John Götz - Unser Brot | Herr, lehre uns beten! - Das Vater unser (Teil 3 von 6)
In der dritten Predigt der Reihe um das "Vater unser" geht es um "Unser Brot". Was damit gemeint ist, wie viel man davon braucht und welche Rolle es in unserem Leben spielen soll, klärt John Götz auf.
18.08.2026 28 min F4 Schwaigern, Johannes "John" Götz
Video zur Episode
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Zusammenfassung & Show Notes
Unser Brot
In dieser Episode wird der Satz aus dem Vaterunser „Unser tägliches Brot gib uns heute“ ausgelegt. Zu Beginn steht ein Brot-Quiz, anschließend wird erklärt, dass mit „Brot“ nicht nur Nahrung gemeint ist, sondern alles, was zum Leben gehört: Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung, Arbeit, Beziehungen, Gesundheit und Versorgung. Die Bitte umfasst damit den ganzen Alltag und richtet sich nicht nur auf persönliche Bedürfnisse, sondern auch auf Mitmenschen.
John betont, dass „täglich“ als das Notwendige oder die Tagesration verstanden werden kann. Am Bild einer Wanderung wird erklärt, dass Brot ein Mittel zum Zweck ist und nicht das eigentliche Ziel. Übertragen auf das Leben bedeutet das, dass Besitz und Alltagshilfen nicht den Mittelpunkt bilden sollen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage nach Abhängigkeit und Vertrauen. Mit dem Hinweis auf das Manna in der Wüste wird gezeigt, dass Gott die Menschen täglich versorgen will. Die Bitte um das tägliche Brot soll dazu einladen, Sorgen loszulassen und Gott die Versorgung zuzutrauen.
Zum Schluss wird das Vaterunser als Spiegel für das eigene Herz beschrieben. Es wird gefragt, was Menschen wirklich bewegt, worauf sie hoffen und was ihr Leben bestimmt. Reichtum und Besitz werden nicht grundsätzlich abgelehnt, sollen aber ihren richtigen Platz haben. Der Abschluss ruft dazu auf, Gottes Reich zuerst zu suchen und im Vertrauen auf seine Versorgung zu leben.
Das und mehr erzählt uns John Götz
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Jugendpastor Johannes „John“ Götz
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Vorsitzende Sonja Bay
Mobil: 0174/9665002
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Intro und Outro: Sarah Reinwald
Produziert: F4 Podcast Team
In dieser Episode wird der Satz aus dem Vaterunser „Unser tägliches Brot gib uns heute“ ausgelegt. Zu Beginn steht ein Brot-Quiz, anschließend wird erklärt, dass mit „Brot“ nicht nur Nahrung gemeint ist, sondern alles, was zum Leben gehört: Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung, Arbeit, Beziehungen, Gesundheit und Versorgung. Die Bitte umfasst damit den ganzen Alltag und richtet sich nicht nur auf persönliche Bedürfnisse, sondern auch auf Mitmenschen.
John betont, dass „täglich“ als das Notwendige oder die Tagesration verstanden werden kann. Am Bild einer Wanderung wird erklärt, dass Brot ein Mittel zum Zweck ist und nicht das eigentliche Ziel. Übertragen auf das Leben bedeutet das, dass Besitz und Alltagshilfen nicht den Mittelpunkt bilden sollen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage nach Abhängigkeit und Vertrauen. Mit dem Hinweis auf das Manna in der Wüste wird gezeigt, dass Gott die Menschen täglich versorgen will. Die Bitte um das tägliche Brot soll dazu einladen, Sorgen loszulassen und Gott die Versorgung zuzutrauen.
Zum Schluss wird das Vaterunser als Spiegel für das eigene Herz beschrieben. Es wird gefragt, was Menschen wirklich bewegt, worauf sie hoffen und was ihr Leben bestimmt. Reichtum und Besitz werden nicht grundsätzlich abgelehnt, sollen aber ihren richtigen Platz haben. Der Abschluss ruft dazu auf, Gottes Reich zuerst zu suchen und im Vertrauen auf seine Versorgung zu leben.
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Transkript
Wir sind mittendrin, Halbzeit von der Predigtreihe, auch fast,
glaube ich, schon Halbzeit von den Sommerferien.
Und bei diesem Vers, der für heute dran ist, unser tägliches Brot gibt uns heute.
