von mir will, dass es dran ist, jetzt nach Sambia zu gehen. Aber trotzdem war es mir auch wichtig, andere Leute bei dieser Entscheidung mir reinreden zu lassen und zu fragen, denkt ihr, das passt? Und zu meiner Überraschung waren echt viele davon begeistert. Und meine Tante, den Satz habe ich immer noch im Kopf, hat mich mit den Worten ermutigt, wer sonst würde denn gehen, wenn nicht du? Und ja, mit all diesen Zusprüchen von Freunden und Bekannten von der Familie, wurde ich mir dann auch immer sicherer, ja, es ist dran, ich soll gehen. Und das hat mir damals wirklich sehr geholfen. Und ich bin auch wirklich jetzt überzeugt, dass es Gottes Wille war. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht nach Samia gegangen wäre. Wäre ich wahrscheinlich noch nicht verheiratet. Ja, zurück zu Simson. Ich hoffe, ihr könnt mir folgen, wenn wir die ganze Zeit hin und her springen. Wir wollen in der Geschichte weitergehen und nachschauen, wie es für Simson weiterging. Seine Entscheidung stand fest. Er hat sich für die Philisterfrau entschieden. Und ich möchte die Verse 5 bis 9 lesen. So ging Simson hinab mit seinem Vater und seiner Mutter nach Timna. Und als sie kamen an die Weinberge von Timna, siehe, da kam ein junger Löwe brüllend ihm entgegen. Und der Geist des Herrn geriet über ihn, und er zerriss ihn, wie man ein Böcklein zerreißt, und hatte doch gar nichts in seiner Hand. Er sagte aber seinem Vater und seiner Mutter nicht, was er getan hatte. Als er nun hinkam, redete er mit der Frau und Simson hatte Gefallen an ihr. Und nach einigen Tagen kam er wieder, um sie zu holen und bog vom Wege ab, um nach dem Ars des Löwen zu sehen. Siehe, da war ein Bienenschwarm in dem Leibe des Löwen und Honig. Und er nahm davon in seine Hände und aß im Gehen und kam zu seinem Vater und zu seiner Mutter und gab ihnen, dass sie auch asen. Er sagte ihnen aber nicht, dass er den Honig aus dem Leibe des Löwen genommen hatte. Ehrlich gesagt bin ich sehr beeindruckt von dieser Löwenbegegnung. Als ich das erste Mal einen Löwen vor mir gesehen habe, in freier Wildbahn, circa fünf Meter von mir entfernt, hatte ich wirklich richtig Angst. Ich habe mich nicht mehr getraut, mein Handy rauszunehmen und ein Bild zu machen. Ich habe mich nicht getraut, wirklich dahin zu schauen, weil ich immer Angst hatte, der Löwe könnte sofort mir entgegenspringen. Und der Löwe hat mich nicht angebrüllt, so wie in der Geschichte von Simson. Aber beim zweiten und dritten Mal, als ich dann nochmal einen Löwen gesehen habe, wurde die Angst schon kleiner. Ich konnte dann irgendwann auch mal ein Foto machen. Ich denke, dass Simpsons Leichtsinn, ganz allein vom Weg abzugehen, nicht mehr bei den Eltern zu bleiben, ihn erst in diese gefährliche Lage gebracht hat. Das war der erste Fehler, den Simson getan hat. Anstatt weiter mit seinen Eltern zu laufen, hat er sich für einen Alleingang entschieden und ist vom Weg abgekommen. Und plötzlich stand da dieser Löwe vor ihm. Andere wären aus dieser Situation wahrscheinlich nicht lebend herausgekommen. Aber dank Simpsons Kraft, die ihm Gott in diesem Moment geschenkt hat, konnte er dem Löwen zuvorkommen. Jedoch war das wieder ein Fehler, laut den jüdischen Gesetzen. In 3. Mose 11, 27-28 steht Und alles, was auf Tatzen geht, unter den Tieren, die auf vier Füßen gehen, soll euch unrein sein. Wer ihr Aas anrührt, wird unrein bis zum Abend. Und wer ihr Aas trägt, soll seine Kleider waschen und unrein sein bis zum Abend, denn sie sind euch unrein. Und indem dann Simson wiederholt zu dem Kadaver des Löwen ging und den Honig gegessen hat und auch noch seinen Eltern davon gegeben hat, hat er sich selbst, und seine Eltern unrein gemacht. Und dazu kommt, dass