F4 Schwaigern

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John Götz - Der gefallene Held | Simson (Folge 4 von 4)

Die Predigt deutet Simson und Delila als Warnung vor Orten, Beziehungen und Situationen, die von Gott wegführen. Simsons Kraftverlust wird als Folge eines längeren Prozesses beschrieben; zugleich bleiben Berufung, Umkehr und Gemeinschaft wichtig.

13.10.2026 29 min F4 Schwaigern, Johannes "John" Götz

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Der gefallene Held I Simson (Folge 4 von 4)

Zum Abschluss der Predigtreihe wird die Geschichte von Simson und Delilah aus dem Richterbuch betrachtet und auf das eigene Leben bezogen. John fragt danach, was diese biblische Erzählung mit der Berufung eines Menschen heute zu tun hat. Simson wird als jemand dargestellt, der von Gott berufen ist, aber immer wieder Orte aufsucht, an denen er eigentlich nicht sein sollte.

Anhand einer Landkarte wird erläutert, dass Simson sich mehrfach im Philistergebiet aufhält. Diese „roten Orte“ dienen als Bild für Bereiche im eigenen Leben, von denen man eigentlich weiß, dass sie einen von Gott wegführen. Der Prediger ruft dazu auf, solche Orte, Situationen, Medien oder Beziehungen zu erkennen und zu meiden.

Im Mittelpunkt steht Delilah als Versuchung. Die Philister bestechen sie, um Simsons Kraftgeheimnis herauszufinden. Simson wird als jemand beschrieben, der die Gefahr nicht ernst nimmt und die Versuchung unterschätzt. Mehrfach verrät er falsche Möglichkeiten, wie man ihn fesseln könnte, und spielt damit mit dem Bösen.

Der Text betont, dass Versuchung oft angenehm und harmlos wirkt, aber ins Verderben führt. Der Prediger fordert dazu auf, sich radikal von allem zu trennen, was von Gott wegzieht, und verweist auf Jesu Worte aus der Bergpredigt.

Am Ende gibt Simson sein Geheimnis preis. Seine Haare werden geschnitten, seine Kraft ist weg, und er erkennt, dass der Herr ihn verlassen hat. Das wird als Folge eines schleichenden Prozesses beschrieben, nicht nur als einzelner Fehler.

Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass Gottes Berufung bestehen bleibt. Simson betet im Gefängnis um Kraft, und Gott erhört ihn noch einmal. Daraus wird abgeleitet, dass auch Menschen heute umkehren können, solange noch Zeit ist.

Zum Schluss wird die Bedeutung von Gemeinde, Ermutigung und Rechenschaft betont. Christen sollen sich gegenseitig helfen, blinde Flecken zu erkennen, von Sünde nicht betrogen zu werden und in ihrer Berufung zu bleiben.


Das und mehr erzählt uns John Götz

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Transkript

Vielen Dank, Heiko, für die Zusammenfassung. Du hast schon gesagt, der Text für heute ist zu lang, dass ich ihn jetzt euch vorlese. Das dauert acht Minuten. Bis dahin habt ihr alle Hunger fürs Mittagessen. Lest es daheim gerne nochmal nach. Also diese ganze Geschichte von Simson im Richterbuch ab Kapitel 13 und dann heute unser Text, den wir anschauen, das Ende ab Kapitel 16 dann. Und jetzt vermute ich mal, wenn ihr zu Hause vielleicht auch mal in der Bibel lest oder sonst irgendwo eine Geschichte hört, Dann ist natürlich die Frage, was hat es jetzt mit meinem Leben zu tun? Was mache ich da damit, dass ich davon lese, dass der Simson riesige Kraft hat, und dass er da irgendwelche Sachen macht, irgendwas erlebt? Ich denke, ein Vergleich, den wir machen können, ist, dass der Simson von Gott berufen ist und wir sind von Gott berufen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere, das war vor nicht allzu langer Zeit unser Jahresthema, wo es um Berufung ging, was Gott mit deinem Leben vorhat. Vielleicht war es bei dir nicht ganz so spektakulär wie beim Simson, dass dein Engel kam und deinen Eltern gesagt