Da dachte ich, wer sollte sich denn besser auskennen über Brot als wir Deutschen?
Also eigentlich ist es ja so ein bisschen unser Merkmal auch,
wofür Deutsche bekannt sind, wofür Deutschland bekannt ist für das Brot und für die Auswahl an Brot.
Und ich dachte, wir testen mal, wie gut ihr euch mit Brot auskennt.
Wir machen ein Brot-Quiz zum Einstieg.
Das ist relativ einfach. Es gibt immer vier verschiedene Antwortmöglichkeiten.
Entweder hebt ihr die rechte Hand oder die linke Hand oder beide.
Oder ihr macht beide so in die waagerechte.
Ganz einfach. Und am Anfang dürft ihr alle mal aufstehen, um zu sehen,
wer noch alles dabei ist. Und wer eine Antwort falsch hat, darf sich hinsetzen.
Am Ende steht vielleicht nur noch einer. Das werden wir sehen.
Da würde ich mich vielleicht mal zum Brot-Essen einladen. Es geht los.
Die erste Frage. Brot bedeutet gebackener Teig, lecker, Sauerteig oder Essen?
Also rechts ist das obere, das ist immer das rechte.
Es ist ja also das rechts von dem Männchen hier. So wie es da steht.
Also ich kann euch sagen, habt ihr gewählt?
Es war egal, weil ihr hättet beide Hände heben müssen. Das Wort Brot bedeutet Sauerteig.
Ui, das lichtet sich. Der Durchschnittsdeutsche, der isst im Jahr wie viel Brot?
2 Kilo, 21 oder 200 oder doch eher 2000 Kilo.
Ihr dürft, wenn ihr sitzt, auch nochmal mitmachen, als Spaß an der Freude,
auch wenn ihr nichts mehr gewinnen könnt.
Wir schauen auch hier, die Auflösung sind 21 Kilo.
Keiner sitzt mehr. Schade. Keiner steht mehr, ja?
Dann machen wir trotzdem noch mal kurz weiter. Ich habe so viele Fragen noch,
für den Fall, dass ihr besser gewesen wärt.
Wie viel Brotsotten gibt es in Deutschland? Sind es 30, sind es eher 300 oder
über 3000, sogar 30.000?
Es sind über 3.000, zumindest laut diese, ihr seht es oben, alles nach dem Deutschen
Brotinstitut, was auch immer man da macht.
Wahrscheinlich Brotsorten zählen. Dann eine, nee, zwei Fragen habe ich noch.
Ein Brötchen ist ein Brötchen, wenn es lecker ist, wenn es weniger als 250 Gramm
wiegt, wenn man es mit einer Hand zur Hälfte umfassen kann oder wenn es maximal
halb so groß ist wie der Leib, der in der gleichen Bäckerei angeboten wird.
Ja, es ist wieder geteilte Meinung, es sind 250 Gramm, die die Grenze sind.
Wann wurde Sauerteigbrot erfunden? Vor 4000 Jahren, an die 4000 vor Christus,
also vor 6000 Jahren, vor über 10.000 Jahren oder 500 nach Christus oder 1516.
Ja, es war 4000 vor Christus wohl in Ägypten.
Spannend, wenn man dann die Geschichte von Mose daneben hält,
wo sie eben kein Sauerteigbrot essen.
Jetzt die letzte Frage. Ihr seht hier Schweigern. Ich hoffe,
es ist auch Weizen, was auf dem Bild zu sehen ist.
Auf einem Quadratmeter Weizenfeld gibt es Ertrag für ein halbes Kilo Brot,
für eineinhalb Kilo Brot, für drei oder für fünf. Einmal nochmal eure Hände, möchte ich sehen.
Es sind eineinhalb Kilo. Ich bedanke mich fürs Mitmachen, auch wenn ihr leider
alle sitzt. Genau, der Karwart macht morgens früh wieder auf.
Da könnt ihr euch nochmal Brot kaufen. Nein?
Entschuldigung. Entschuldigung, dann geht er zum Kepler oder zum Hertner.
Wir wechseln wieder zu einem Thema, wo ich mich vielleicht auch wieder besser
auskenne, wie zu Öffnungszeiten vom Bäcker, nämlich dem Bibelfers von heute.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Ein Vers aus der Mitte vom Vaterunser und ich dachte, wir gehen mal so Stück
für Stück vielleicht durch, was denn mit diesen Worten gemeint sein könnte.