seine Eltern auch gar nichts davon gewusst haben. Er hat sich überhaupt nichts aus Gottes Geboten gemacht. Es war ihm total egal. Wieder einmal. Warum er genau von dem Löwen nichts verraten wollte, wird nicht so deutlich. Vielleicht hat er eine Warnung von seinen Eltern bekommen, nicht vom Weg abzugehen, und garantiert hätten sie auch den Honigfund nicht gut geheißen. Vielleicht wollte er einfach keine Nörgelei oder Schwierigkeiten bekommen, Weil ihm bewusst war, dass er falsch handelt. Ganz nach dem Motto, wenn niemand davon weiß, kann sich niemand beschweren und ich muss auch nichts erklären. Die bequeme Variante. Wie ich schon erwähnt habe, ich bin noch nicht lange verheiratet, aber leider kann ich auch in diesem Fall ein Beispiel nennen. Auf unserer Hochzeitsreise in Asien habe ich meine Sonnenbrille vergessen. Ich weiß nicht, irgendwo. Und ich wollte Flo nichts sagen, weil ich dachte, vielleicht ist er dann enttäuscht von mir, dass ich nicht auf meine Sachen aufpassen kann. Also wollte ich eine heimlich kaufen und zwar so, dass es Flo nicht auffällt. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich dann also eine ähnliche gekauft, die ungefähr gleich aussah. Aber dann abends kam das schlechte Gewissen und ich habe es ihm gesagt. Es war ja auch unser Geld, was ich dafür ausgegeben habe. Jedenfalls sehe ich da gewisse Parallelen zu Simpsons Handeln. Ich habe auch im Alleingang gehandelt. Und das ist in den seltensten Fällen gut. Denn es schleichen sich Lügen ein. Und das wiederum führt zu Vertrauensbruch. Vielleicht fällt dir auch eine Geschichte ein, bei der du im Alleingang gehandelt hast. Aber ich will dich ermutigen, gehe nicht allein durchs Leben. Versuche nicht, deine Schwächen zu vertuschen, auch wenn es Überwindung kostet. Ich möchte dich ermutigen, ganz offen zu leben gegenüber anderen. Und lass deine Schwächen zu und ergänze dich mit anderen. Denn im Team kommt man nicht so schnell vom Weg ab. Vielleicht ist dir das afrikanische Sprichwort bekannt. Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn du weit gehen willst, geh gemeinsam. Auch hier möchte ich wieder einen Bogen zu Sambia schlagen. Keine Angst, ich werde jetzt nicht von meinen Safaris und Löwenbegegnungen erzählen. Ich möchte eher davon erzählen, wie gut es war, dass ich nicht alleine war in dem Projekt, wo ich gearbeitet habe. Meine Aufgabe in Sambia war, ein soziales Projekt in einer Gemeinde zu starten. Und dafür war es ein Riesengeschenk, dass ich ein Team hatte, mit dem ich die nächsten Schritte planen konnte. Ich musste nicht im Alleingang handeln. Ich habe Tür an Tür mit Familie Müller gewohnt und konnte ein- und ausgehen, wann ich es wollte und wann ich es brauchte, um über Herausforderungen in der Kultur zu reden oder meine nächsten Schritte im Projekt zu planen. Ich konnte Fehler vermeiden, dadurch, dass ich im Austausch mit Familie Müller war. Wir konnten gemeinsam Lösungen finden und wir konnten ein Projekt starten, aber nur, weil wir zusammen ein gutes Team waren und ich nicht alleine. Manchmal war es auch herausfordernd. Manchmal haben unsere Ideen nicht zusammengepasst. Manchmal kamen Kritik und Zweifel und es brauchte gegenseitiges Vertrauen. Vielleicht ist das eher die unbequeme Variante. Man muss sich schwach zeigen manchmal und man muss sich öffnen gegenüber den anderen. Vielleicht wäre es besser gegangen, schneller gegangen im Alleingang. Aber vielleicht wäre da nicht dieses Projekt entstanden. Nicht so gut und nicht so nachhaltig. Ja, an dieser Stelle möchte ich euch dieses Projekt einmal vorstellen, was da entstanden ist in der Gemeinde. In den letzten zwei Jahren durfte ich da in dieser Gemeindegründung mitarbeiten. Und