hat, du sollst der versprochene Retter sein. Würde mich jetzt wundern. Aber trotzdem hat Gott auch dich berufen. Zuallererst sein Kind zu sein und Beziehung mit ihm zu leben. Das ist die grundlegende Berufung, die jeder Mensch hat. Das war beim Simson so und auch bei dir. Und damit steigen wir ein ins Richterbuch, Kapitel 16, Vers 4. Einige Zeit später verliebte sich Simson in eine Frau namens Delilah, die im Sorektal wohnte. Allein dieser erste Satz, der wirft schon viele Fragen auf. Da hat der Simson eine klare Berufung. Der soll Richter sein in Israel. Das ist sein Auftrag und dann geht er doch immer wieder an Orte, an denen er eigentlich nichts verloren hat. Die erste Frau, die er geheiratet hatte, das war eine Frau aus Timna, das sind auch Philister gewesen. Dann war er in Gaza bei der Hure, wie es vorhin in dem ersten Zeitungsartikel hieß, den der Heiko vorgelesen hat. Und jetzt treibt er sich hier im Sorektal rum. Das ist ganz nah an seinem Heimatdorf, aber eben doch auch schon Philistergebiet. Und ich dachte, weil vielleicht der eine oder andere sich auch fragt, wo das eigentlich ist, habe ich mal eine Karte hier von Google Maps kopiert. Dieser orangene Punkt, das ist Jerusalem. Das kennt man bis heute eigentlich auch noch links. Das Mittelmeer rechts, das Totemeer. Der grüne Punkt ist Zora. Da kommt Simson her, da ist er geboren, da ist er aufgewachsen. Und Zora ist ganz nah, eben an der Grenze zum Philistergebiet. Das rote, das ist Timna. Da kommt seine erste Frau her, da ging es vor zwei Wochen drüber. Dann gibt es Gaza, das kennt man auch heute noch aus dem Gaza-Streifen Da war diese ganze Geschichte mit der Hure, wo er war, wo sie die Stadt danach belagert haben Oder wo sie aufgelauert haben, dass sie ihn erwischen, wenn er rausgeht Und er nimmt das Stadttor, reißt es raus, und trägt es 60 Kilometer bis nach Hebron, Also einmal quer das ganze Land auf den Berg hoch Das sind wahrscheinlich auch so 1000 Höhenmeter oder was. Genau. Und jetzt geht es eben um eine Frau, die im Sorektal wohnt. Das fließt so, die Linie ist relativ klein und fein, aber von diesem grünen Punkt von Zora aus an Timna vorbei und dann irgendwann ins Mittelmeer. Also wieder ganz nah bei Simson zu Hause, aber eben im Philistergebiet. Und ihr seht jetzt, diese Punkte haben alle unterschiedliche Farben. Und es gibt rote Orte, Philisterstädte. Da hat Simson eigentlich nichts verloren. Da soll er sich fernhalten. Seine Auftrag betrifft ja Israel. Jetzt vielleicht die Frage, ich habe am Anfang gesagt, was hat das mit deinem Leben zu tun? Was hat diese Landkarte mit deinem Leben zu tun? Ich sage es dir, auch in deinem Leben gibt es rote Orte, wo du vielleicht ganz genau weißt, was Gott will oder was Gott nicht will und du es trotzdem tust. Überleg mal für dich, wo sind vielleicht in deinem Leben rote Orte, wo du eigentlich ganz genau weißt. Aber trotzdem hingehst. Ich bin davon überzeugt, es gibt Orte, es gibt Situationen, es gibt Menschen vielleicht auch oder Sachen, die man sich anschauen kann im Fernsehen, im Internet, die bringen dich von Gott weg. Und wenn du da hingehst, dann geht es dir wie dem Simson, dann ist es rot, dann begibst du dich in Gefahr. An diesen Orten, da hast du als Christ eigentlich nichts verloren. Wir sehen bei Simson, was da passiert, Nämlich die Fürsten der Philister gingen zu Delilah und forderten sie auf, lass deine Reize spielen und finde heraus, woher Simson uns ungewöhnliche Kraft kommt und wie wir ihn überwältigen können. Wenn wir ihn gefesselt und in unsere Gewalt gebracht haben, wird dir jeder von uns 1100 Silberstücke geben. Also die Delilah, so schön sie vielleicht auch gewesen ist, die wird für Simson zur Versuchung. Die Philister, die