Nämlich vor allem Brot erstmal. Wenn Jesus von Brot redet, was meint er denn damit?
Luther, der hat es vor 500 Jahren ungefähr so erklärt. Das Brot,
das meint alles, was Not tut für Leib und Leben.
Wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld,
gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren,
gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre,
gute Freunde, getreue Nachbarn und das Gleiche.
Also kurz gesagt, alles. Dein ganzes Leben, alles, was irgendwie zu deinem Alltag
mit dazugehört, ist hier gemeint.
Eine funktionierende Welt, in der wir leben können. In der es von meinem täglichen,
Brot auf dem Teller, wo ich führe ich ja auch jemanden brauche,
der das anbaut, der das dann das Getreide mahlt, der das backt und so weiter, der es mir verkauft.
Über meinen Job, über die Politik, über die Wirtschaft und Gesellschaft bis
hin zum Nachbarn, mit dem ich auch noch auskommen muss.
Unser ganzes alltägliches Leben ist in dieser Bitte mit drin.
Und weil wir nicht alleine leben, heißt es unser Brot.
Also im Gebet, da merken wir jetzt schon, geht es nicht nur um mich und das,
was ich gerne hätte, sondern auch um meine Mitmenschen.
Nicht nur um die Gemeinde hier vielleicht, um meine Familie,
meine Freunde, sondern alle Menschen, denen ich begegne.
Für die alle kann ich und soll ich beten.
Und jetzt könnt ihr mal nachdenken, was so vielleicht in eurem Alltag gerade
euch beschäftigt, was euch vielleicht umtreibt, was zu eurem Brot gerade gehört.
Ob es ist, wenn ihr tatsächlich in der Landwirtschaft tätig seid, dass es nicht regnet.
Oder ob es gerade die wirtschaftliche Lage ist. Gott interessiert sich für diese
Sachen. Und es ist ihm nicht egal.
Und ich vermute mal, dass es euch aber auch ein bisschen geht wie mir,
dass ihr euer Leben zu verschiedenen Bereichen einteilt.
Dass es da die Arbeit gibt, dann gibt es die Familie, dann gibt es vielleicht
Hobbys oder irgendwas, was man anderes in der Freizeit macht.
Und so teile ich mein Leben auch ein in das, was ich für Gott mache und andere Dinge.
Also wenn ich zum Beispiel sonntags jetzt hier in den Gottesdienst gehe oder
wenn ich die Bibel lese oder wenn ich bete, dann ist es ja irgendwas,
was ich für Gott mache, was Heiliges.
Und dann gibt es andere Dinge, die sind vielleicht weniger heilig.
Und so teile ich meinen Alltag ein. Aber eigentlich, wenn man sich jetzt in
der Bibel anschaut, wie das aussieht, dann gibt es bei Gott diese Trennung nicht.
Also Gott trennt nicht zwischen, das ist jetzt heilig und das ist normal.
Das ist jetzt Gottesdienst, das ist Sonntag und das ist Alltag.
Nein, das ist das Gleiche. Nachfolge, dass wir mit Jesus unterwegs sind,
dass wir den Glauben leben, das passiert nicht nur sonntags hier im Gottesdienst,
sondern der Großteil davon spielt sich in deinem Alltag ab.
Und darum interessiert sich Gott auch für die ganz alltäglichen Fragen,
für das Kleine und das Große, für das, an was du gerade eben gedacht hast,
was vielleicht dein Brot gerade ist.
Und dafür darfst und sollst du beten, Vater, gib uns unser Brot.
Gib mir das, was ich zum Leben brauche.
Also wir haben gesehen, was ist Brot? Alles. Alles, was zum Leben dazugehört,
dann wäre die nächste Frage, was heißt täglich?
Wenn mir dieses Wort, was hier steht, was im Griechischen übersetzt,
dann müsste das eigentlich mehr so etwas heißen wie das Notwendige,
der Bedarf oder eine Tagesration.
Also stellt euch vor, vielleicht seht ihr das bei manchen Leuten gerade im Status,
bei mir habe ich so ein paar vor Augen, wo ich das sehe, die sind auf Wanderung zurzeit in den Bergen.
Und stell dir vor, ihr macht eine Wanderung, die geht mehrere Tage.