diese Gemeinde ist vor allem für die junge Generation gegründet worden, da viele junge Leute in die Stadt ziehen und, nach einem Job suchen oder einen Studienplatz anfangen und sich aber gar nicht mehr in den traditionellen Gemeinden wohlfühlen. In Sambia gibt es ca. 70 andere Sprachen und es wird dann in vielen Gemeinden auch immer übersetzt, sodass der Gottesdienst dann bis Sonntag um 6 Uhr oder so dauert. Aber das ist nicht mehr so attraktiv für die junge Generation und so wurde diese Gemeinde gegründet, eine englischsprachige Gemeinde mit Fokus auf Kinder- und Jugendarbeit. Und in dieser Gemeinde sollte eben ein soziales Projekt entstehen und dafür bin ich dann nach Lusaka gekommen, in die Hauptstadt Sambias. Und wir wollten Gottes Liebe in der Nachbarschaft praktisch werden lassen. Und so, nach ein paar Monaten mit Sprache und Orientierung im Land, ist dann ein Projekt entstanden, eine kleine Bibliothek. Die Gemeinde hat ihre Türen geöffnet unter der Woche und die Kinder, die sind gekommen und konnten sich Bücher, Lernhefte und Spiele ausleihen und sie dann vor Ort lesen und ihre Hausaufgaben machen oder auch für Prüfungen lernen. Das Problem in Sambia ist, dass viele Schüler keine eigenen Schulmaterialien haben und. Die Schulen sind schlecht ausgestattet oder auch die Lehrer sind schlecht ausgebildet. Und meistens können die Eltern den Kindern auch gar nicht helfen, weil sie selber keine Schulbildung haben oder auch nicht lesen können. Und Spielzeug besitzen auch die wenigsten Kinder. Teil des Programmes war es auch, dass wir einen geistlichen Input gegeben haben durch eine Vorlesegeschichte oder einen christlichen Kinderfilm. Auch wenn die meisten Kinder nicht so gut Englisch konnten, war es uns wichtig, dass sie von Jesus hören. Und nach einiger Zeit kamen die Kinder dann auch zu den anderen Programmen in der Gemeinde, wie Jungschar oder Sonntagsschule. Und ich habe erlebt, wie gut es den Kindern tat, wenn man sich Zeit für sie genommen hat. Dass man mit ihnen zusammen gelernt hat oder einfach auch ein Puzzle gemacht hat. In vielen sammischen Familien steht die Arbeit im Vordergrund und auf Kindererziehung oder auch Entwicklung wird nicht so viel Wert gelegt. Mit dem Bibliotheksprogramm konnten wir praktisch Nächstenliebe leben, den Kindern zeigen, dass sie wichtig sind und gleichzeitig durch die Nähe zur Gemeinde Gottes Wort weitersagen. Damit ihr einen kleinen Einblick noch zu dem Projekt bekommt, Ja, ein kleiner Einblick in die Arbeit in Sambia. Ja, wenn ich im Alleingang gehandelt hätte, ich weiß nicht, was dann dabei rausgekommen wäre. Aber ich bin sehr dankbar, dass dieses Projekt starten konnte und ja, dass ich dieses Team eben vor Ort hatte. Wieder zurück zu Simson. Ich hoffe, ihr könnt wieder zurückspringen von Sambia ins Alte Testament. Ich komme zum dritten und letzten Teil der Geschichte. Das ist auch der längste Teil in der Bibel. Ich lese die Verse 10 bis 20. Und als sein Vater hinkam zu der Frau, machte Simson dort ein Hochzeitsgelage, wie es die jungen Leute zu tun pflegen. Und als sie ihn sahen, gaben sie ihm dreißig Gesellen, die bei ihm sein sollten. Simpson aber sprach zu ihnen, Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr mir das erratet und trefft in diesen sieben Tagen des Gelages, so will ich euch dreißig Hemden geben und dreißig Feierkleider. Könnt ihr es aber nicht erraten, so sollt ihr mir dreißig Hemden und dreißig Feierkleider geben. Und sie sprachen zu ihm, gib dein Rätsel auf, lass uns hören. Er sprach zu ihnen, Speise ging aus vom Fresser und Süßigkeit vom Starken. Und sie konnten in drei Tagen das Rätsel nicht erraten. Am vierten Tage sprachen sie zu Simpsons Frau. Überrede