erkennen das und die sagen, lass deine Reize spielen, verdreh ihm den Kopf, nutz das aus, dass er auf dich abfährt. Und auch in unserem Leben gibt es so eine, ich sag mal, List der Versuchung. Da gibt es offengesagt einen Teufel, der versucht dich von dem wegzubringen, was Gottes Berufung ist für dein Leben. Der versucht dich davon abzuhalten, dass du als geliebtes Kind Gottes lebst, dass du Beziehungen hast zu deinem Vater. Das könnte aber auch genauso gut vielleicht einfach deine menschliche Natur sein. In der Bibel heißt es Begierde oder irgendeine Gewohnheit, die du hast. Wo diese Versuchung herkommt, ist es erstmal nicht so wichtig. Die Strategie dahinter ist immer die gleiche. Wie hier beim Simson auch, das sieht gut aus, aber führt ins Verderben. Da wird einem was angeboten, was schön aussieht, was verlockend ist, was angenehm, was einfach ist. Was vielleicht auch auf den ersten Blick einfach super aussieht. Wie soll ein Delilah mit dem Simson da entgegenkommt in dem Tal und er ist direkt verliebt und freut sich. Ach, so eine tolle Frau. Aber am Ende führt es ins Verderben. Und dann ist die Frage, wem vertraue ich eigentlich? Mache ich das, was ich denke? Mache ich das, was alle anderen tun? Oder schaue ich auch mal in Gottes Wort und frage ihn, was er sich eigentlich gedacht hat? Und ein zweites, was hier deutlich wird, der Simson, der geht nicht nur an Orte, wo er eigentlich nichts verloren hat, sondern schlimmer noch, er trifft da eben Menschen, die ihm nicht gut tun. Menschen, die ihn von seinem Auftrag wegführen. Die Leila, die wird da extra bestochen von den Philistern, dass sie den Simson auskundschaftet, dass sie rausfindet, wie man ihn besiegen kann, wie man endlich diesen Auftrag, den er hat, beenden kann. Und jetzt habe ich gesagt, jeder von uns hat so eine Berufung. Du bist berufen, Gottes Kind zu sein, mit ihm Beziehung zu leben. Und da gibt es vielleicht andere Menschen, aber vor allem auch den Teufel, der dich eben davon abhalten will. Und wenn jetzt jemand angegriffen wird oder in der Gefahr steht, dass er angegriffen wird, dann ist es wichtig, dass man vorsichtig ist, dass man auf der Hut ist und ein bisschen auffasst, was man macht. Und man sich reinbegibt eben. Und wie sieht es bei dir aus? Du weißt vielleicht um die Punkte, wo du versuchbar bist. Wo bei dir so Angriffspunkte sind. Wo setzt du dich dem Einfluss von Menschen aus, die dir eigentlich nicht gut tun und du weißt ganz genau? Oder auf den Text bezogen gesagt, wer ist deine Danila? Ich kann euch sagen, mir hat diese Frage, genau diese Frage in einer Predigt zu diesem Text mal das Leben sehr viel einfacher gemacht. Und zwar habe ich vor einigen Jahren eine Predigt darüber gehört. Und zu der Zeit, ich war noch nicht mit der Judika zusammen, da gab es ein Mädel, das fand ich ganz interessant. Da war noch überhaupt nichts, aber es hat sich so leicht angebahnt, dass da vielleicht was kommen könnte, dachte ich zumindest. Und ich sitze in dieser Predigt und ich höre diese Frage, wer ist deine Delilah? Und ich wusste sofort, die ist nicht böse, die will mich nicht verführen, die will mich nicht von Gott wegbringen. Aber Gott will, dass ich in dieser Situation jetzt aufpasse und dass ich mich fernhalte von ihr. Dass ich nicht jetzt direkt die Weine in die Hand nehme und weglaufe, aber dass ich aufpasse, was ich mache. Und ich kann euch sagen, das war richtig gut. Das war richtig gut, dass ich in dem Moment nicht vielleicht meiner Intuition gefolgt bin, sondern dass ich das gemacht habe, was Gott mir in dem Moment gesagt hat. Also wer ist deine Delilah? Von wem solltest du dich fernhalten? Wer oder was hindert dich in deiner Berufung, die Gott dir gegeben hat, zu leben? Geschichte