Und ihr könnt unterwegs nichts zum Essen einkaufen, sondern müsst es mitnehmen, ein Proviant.
Da überlegt ihr euch auch davor, wie viel brauche ich, dass ich abends nicht
hungrig ins Bett gehen muss.
Und gleichzeitig, wie viel brauche ich wirklich, weil ich muss ja alles im Rucksack
tragen, die ganzen Tage über.
Also nimmt man dann am Ende nur das mit, was man wirklich braucht.
In dem Beispiel denke ich es klar, dass das Brot einen Zweck hat und nicht das eigentliche Ziel ist.
Ich mache die Wanderung nicht, dass ich drei Tage lang mein Brot rumtrage,
dass ich am Ende hat das Brot mit einem Käse essen kann, der nach Schuhsohle schmeckt.
Das ist nicht das Ziel, sondern es hilft mir nur, dass ich diese Wanderung machen
kann, dass ich vielleicht die Aussicht genießen kann, dass ich das Erlebnis habe.
Das Brot hilft mir dabei, aber es ist nicht das Ziel.
Und genau so, sagt Jesus, soll das auch mit dem Brot in unserem Leben sein.
Mit all dem, was zu unserem Alltag dazugehört.
Der Besitz, das Haus, das Auto, die Kleider, der Urlaub, all das ist nicht das
Ziel an sich, sondern ein Teil von dem, was ich halt brauche, um zu leben.
Und Jesus, der sagt ziemlich direkt nach dem Vaterunser in den Vers darüber,
wo er sagt, es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen.
Dann wird euch das Übrige dazugegeben.
Also alltäglich ist nicht das eigentliche Ziel, sondern Mittel zum Zweck.
Und damit sind wir bei der Frage, wie viel Brot brauche ich denn eigentlich?
Wie viel Brot brauche ich?
Wenn ich jetzt drei Tage wandern gehe, brauche ich weniger, wenn ich fünf unterwegs bin.
Wenn wir ehrlich sind und auf unser Leben schauen, dann ist das eigentlich gar
nicht so viel, was wir brauchen, oder?
Ich behaupte mal, jeder Einzelne von uns, wie er hier sitzt,
hat mehr, als er im Kern braucht.
Und Jesus gibt hier aber auch keine pauschale Grenze vor. Er sagt nicht,
ein Auto pro Haushalt ist okay oder ein Auto pro Person oder 20 Quadratmeter
pro Person und wenn es drüber geht, dann ist es schon schwierig oder einmal
im Jahr in Urlaub ist in Ordnung, aber nur ohne Flugzeug.
Da gibt es keine pauschale Antwort, die ist nicht fix. Unsere Lebenssituationen
sind ja auch unterschiedlich. Jemand, der hier in Deutschland lebt,
hat andere Anforderungen wie jemand, der vielleicht in der dritten Welt aufwächst.
Der Glaube, wenn wir Jesus nachfolgen, das muss nicht Armut bedeuten.
Wir müssen nicht alle wie der reiche Jüngling alles verkaufen, was wir haben.
Und gleichzeitig sind Reichtum und auch Gesundheit keine Selbstverständlichkeit.
Die Bitte, die Jesus hier im Vaterunser uns vorgibt, dass er sagt,
unser tägliches Brot gib uns heute.
Das umfasst unseren ganzen Alltag alles, was mit unserem Leben zu tun hat.
Und gleichzeitig geht es um das Leben, das Gott sich gedacht hat.
Und nicht vielleicht das Leben, das ich manchmal gerne hätte.
Und darum sollen wir das genauso beten. Unser tägliches Brot,
das, was ich brauche, das gib mir heute.
Und wenn jetzt Gott über das, was ich an Bedarf habe, mir mehr schenkt,
wovon ich mal ausgehe, dass ihr alle Dinge habt, die ihr mehr dazubekommen habt,
dann dürfen wir das dankbar annehmen.
Und wir dürfen mit dem, was Gott uns gibt, Verwalter sein, über das,
was er uns anvertraut hat, dass wir es gut nutzen.
Das zeigt, glaube ich, auch ein Stück weit die Gottebenbildlichkeit, die wir Menschen haben.
Dass Gott uns als Gegenüber anschaut, als Partner, dass wir von Gott mehr bekommen, als wir brauchen.
Dass wir diesen Überschuss in seinem Sinn gut einsetzen dürfen.