deinen Mann, dass er uns das Rätselslösung sagt, oder wir werden dich und deines Vaters Haus mit Feuer verbrennen. Habt ihr uns hierher eingeladen, um uns arm zu machen? Da weinte Simpsons Frau vor ihm und sprach, Du bist mir Kram und hast mich nicht lieb. Du hast meinen Leuten ein Rätsel aufgegeben und hast mir's nicht gesagt. Er aber sprach zu ihr, siehe, ich hab's meinem Vater und meiner Mutter nicht gesagt, und dir sollte ich's sagen? Und sie weinte vor ihm, die sieben Tage, die sie feierten, aber am siebten Tag sagte er es ihr, denn sie drang in ihn. Sie aber sagte des Fezels Lösung ihren Leuten weiter. Da sprachen die Männer der Stadt zu ihm am siebten Tage, ehe die Sonne unterging. Was ist süßer als Honig, was ist stärker als der Löwe? Aber er sprach zu ihnen, Wenn ihr nicht mit meinem Kalb gepflügt hättet, so hättet ihr mein Rätsel nicht getroffen. Und der Geist des Herrn geriet über ihn, und er ging hinab nach Aschkelon, und er schlug dreißig Mann unter ihnen und nahm ihre Gewänder und gab Feierkleider denen, die das Rätsel erraten hatten. Und sein Zorn entbrannte, und er ging hinauf in seines Vaters Haus. Aber Simpsons Frau wurde seinem Gesellen gegeben, der sein Brautführer gewesen war. Ja, ihr seht die Überschrift, die ich diesem Abschnitt gegeben habe, die unglückliche Hochzeit. Wer hätte es ahnen können, dass diese impulsive Entscheidung am Anfang in einer Katastrophe mündet. Meine Hochzeit liegt noch nicht so lange zurück, sodass ich schnell an meinen großen Tag gedacht habe. Und ich fand ihn wirklich wunderschön. Dagegen war diese Hochzeit wirklich, wirklich schlimm. Sowohl für Simson als auch für seine Braut, sie hat ziemlich oft geweint, und auch seine Gäste. Es ging wohl nicht darum, den Bund fürs Leben zu schließen. Alle waren mit Simsons Rätsel beschäftigt. Er wollte wohl seine Machtposition über die Philister sehr deutlich betonen. Und er hat am Ende verloren. Er reagiert mit Wut. Und er schlägt 30 Philister. Und das Ende vom Lied, die Hochzeit, war zu Ende und seine Ehe ebenso. Diesen Abschnitt fand ich am herausforderndsten. Was soll ich mir daraus mitnehmen? Vielleicht meine Wut, meine Emotionen besser unter Kontrolle zu bringen? Vielleicht meinen Partner in der Ehe vor meine Eltern zu stellen? Denn Simsons Umgang mit seiner Braut war ja nicht gerade liebevoll. Das zeigen diese Worte. Siehe, ich habe es meinem Vater und meiner Mutter nicht gesagt und dir sollte ich es sagen? Finde ich sehr respektlos. Ich denke, da sind viele Dinge, viele Sachen dabei, die ich auch besser machen könnte. Aber was mich vor allem erstaunt hat in diesem Abschnitt und was mir sehr wichtig geworden ist, ist, dass Gott trotzdem Simson gebraucht, trotz dieser katastrophalen Geschichten. Gebraucht Gott Simson für sein Werk. Gott lässt es zu, dass Simson diese Wege einschlägt, diese Reaktionen hat, um den Philistern zu schaden. Gott gebraucht ganz klar Simpsons Impulsivität, seine Schwäche, seine Wutausbrüche. Obwohl Simson sich scheinbar nicht um Gottes Gebote schert. Trotzdem hält Gott an ihm fest. Er hat Simson berufen, der Retter zu sein gegen die Philister. für sein Volk. Und Simson ist wirklich zu einer großen Person geworden. Habe ich eigentlich am Anfang nicht gedacht. Am Anfang dieser Geschichte denkt man nicht, dass Simson irgendwie vielleicht wichtig sein könnte. Aber in den nächsten Wochen werdet ihr noch mehr von Simson hören. Unter anderem, dass er wirklich 20 Jahre lang sein Volk geführt hat gegen die Philister. Finde ich eigentlich unglaublich. so ein impulsiver, gewalttätiger, auch unreifer Mann. Zurück nach Sambia. Ich habe mich gefragt, bin ich wirklich die Richtige für diesen Missionsdienst in Sambia? Hätte Gott