von Simson und Delilah geht weiter, dass sie ihn ausfragt und dass sie dreimal nacheinander fragt, Simson, woher kommt deine große Kraft? Verrat's mir doch, wie man dich fesseln kann. Und der Simson sagt, ah ja, kein Problem, wenn man mich mit frischen Bogensehnen fesselt, dann kann ich die nicht zerreißen. Und sie probiert's aus, sie fesselt ihn, sagt, Simson, Philister sind da und er zerreißt die Bogensehnen, als wäre es nix. Und seltsamerweise fragt sie ihn noch mal, ja Simson, wie kann man dich fesseln? Und Simson sagt, ja, wenn man neue Seile nimmt, dann kann man mich fesseln. Und sie probiert es wieder aus. Simson zerreißt sie wieder und sie fragt wieder, Simson, wie kann man dich fesseln? Und er sagt, ja, wenn du meine Haare da festbindest im Webstuhl und das Ganze im Pflock, im Boden noch verankerst. Sie probiert es wieder aus. Simson reißt diesen ganzen Pflock mit raus und. Hat nicht funktioniert, aber es wird deutlich, dass Delilah alles daran setzt, dass sie Simson von seinem Auftrag abbringt. Und was mich so wundert, wenn ich das lese, ist, warum macht Simson nichts? Warum setzt er sich dieser Gefahr aus? Schon beim ersten Mal müsste er doch stutzig werden. Warum will die das wissen? Und warum probiert sie es dann sogar noch aus? Und dann fragt sie nochmal und nochmal. Aber scheinbar passiert ja nichts. Simson ist stark. Der kann sich jedes Mal da wieder rausreißen und befreien. Der fühlt sich sicher, unbesiegbar. Der hat doch tausend Philister mit einem, Eselsbacken da erschlagen. Er hat Gott an seiner Seite. Was soll ihm da schon passieren? Es scheint so, als würde Simson die Kraft, die er von Gott bekommen hat, für selbstverständlich nehmen. So als wäre es seine eigene Kraft. Und jetzt testet er so ein bisschen aus, wie weit diese Kraft noch reicht. Mit Sehnen fesseln? Kein Problem. Mit Seilen? kein Problem, die Haare da reinbinden, schon ziemlich nah an der Wahrheit. Dass er seine Haare noch nie geschnitten hat, als Zeichen dafür, dass er von Gott einen besonderen Auftrag hat, aber auch da reißt das wieder raus und Simson nimmt diese Versuchung einfach nicht ernst. Er spielt damit. Machst du das? Was machst du mit deiner Versuchung? Simson, der testet aus, der probiert, wie weit kann ich gehen? Was kann ich mit meiner Kraft alles machen? Wie stark ist mein Glaube? Aber das hat nichts mit Glaubensmut zu tun. Das ist einfach dumm, leichtsinnig und ein Spiel mit dem Feuer. Mit Versuchung, mit dem Bösen, da kann man nicht spielen. Diesen Kampf, den kannst du nur verlieren, auch wenn du so stark bist wie Simson. Was hätte also Simson vielleicht besser machen können? Wenn er zu unserer Zeit gelebt hätte, hätte er vielleicht so ein Armbändchen gehabt. WWJD. Was würde Jesus tun? Es hätte ihm vielleicht ein Stück weit auf die Sprünge geholfen, weil Jesus redet da mal drüber. In der Bergpredigt, Matthäus 5, könnt ihr auch daheim nachlesen. Da sagt er, ergreif radikale Maßnahmen. Schaff alles weg, was dich von Gott und vom richtigen Weg abbringt. Und wenn es dein Auge ist, dann reiß es raus. Und wenn es deine Hand wäre, dann hack sie ab. Und wenn es dir lila ist, dann schau, dass du Land gewinnst und dass sie keinen Einfluss mehr auf dich hat. Schau dein Leben an. Du hast eine Berufung von Gott bekommen. Du weißt, du sollst dein Kind sein, weil du weißt auch noch sehr viel konkretere Dinge, was Gott mit dir vorhat. Was deine Berufung ist oder wo Gott dich gebrauchen will. Was bedeutet das jetzt für die roten Orte vielleicht, an die du nicht gehen solltest? Was bedeutet das für deine Delilah? Wie gehst du mit deiner Versuchung um? Lässt du dich auf dieses Spiel ein? Wir sehen beim Simson, wie das weitergeht irgendwann. Da hat er einfach