Dass du mit deiner Freiheit, die du hast, entscheiden kannst, was machst du damit.
Setzt du es für dich ein, für den nächsten Urlaub, fürs Haus, fürs größere Auto?
Oder fragst du auch Jesus, was soll ich damit machen? Die Entscheidung liegt bei dir.
Die Frage nach dem, wie viel vom Brot, liegt also nicht so arg im,
was ist erlaubt oder wie viel kann ich haben?
Weil theoretisch kannst du deinen Wanderrucksack komplett voll machen.
Du kannst 20 Kilo für zwei Tage mitnehmen, aber die brauchst du nicht.
Und dann ist die Frage, ob es sich nicht eher hindert, wenn du alles mittragen musst.
Und darum ist die Frage vielmehr jetzt auch hier im Vaterunser, wenn das gebetet wird.
Was brauche ich, um für Gottes Ehre geheiligt werde dein Name?
Dein Reich komme für sein Reich und dein Wille geschehe für seinen Willen zu
leben. Was brauche ich da dafür?
Wir gehen weiter im Vers zum letzten Wort. Heute.
Warum gibt uns Gott eigentlich dieses Brot, was wir für den heutigen Tag brauchen, heute?
Ihr könnt es ja auch einen Monat im Voraus geben.
Und ich denke, euch geht es auch ein bisschen wie mir, dass man sich nach Kontrolle
sehnt, nach Sicherheit, dass man die Dinge gerne in der Hand hat,
dass man gerne weiß, was auf einen zukommt.
Und es widerspricht so ein bisschen dem, was ich hier hingeschrieben habe,
Abhängigkeit. Gott lehrt uns Abhängigkeit, weil er will, dass wir ihm vertrauen.
Katja, du hast es vorhin in der Moderation schon angesprochen mit dem Manna in der Wüste.
In der Bibel, da klaucht es immer wieder auf, dass das Volk Israel,
dass das Volk, das zu Gott gehört, dass sie lernen sollen, Gott zu vertrauen.
Und in der Wüste sieht es so aus, dass sie nichts zu essen haben,
dass sie auf Versorgung angewiesen sind und Gott gibt ihnen das Manna.
Er lässt jede Nacht wieder neu diese Körner vom Himmel fallen,
dass das Volk morgens hingehen kann, die einsammeln kann.
Und dann können sie Brot draus backen. Aber es reicht immer genau für einen Tag.
Und am Sabbat, da gibt es nichts zum Einsammeln. Da müssen sie das nehmen,
was am Freitag da war. Da war aber auch doppelt so viel da.
Und da ist nicht verdorben. Aber dann am Sonntagabend wieder,
wenn sie mehr eingesammelt hatten, als sie hätten sollen, ist wieder verdorben.
Also sie sind davon abhängig, dass Gott jeden Tag neu sie versorgt.
Auch Jesus selber, das ist dieses Symbol hier, hier redet ja vom Weinstock und
der Weinrebe, dass die Rebe am Weinstock dranbleiben muss, dass wir abhängig sind von Gott.
Und ich denke, Gott macht es nicht einfach nur, weil es ihm gefällt,
wenn wir auf ihn angewiesen sind, sondern er hat uns so geschaffen,
dass wir diese Abhängigkeit brauchen, weil wir so Vertrauen lernen können.
Vertrauen in Beziehungen, das wächst ja auch dadurch, dass man was miteinander erlebt.
Und so ist es hier auch, dass ich merke ja doch, Gott versorgt mich.
Dass das Volk Israel in der Wüste merkt, ja doch Gott, versorgt uns jeden Morgen,
neu ist wieder dieses Manna da.
Vorteil bei der Abhängigkeit von Gott ist auch außerdem noch zusätzlich,
dass wir als Menschen nicht letztendlich verantwortlich sind.
Also dass wir nicht auf uns selber verantwortlich vielleicht schon,
aber dass wir nicht auf uns selber angewiesen sind. Dass wir einen Gott haben, der uns versorgt.
Das heißt, ich muss mir keine Sorgen machen. Das sagt Jesus auch direkt nach
dem Vater uns eigentlich, wenn ihr das nachlesen wollt.
Matthäus 6, die Belkpredigt, wo wir am Anfang vom Jahr diese Predigtreihe hatten.