nicht auch andere, begabtere Menschen dort gebrauchen können als mich? Und warum gebraucht er mich? Er weiß doch ganz genau über meine Schwächen Bescheid. Und trotzdem hat er mich berufen, dort hinzugehen. Und er will mich gebrauchen, zusammen mit meinen Schwächen. Und das finde ich auch unglaublich. Er gebraucht mich und meine Schwächen für seinen Plan. Vielleicht kennst du auch diese Gedanken. Vielleicht verstehst du manchmal auch nicht, warum Gott dich für eine Aufgabe, eine Situation ausgesucht hat. Aber das Gute ist, wir müssen es auch nicht immer begreifen, nicht immer verstehen, weil es Gottes Plan ist. Er möchte uns gebrauchen. Nicht, weil wir alle so perfekt sind, sondern weil er uns liebt und auch ganz viel Geduld mit jedem von uns hat. Und weil er mit unseren Schwächen umgehen kann. Er kann unsere Schwächen gebrauchen. Und er gibt uns nicht auf, wenn wir einmal eine falsche Entscheidung treffen. Auch nicht, wenn wir uns gegen seine Gebote entscheiden, wenn wir absichtlich falsche Dinge tun. Das hat Simson auf jeden Fall getan. Trotzdem geht Gott uns nach. Er ist Simson nachgegangen. Und er arbeitet an uns, weil ihm so viel an uns liegt. Er will uns nicht aufgeben. Aber es ist wichtig, dass wir bereit sind, uns von Gott gebrauchen zu lassen. Und am Ende dieser Predigt möchte ich ganz konkret fragen, bist du bereit, dich von Gott gebrauchen zu lassen? Ich glaube, dass wir manchmal unsere Schwächen davor schieben und sagen, ich kann mich gar nicht von Gott gebrauchen lassen, weil ich das und das und das nicht kann. Aber für Gott ist das nicht wichtig. Gott kann uns gebrauchen mit unseren Schwächen. Möchte noch einmal zusammenfassen, was wir aus dieser Geschichte mitnehmen können. Gott will uns mit seinen Geboten und Regeln nicht einschränken oder einsperren. Sie sollen uns schützen und uns guttun. Und er gibt uns Menschen an die Seite, die uns bei großen Entscheidungen mit Rat zur Seite stehen. Ich möchte ermutigen, blende nicht Gottes Stimme aus und den guten Rat von deinen Mitmenschen, sondern nimm Hilfe und den Rat dankbar an. Der zweite Punkt, Gott hat uns zur Gemeinschaft berufen und geschaffen. Wir haben einander und das ist ein riesiges Geschenk. Wir haben Ehepartner, Freunde, Gemeinde, Familie und es gibt keinen Grund, Dinge im Alleingang zu tun. Deshalb die Ermutigung, handle nicht im Alleingang, sondern lebe im Licht. Und drittens, Nicht immer können wir Gottes Plan nachvollziehen und verstehen nicht, warum genau er uns gebrauchen will. Aber er gibt uns nicht auf, auch wenn wir uns mal gegen ihn wenden. Wieder eine Ermutigung, sei bereit, dich mit deinen Schwächen von Gott gebrauchen zu lassen. Ich hoffe, ihr konntet bei dieser Predigt und im Berichten von dem Missionsdienst einiges mitnehmen. Vielleicht ist es nur ein Punkt, der euch mehr bewegt. Vielleicht sind es drei Punkte. Ich möchte zum Abschluss noch beten. Herr Vater im Himmel, wir danken dir für diesen Tag, wir danken dir für dein Wort und auch vor allem für Simsons Geschichte. Und auch wenn es so eine unbegreifliche Geschichte ist, so unbegreiflich, dass du Simson gebraucht hast mit diesen Schwächen, wollen wir dafür danken, dass wir diese Geschichte haben, dass sie im Alten Testament steht und wir davon lernen können. Und ich danke dir, dass du uns gebrauchen willst, dass du uns nicht aufgibst, auch wenn wir uns für einen falschen Weg entscheiden. Ich danke dir, dass du an uns arbeitest und dass du uns immer wieder zurück auf den richtigen Weg führen willst. Danke, dass du uns liebst und dass wir dir nicht egal sind. Und ich möchte jetzt noch für den Sonntag beten, für alles, was noch kommt, dass du diesen Tag weiter segnest. In deinem Namen. Amen.