keinen Bock mehr. Die Delita, die kommt jeden Tag her und sagt, Simson, verrat's mir doch endlich. Wie kann man dich besiegen? Wie kann man dich fesseln, dass du dich nicht mehr befreien kannst? Und Simson ist jeden Tag bei ihr und jeden Tag nervt es ihn wieder, bis er wirklich, das heißt, des Lebens müde ist. Und dann sagt er ihr irgendwann, ja, ich bin so ein Naziräer. Das heißt, ich bin von Geburt an für Gott geweiht. Man hat auch nie meine Haare geschnitten als Zeichen dafür, dass ich einen besonderen Auftrag habe. Und wenn man jetzt meine Haare abschneidet, dann verliere ich meine Kraft. Und ich bin so schwach wie jeder andere Mensch. Lila, die wiegt ihn in den Schlaf, wie auch immer sie das genau gemacht hat. Ich stelle mir Simson schon noch ein bisschen kräftiger vor. Aber sie schneiden ihm die Haare ab. Und wieder rief sie, Simson, die Philister kommen. Er wachte auf und dachte, ich werde mich genauso befreien wie die letzten Male und meine Fesseln abschütteln. Denn er wusste nicht, dass der Herr ihn verlassen hatte. Das ist die Lüge, die mit der Versuchung kommt. Es passiert doch nichts. Es macht doch nichts. Es hat doch noch nie was gemacht. Es merkt doch keiner. Macht auch jeder sowieso selber auch. So schlimm wird es schon nicht sein. Einmal noch. Ich kann ja jederzeit nein sagen. So hat der Simson gedacht. Der war sich sicher, ich komme fein raus aus der Nummer. Ich kann jederzeit aufhören. Ich bin stark genug. Aber dann ist es irgendwann zu spät. Gott hat eine Grenze gesetzt. Und er hat Simson verlassen. Und damit ist auch die übernatürliche Kraft weg. Bis jetzt da hat Gott Geduld gehabt mit Simson. Bis jetzt da hat er ihm immer wieder diese Kraft gegeben, auch wenn Simson, ihr habt es die letzten drei Wochen gehört, immer wieder seine eigenen Wege gegangen ist. Aber jetzt zieht Gott einen Schlussstrich. Wo und wann Gott diesen Schlussstrich zieht, das können wir nicht genau sagen. Wenn man die Bibel liest, da ist es in Geschichten unterschiedlich. Vielleicht kennt ihr die Geschichte vom Volk Israel, wie die aus Ägypten rausziehen und durch die Wüsche. Man liest es und denkt, habt ihr es nicht kapiert? Jeden Tag machen sie die gleichen Fehler. Und immer und immer wieder wenden sie sich von Gott ab und lassen sich nichts sagen. Und Gott bleibt treu. Und Gott steht zu dem Volk. Und Gott trägt sie durch. Obwohl ich, wenn ich es lese, denke, ja, ich hätte schon lange gesagt, fertig, immer einen Feierabend. Und dann gibt es nach den Richtern den König Saul. Der macht mal was falsch. Und Gott sagt, okay, ich nehme das Königtum wieder weg. Und nach ihm gibt es den David. Der begeht Ehebruch und bringt den Mann oder lässt den Mann umbringen, das nicht auffällt. Sagt, ich vergebe dir. Wir wissen nicht, wann Gott den Schlussstrich zieht. Das kann er entscheiden. Auch in unserem Leben wissen wir nicht, wo und wann Gott den Schlussstrich zieht. Keiner von uns weiß, ob er noch fünf, zehn, fünfzig Jahre oder fünf Minuten hat. Das Einzige, was wir in der Bibel und von Jesus wissen, ist, dass wir noch Zeit haben. Noch haben wir Zeit, zu Gott zu kommen. Noch haben wir Zeit, unser Leben zu ändern, weil noch ist dieser Schlussstrich nicht gezogen. Und darum heißt es auch im Hebräerbrief Kapitel 3, wenn ihr heute die Stimme Gottes hört, dann verschließt euch seinem Reden nicht. Jesus Christus ist Mensch geworden, ist auf die Erde gekommen, er hat das perfekte Leben gelebt und obwohl er unschuldig war, ist er am Kreuz gestorben, hingerichtet worden, dass er mit dir den Platz tauscht. Und jetzt gilt diese Einladung von Gott. Du kannst neu anfangen. Du kannst ihm dein Leben hinlegen. Du kannst frei werden. Aber diese Einladung gilt nicht ewig. Da zieht auch