Direkt danach sagt er, macht euch keine Sorgen. Fragt nicht,
was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn um diese Dinge geht es den Menschen, die Gott nicht kennen.
Euer Vater im Himmel aber weiß, dass er das alles braucht.
Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen.
Dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag.
Der nächste Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine
eigene Last mit sich bringt.
Jesus ist ehrlich. Er sagt, ja, jeder Tag bringt seine eigene Last mit sich.
In meinem Fall jetzt zum Beispiel, dass ich wieder schwitzen darf hier.
Aber er sagt, es reicht. Er sagt, es reicht. Es ist genug und ich werde dich versorgen.
Wir haben einen treuen Gott, der in unserer Seite steht. Und darum dürfen wir
die Angst oder auch die Sorge bei ihm abgeben.
Es muss uns nicht gefangen nehmen, was kommt und was vielleicht,
was ist, wenn es nicht reicht. Nein, es reicht.
Vielleicht gibt es Last. Vielleicht geht es manches schwere,
aber Gott verspricht, er weiß, was wir brauchen und er gibt es uns auch.
Soweit zum Vers. Jetzt gehen wir weiter und übertragen das Ganze für unser Leben.
Weil mit dem Vaterunser gibt uns Jesus nicht nur eine Gebetsanleitung,
wie wir beten können, sondern auch gleichzeitig eine Möglichkeit,
wie wir unseren Glauben hinterfragen können.
Das Vaterunser ist wie so ein Spiegel, der uns vorgehalten wird,
wo wir sehen, wie es in unserem Herz aussieht.
Wo ich sehen kann, ja, vertraue ich eigentlich Gott?
Glaube ich, dass kein Problem zu groß für ihn ist? Dass ich mir wirklich keine Sorgen machen muss.
Keine Sorgen angesichts unserer Welt, wo es politisch, wirtschaftlich,
gesellschaftlich überall spannend wird, wo es in seinem persönlichen Leben vielleicht
auch die ein oder andere Frage gibt, wo du nicht weißt, wie es wird.
Darf Gott mich auch in dieser Sache Tag für Tag versorgen?
Stück für Stück. Nicht so, dass ich es in der Hand habe, nicht so,
dass ich die Sicherheit habe, sondern so, wie er es will, wie er es für richtig hält.
Bin ich bereit, da Kontrolle loszulassen?
Kann ich mich von Gott abhängig machen?
Und dann können wir uns anschauen vielleicht, oder kannst du dir anschauen,
für was du eigentlich betest. Was ist dir wichtig? Wann und für was betest du?
Denk mal so drüber nach, für was hast du heute gebetet oder die letzte Woche,
den letzten Monat. Was waren das für Sachen?
Unser Gebet ist wie ein Spiegel für unser Herz, wo wir sehen,
was uns wichtig ist, wo wir vielleicht auch sehen, was uns Angst macht, was uns umtreibt,
Und wo wir vielleicht auch sehen, wenn wir ehrlich sind, was wir nicht loslassen
wollen, wo wir nicht bereit sind, das Gott hinzulegen.
Das Gebet ist ein Spiegel, der zeigt, wie es mit meinem Vertrauen zu Gott aussieht.
Jesus, der sagt, das tägliche Brot, das, was du zum Leben brauchst, das reicht.
Ich habe es vorher schon gesagt, ich wiederhole mich, das ist eigentlich nicht viel.
Das ist eigentlich wirklich viel, viel weniger, als wir gewohnt sind.
Viel weniger, als wir für selbstverständlich nehmen.
Aber wenn Jesus recht hat mit dem, was er sagt, dann ist wie in dem Beispiel
mit der Wanderung, dann ist dein Besitz, das, was du hast in deinem Leben,
das, was dein Brot ist, worum du täglich umgehst,
nicht das Ziel, sondern nur der Zweck, dass du zum Ziel kommst.
Dann ist es nicht das, worum sich dein ganzes Leben drehen sollte.
Und es widerspricht, wenn wir ehrlich sind, unserer ganzen Welt.
Es widerspricht dem, wie unsere Welt funktioniert, wo es genau um das geht, was man anfassen kann.
Wo es genau um das geht, was man in der Hand hat, was man Materielles hat, was man an Besitz hat.
Weil da gesagt wird, ich glaube nur, was ich sehe, weil auf das kann ich mich
verlassen, das ist sicher.
Aber ist das wirklich so? Ist das, was ich sehen kann, was ich anfassen kann, sicher?