Gott irgendwann hier einen Schlussstrich und ist der Zug abgefahren. Aber noch bis heute haben wir Zeit. Und diese Zeit, die sollten wir nutzen. Und darum schreibt er hier auch weiter. Ermahnt und ermutigt euch Tag für Tag, solange dieses Heute, von dem die Schrift spricht, noch andauert, damit niemand unter euch sich von der Sünde betrügen lässt und sich dadurch dem Wirken Gottes verschließt. Ja alle gemeinsam unterwegs. Keiner von uns muss Jesus alleine nachfolgen. Und darum können, dürfen und sollen wir uns gegenseitig ermutigen und ermahnen. Wir können uns gegenseitig auf diesem Weg mit Jesus halten. Das ist ein Geschenk, was Gott uns macht. Eine Gemeinde haben wir beim vorher Mitgliederaufnahme gefeiert. Und da heißt es in guten und in schlechten Tagen. Aber das heißt eben auch, dass wir als Gemeinde alles dran setzen wollen, dass wir uns miteinander durchtragen, durch schlechte Tage, wo vielleicht einer mal vom Weg abkommt, wo es einer vielleicht nicht mal merkt. Hier heißt, verschließen vor Gottes Wirken. Da könnte man vielleicht auch meinen, okay, das meint eine Entscheidung. Ich sage, nein, ich will nichts mit Gott zu tun, aber ich glaube nicht, worum es hier geht. Sondern das Verschließen, das passiert automatisch. Wenn man sich, so heißt es hier, von der Sünde betrügen lässt. Und das ist ja genau das, was bei Simson passiert ist. Das war sein Problem. Der hat Riesenkraft, aber keine männlichen Freunde. Zumindest steht in der Bibel nichts davon, dass er irgendwelche Freunde gehabt hätte. Er ist ein Einzelgänger. Und er hat eine Schwäche für fremde Frauen. Er wird da gern mal von denen verführt. Und weil er niemand rechenschaftlich ist, weil ihn keiner ermutigt oder ermahnt, auf Gottes Weg zu gehen, darum macht er immer wieder die gleichen Fehler. Er hat so seine Lieblingssünden, die er immer und immer wieder macht. Simpson hat sich Gewohnheiten antrainiert. Vielleicht hat sich das auch einfach so eingeschlichen, er hat es gar nicht gemerkt. Aber jetzt irgendwann ist er bei dem Automatismus angelangt, wo er gar nicht mehr anders kann. Also ich weiß nicht, vielleicht können wir mal Christine fragen, wie das psychologisch funktioniert, aber es ist ja nicht ganz normal, dass der Simson viermal von der Delilah gefragt wird, wie kann man dich fesseln, wie kann man deine Kraft besiegen und er sagt einfach, ja, so. Also er merkt es nicht einmal, wie Delilah ihm einen Strick draus dreht. Er fühlt sich sicher, unbesiegbar und er spielt mit der Versuchung. Jetzt das Ganze in der Katastrophe, Haare weg, Kraft weg und noch viel schlimmer, Gott weg. Der Simson scheitert an seinem Auftrag. Nicht, weil er einmal was falsch gemacht hat, sondern weil er es zugelassen hat, dass diese ganze Sache mit den Frauen von den Philistern und vor allem mit der Delilah immer größer geworden ist. Die Delilah, die hat das Leben vom Simson regelrecht bestimmt, die hat immer mehr davon eingenommen, beziehungsweise irgendwann wurde er von den Philistern gefangen genommen, sodass er nicht mehr fähig war, seine Berufung, die er von Gott hatte, zu leben. Wer blind und gefangen im Gefängnis sitzt, der fängt keinen Krieg mit den Feinden an, der befreit kein Volk. Und das Ganze war ein schleichender Prozess, wo der Simson es nicht mal gemerkt hat, wahrscheinlich wie er immer mehr von Gottes Weg abkommt. Und genau dass das nicht passiert, haben wir diesen Vers in der Bibel, wo es heißt, wir sind zusammen unterwegs und wir können uns gemeinsam auf unserem Weg immer wieder an Gottes Berufung erinnern. Wir können uns gegenseitig, liebevoll, auf blinde Flecken hinweisen. Und wenn man dann vielleicht was melken oder sehen kann, kann man sagen, du schau mal, könnte es sein, dass das vielleicht für dich so ein roter Ort auf der Landkarte ist, den du eigentlich meiden solltest? Oder dass diese Person für dich eine Delila ist? Erinnere dich doch an das, was Gott in dein Leben reingelegt hat. Erinnere dich doch an deine Berufung. Ich glaube, das ist ein Riesenschatz, den Gott uns schenkt. Dass wir gemeinsam unterwegs sind. Deswegen hören wir auch sonntags eine Predigt. Deswegen geht ihr vielleicht unter der Woche in den Hauskreis und erzählt euch von eurem Leben. Erzählt euch, was euch beschäftigt, was euch bewegt und was ihr mit Jesus erlebt. Dass wir von den anderen mitgetragen werden und mithelfen, dass er oder sie nicht von der Sünde betrogen wird. Dass er sich nicht dem Wirken Gottes verschließt und dass sie ermahnt und ermutigt wird. Ich möchte einen kurzen Werbeblock machen, weil eine Sache, wie das ganz konkret aussehen kann, was es bei uns in der Gemeinde gibt und was ihr gerne in Anspruch nehmen dürft. Mentoring. Mentoring, das heißt, es gibt jemanden, mit dem treffe ich mich, vielleicht einmal im Monat, vielleicht alle sechs Wochen und wir reden miteinander. Diese andere Person, die ist vielleicht älter oder auch nicht, aber auf jeden Fall hat sie mir vielleicht Lebenserfahrung mit Jesus voraus. Und dann kann ich da davon erzählen, was mich bewegt, was mich beschäftigt, was gerade ansteht. Und diese andere Person, die hat nicht alle Lösungen für meine Probleme. Die hat nicht alle Antworten für alle meine Fragen. Aber die Star, die hört mir zu, die betet für mich und die stellt Fragen. Und ihr seht hier vorne, da gibt es Leute, bei denen man sich melden kann und ihr könnt auch diesen QR-Code, der läuft immer wieder durch, auch in der Werbefolie, abscannen. Da könnt ihr Steckbriefe anschauen von Leuten, die bereit sind, ein Stück vom Weg mit euch zu gehen. Vielleicht mal für ein Jahr, vielleicht mal nur für drei Monate ausprobieren, wie das funktioniert. Dass du jemanden hast, der mit dir auf deine Sachen draufschaut. Der von außen nochmal auf dein Leben guckt und sagt, ah, hier solltest du vielleicht aufpassen. Das könnte ein roter Ort sein. Und denk dran, dass du die Berufung nicht aus dem Blick verlierst. Pass auf die Delina auf. Aber wir gehen zurück zu Simson, weil um den geht es heute. Wie müssen wir jetzt dieses Ende von Simson einordnen? Ist er ein Held oder ist er gescheitert? Hat er seinen Auftrag oder hat er seine Berufung versagt? Ich würde sagen, ja und nein. Ja, Simson hat sich selber immer wieder durch unnötige und leichtsinnige Aktionen das Leben schwer gemacht. Gottes Berufung, die lebt man nicht an diesen roten Orten auf der Landkarte und auch nicht miteinander lila. Da hätte vieles anders laufen können und trotzdem, glaube ich, ist Simson kein Versager, weil er am Ende zur Einsicht kommt. Das steht jetzt nicht so wörtlich in der Bibel, aber ich bin davon überzeugt, dass das genau so ist. Dass während der Simson blind und schwach im Gefängnis sitzt. Dass er zur Einsicht kommt und merkt, ja stimmt, die Kraft, die kommt ja gar nicht von mir. Gott. Ich bin von ihm abhängig. Ich brauche ihn. Ich kann ohne ihn nichts tun. Und so betet er am Ende dann, bevor er diese Kraft nochmal wiederbekommt. Oh Herr, mein Gott, denk an mich. Bitte, oh Gott, gib mir ein letztes Mal Kraft. Ich denke, der Simson, der hat Buße getan. Der hat sich vor Gott gedemütigt und wahrscheinlich auch um Vergebung gebeten. Und er kommt jetzt nicht mehr als der Er stark zu Gott, der alles hat und nichts braucht, sondern als Bedürftiger. Und dann passiert es, dass er über tausend Jahre später im Hebräerbrief, wo wir diesen Vers mit dem Heute hatten, dass er genau da als Vorbild auftaucht, als Held des Glaubens. Simson ist ein Held. Aber er ist ein