Oder stimmt es, wenn gesagt wird, Glück ist, wenn du mehr hast,
mehr als du jetzt im Moment hast und mehr auch als dein Nachbar hat?
Macht Besitz wirklich glücklich?
Wie viel brauche ich? Wie viel Brot brauche ich für meinen Lebensweg?
Kann ich nur sagen, wenn ich weiß, was ist mein Ziel im Leben.
Was ist mein Ziel, auf das ich hinlaufe, wo ich hin will.
Und da ist jetzt die Frage, die das Vaterunser an uns stellt,
in unserem Leben, bin ich bereit, genau das zu beten, genau das zu sagen,
Vaterunser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe.
Es geht um dich und nicht um mich, ich nehme mich zurück und ich vertraue dir.
Und weil ich für dich lebe, darum gib mir, was ich brauche.
Schau mal dein Gebetsleben an. Fühl dir mal vor Augen, für was du betest oder wie du betest.
Darf Gott da in deinen Besitz reinreden? Darf er in deinen Konsum reinreden?
Darf er was zu deiner materiellen Sicherheit sagen? Bist du bereit,
es loszulassen und Gott hinzulegen?
Mir geht es so, ich finde es schwierig. Im Kopf, da weiß ich,
ja, das ist genau das Richtige, das sagt ja Jesus auch. Und wenn Jesus das sagt, dann wird es stimmen.
Aber wenn ich ehrlich bin, sagt das Herz oft, nein. Nein.
Aber Jesus sagt auch wieder hier kurz nach dem Vaterunser, wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Und damit sind wir bei dem eigentlichen Kampf, um den es geht,
der sich im Herz abspielt, nämlich wem gehört dein Herz.
Es geht nicht in erster Linie darum, wie viel du hast, ob du jetzt mehr oder
weniger Brot hast oder brauchst oder wie auch immer.
Deine Herzenshaltung ist unabhängig von dem objektiven Reichtum.
Du kannst bettelarm sein und trotzdem geldgierig um deine Hoffnung und ganz
auf das Geld setzen und sagst, ja, wenn ich nur mehr hätte, dann wäre mein Leben besser.
Die Frage ist nicht, was besitze ich, sondern was besitzt mich? Wem gehört mein Herz?
Paulus, einer von den Aposteln, der schreibt an seinen Mitarbeiter Timotheus,
wo er gerade über auch Reichtum redet,
und wo ich denke, wir alle in Deutschland mit dazugehören, wo er sagt,
schärfe denen, die es in dieser Welt zu Reichtum gebracht haben oder die in
einer reichen Gesellschaft geboren wurden, schärfe uns ein,
nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf etwas so Unbeständiges
wie Reichtum zu setzen, sondern auf Gott.
Denn Gott gibt uns alles, was wir brauchen, in reichem Maß und möchte,
dass wir Freude daran haben.
Er mahne sie, Gutes zu tun, freigebig zu sein und ihren Besitz mit anderen zu teilen.
Wenn ihr Reichtum in solchen Taten besteht, dass sie teilen,
ist das im Hinblick auf ihre Zukunft eine sichere Kapitalanlage und sie werden
das wahre Leben gewinnen.
Verbietet uns den Reichtum nicht. Jesus verbietet uns den Besitz nicht.
Aber das braucht den richtigen Platz im Leben. Gott gibt uns gern, was wir brauchen.
Das heißt hier auch, der Paulus schreibt, in reichem Maß, also mehr als genug,
so dass es mehr als genug reicht, so dass wir es genießen können,
dass wir Überfluss haben, dass wir Freude daran haben.
Das Brot ist im Vaterunser nicht die erste Bitte, aber auch nicht die letzte.
Und Gott sieht, ich habe es am Anfang gesagt, Gott sieht all das,
was dein Leben betrifft, was seinen Alltag betrifft und er ist damit dabei,
interessiert sich dafür, aber es ist eben auch nur ein Teil von vielen,
weil das eigentliche Ziel ein anderes ist.
Und wenn uns das klar ist, dass dieser Besitz, den wir hier haben,
dieser Wohlstand, den wir hier haben in Deutschland, dass die allermeisten von
uns mit dem Brot in seiner Herstellung gar nichts zu tun haben,
dass das keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir auch da von Gott abhängig
sind, dann können wir das dankbar annehmen, was Gott uns schenkt.
Und da dürfen wir Verwalter sein, die in ihrem Einflussbereich das Anvertraute
zu Gottes Ehre einsetzen.
Dein Herz, deine innersten Gedanken, deine Emotionen, die zeigen, wo du stehst.
Und Jesus hält uns den Spiegel vor. Wo ist dein Schatz? Was bestimmt dein Leben?
Geht es dir um diese Welt, um deine Besitzung, das Materielle oder geht's dir um sein Reich.
Der Theo hat das letzte Woche eindrücklich beschrieben, sein Reich ist nicht von dieser Welt.
Weder, du drehst dich um dich selber. Du drehst dich um das,
was du hast oder haben kannst oder haben willst.
Aber dann, wenn du ehrlich bist, kannst du das Vaterunser nicht beten,
weil das keinen Sinn macht.
Wenn es dir um dich geht, dann macht es keinen Sinn zu beten,
dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, deine Wille. Das macht keinen Sinn.
Weil dein Ziel bist du selber und dein Wohlstand.
Und darum ist die Alternative, dass du vor Gott kapitulierst.
Dass du ihm dein Leben hinlegst und sagst, Jesus, Also schau mal,
ich lebe eigentlich nur für mich.
Und so oft drehen sich meine Gedanken nur um mich. Und wenn ich bete,
dann geht es auch oft nur um das, dass du mir jetzt gerade helfen sollst,
dass ich ein angenehmeres Leben habe.
Vergib mir und hilf mir, dass ich ab jetzt zu deiner Ehre und für dein Reich leben kann.
Also wofür lebst du? Was ist dein Ziel? Wem gehört dein Herz?
Du musst dich entscheiden. Warum also sollten wir genau das Gegenteil von dem
machen, was vielleicht unser Herz uns sagt?
Genau das Gegenteil von dem machen, was die ganze Welt um uns rum sagt?
Warum sollte ich das Gegenteil von dem machen, dass mein Verstand oder meine Gefühle mir sagen?
Weil du in Jesus den größten Schatz und alles hast.
Wenn Jesus genau das sagt, es soll euch zuerst um Gottes Reich gehen und um
seine Gerechtigkeit, dann wird euch das Übrige dazugegeben werden.
Dann heißt es, wenn ich Gottes Sache zu meiner Sache mache, wenn ich mich um
sein Reich kümmere, wenn ich nach seinem Willen frage und es zu meinem Ziel
mache, dann macht Gott meine Sache zu seiner Sache.
Und dann kann ich loslassen. Dann kann ich vertrauen, weil ich einen Gott habe, der mich versorgt.
In den großen, in den kleinen Dingen, im Alltag.
Schließen mit einem Vers aus dem Hebräerbrief, wo das Thema nochmal gut aufgegriffen
wird, wo der Autor schreibt, lasst nicht die Geldgier euer Leben bestimmen.
Also da kannst du jetzt alles einsetzen. Geldgier klingt vielleicht ein bisschen
krass, aber setz das ein, was dein Brut ist.
Setz das ein, was deinen Alltag ausmacht. Was deine Zeit einnimmt,
was deine Gedanken einnimmt, deine Emotionen.
Lass davon nicht dein Leben bestimmen, Sondern gebt euch zufrieden mit dem, was ihr habt.
Denn Gott selbst hat versprochen, ich werde dich nie vergessen und dich niemals im Stich lassen.
Das gibt uns Mut und wir können voll Zuversicht sagen, der Herr ist mein Helfer.
Deshalb fürchte ich mich nicht.
Wir haben einen Gott, der unser Bestes will, der für uns sorgt und der uns gerne
alles gibt, was wir brauchen.
Darum lasst uns ihm vertrauen. Und lasst uns in diesem Vertrauen auf ihn,
jetzt auch gemeinsam das Vaterunser beten.
Als Bekenntnis nicht ein, ja, es ist immer so, sondern Jesus,
hilf mir, dass das in meinem Leben Realität wird.
Dass ich für dich und zu deiner Ehre lebe. Und dass ich dir vertrauen kann,
dass ich mir keine Sorgen machen muss.
Sondern dass ich weiß, dass du mir auch heute mein tägliches Brot gibst.
Und so wollen wir gemeinsam beten. Vater, unser im Himmel, geheiligt werde dein
Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.