Held, weil Gott ihm die Kraft schenkt. Weil Gott ihm trotz seinem versklavten Herzen, trotz all dem, was da schiefläuft bei ihm, ihn zum Held macht. Der Simson, der war sicher in vielen Punkten ein unreifer, sündiger, impulsiver, rachsüchtiger und auch verletzter Mann, der viel Mist gebaut hat. Aber dieser ganze Mist, das ändert auch nichts an dem, was Gott gesagt hat. All das, was Simson falsch gemacht hat, das ändert nichts an Gottes Berufung. Und Gott hat am Ende auf sein Gebet gehört. Er hat ihm nochmal Kraft geschenkt. So, das Ganze gilt auch für dich. Es gilt für mich. Ich weiß nicht, wie es in deinem Leben aussieht. Du bist berufen, Gottes Kind zu sein. Du bist berufen, mit ihm Beziehungen zu leben. Dich von ihm lieben zu lassen. Ich weiß nicht, wie viele rote Orte es auf deiner Landkarte gerade gibt. Ich weiß nicht, wie viele Delilas dir in den Kopf kommen. Und wie viel Mist du sonst gebaut hast. Ich kann euch sagen, ich war in der Vorbereitung für diese Predigt wirklich sehr herausgefordert. Weil ich gemerkt habe, überall kommt was hoch. Überall kommen auf einmal Sachen hoch, wo ich dachte, den habe ich doch schon lange hinter mir gelassen. Und die Delilah habe ich doch schon lange in ihre Kammer gesperrt und in die Schranken gewiesen. Und auf einmal kommt es wieder hoch. Und ich merke, wie schwach ich bin. Dass ich keine Kraft habe, um mit Versuchung zu spielen. Aber für mich gilt und für dich gilt. All das, was du gemacht hast, ändert nichts an Gottes Berufung. Und das zeigt uns die Geschichte vom Simson. Du bist berufen, Gottes Kind zu sein. Mit ihm Beziehung zu leben. Ich bete. Jesus, wir kommen zu dir. Und du siehst unser Leben. Du siehst, was uns gerade beschäftigt, was uns umtreibt, was unseren Alltag bestimmt. Du kennst unsere Landkarte. Du kennst unsere Orte. Du hast uns einen Auftrag gegeben, eine Berufung. Und du siehst, wo wir in deinen Wegen gehen und wo wir das auch nicht tun. Und du siehst, wo wir vielleicht wieder Simson mit Dingen kämpfen und hadern. Und es nicht schaffen, auf deinen Weg zu gehen. Wo wir immer wieder die gleichen Fehler machen. Wo Sachen nicht in Ordnung sind, wo Sachen noch nicht heil sind. Dich, dass du uns Gnade schenkst, dass du durch deinen Geist unser Herz veränderst, dass du es weich machst, dass du es austauschst gegen ein lebendiges Herz, das dich liebt und das ergriffen ist von deiner Liebe. Jesus, du sagst, du willst uns neues Leben schenken. Du sagst, du willst uns lebendiges Wasser geben, das nichts mit rissigen Zisternen zu tun hat, wie wir sie hier auf der Erde haben, sondern das uns wirklich satt macht. Und du siehst unseren Kampf im Alltag, wie das oft so schwer ist, das vor Augen zu haben, diese Realität zu sehen, dass du da bist. Und ich bitte dich, dass du uns klar zeigst, wo wir Grenzen setzen müssen, wo wir an Orte nicht gehen können, wo wir Sachen nicht machen können, wo wir uns vielleicht auch von Menschen trennen müssen oder zumindest distanzieren müssen, die uns von dir wegbringen. Weil du, Herr, du hast Worte des ewigen Lebens. Und zu dir kommen wir. Bei dir wollen wir sein. Danke, dass du alles gemacht hast. Danke, dass du am Kreuz gestorben bist für uns. Dass wir einfach nur kommen dürfen. Dass dieses heute noch gilt. Und danke, dass wir auch als Gemeinde uns gegenseitig unterstützen können. Dass wir uns ermutigen und tragen und ermahnen dürfen, auf deinem Weg zu bleiben. Vater, schenk uns Wollen und gelingen. Amen. Ich danke euch, dass ihr euch darauf eingelassen habt, das Ganze ein bisschen zu durchdenken, das auf dein Leben persönlich anzuwenden und ich wünsche dir Gottes Segen, dabei nicht mehr an die roten Otter zu gehen und dir Delilah, der die Tür vor der Nase zuzumachen.