Gute Worte für dein Leben - Das Wort auslegen - Gideon Schmalzhaf
Ein Podcast aus dem F4 in Schwaigern!
29.11.2025 7 min
Zusammenfassung & Show Notes
Das Wort auslegen
In dieser Episode tauche ich tief in das Thema der unterschiedlichen Auslegungen biblischer Texte ein, insbesondere im Kontext unserer eigenen Erfahrungen und Meinungen. Ich beginne mit einer praktischen Anregung, wie wir häufig über alltägliche Themen – in diesem Fall über Arbeitszeitregelungen – diskutieren. Schnell wird klar, dass solche Diskussionen oft hitzig werden, da wir alle unsere eigenen Perspektiven mitbringen und bereit sind, unsere Ansichten vehement zu verteidigen. Dies führt häufig zu Missverständnissen und Konflikten, die wir auch in den biblischen Texten wiederfinden können. Ich greife die Thematik von Paulus auf, der in seinen Briefen immer wieder mit Auseinandersetzungen um die Auslegung biblischer Inhalte konfrontiert wurde. Ein Beispiel, das ich anführe, ist die Debatte darüber, ob echte Christen Fleisch essen dürfen oder nicht. Dieses historische Streitthema spiegelt die grundlegenden menschlichen Konflikte wider, die auch heute in unseren Gemeinden präsent sind. Jeder denkt, dass seine eigene Interpretation die einzig wahre ist, und vergisst oft, dass andere Gruppen die Texte ebenso differenziert lesen und verstehen. Im Laufe der Episode betone ich die Wichtigkeit, sich bewusst zu machen, dass wir alle denselben biblischen Text lesen, jedoch durch die Linse unserer persönlichen Erfahrungen, Geschichten und kulturelle Kontexte. Dies kann zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen, was nicht unbedingt bedeutet, dass eine Partei falsch liegt, sondern vielmehr, dass Wahrheit oft ein relatives Konzept ist, das Raum für Vielfalt lässt. Ich lade die Zuhörer dazu ein, diese Perspektive zu berücksichtigen und offen für die Meinungen anderer zu sein. Ein zentrales Anliegen ist es, dass wir die Freiheit haben sollen, unseren Glauben auf unsere Weise zu leben – sei es, indem man auf Fleisch verzichtet oder es weiterhin konsumiert, solange man überzeugt ist, dass dies der richtige Weg ist. Ich plädiere dafür, dass wir sowohl für uns selbst als auch für andere Verständnis entwickeln, anstatt in dogmatische Diskussionen zu verfallen. Abschließend richte ich einen Aufruf an die Zuhörer, ein offenes Gespräch über Glaubensfragen zu führen. Ich bestärke sie darin, dass es in Ordnung ist, unterschiedliche Ansichten zu haben, solange wir im Kern von dem vereint sind, was für uns alle wichtig ist: Jesus Christus als unseren Retter. Ich schließe die Episode mit einem Gebet, das um Weisheit und Verständnis bittet, um einander zuzuhören und aufgeschlossen zu sein gegenüber den unterschiedlichen Perspektiven, die unsere Gemeinschaft bereichern können.
Gesprochen von Gideon Schmalzhaf
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Produktion: Dorothee Reinwald und Gideon Schmalzhaf
Transkript
Hallo, hier ist der Gideon. Habt ihr euch schon mal das Wort gegenseitig ausgelegt?
Also mal ganz praktisch. Ich habe heute in der Arbeit, hatten wir es über die
sogenannte Arbeitszeitregelung, also von wann bis wann muss ich arbeiten und
wie werde ich da bezahlt und ach, alles Gott, ganz kompliziert.
Und es gibt nichts mehr, als bei komplizierten Themen sich gegenseitig verschiedenen
Meinungen auszulegen. Und nein, du liegst falsch, nein, ich bin richtig und so weiter.
Und diese Diskussion kann richtig hitzig werden und man kann sich beleidigen
oder gar ausfällig werden und den anderen als dumm darstellen und nicht würdig
überhaupt irgendwas zu tun.
Und das ist vielleicht etwas Alltägliches, man diskutiert über Themen,
gerade wenn sie einem wichtig sind oder wenn man den gleichen Text lesen kann
und jeder sieht ein anderes Ergebnis innerhalb des Satzes oder in dieser Aussage
und dann kommt es mal gerne zu Auseinandersetzungen, dann kommt es gerne zu,
in Meinungsverschiedenheiten, dann kommt es gerne zu vielleicht sogar Streit.
Und das Gleiche ist zu Zeiten von Paulus passiert und passiert uns auch heute
noch in unseren Gemeinden.
Wir lesen in der Bibel und die Bibel hat unheimlich vielfältige Texte,
weil natürlich jeder mit seinem Erlebnishorizont, mit seiner Geschichte,
mit seinen Erfahrungen an die Texte in der Bibel rangeht.
Wir entscheiden, das ist der richtige Weg, das ist die richtige Auslegung.
Oder gar, das ist die einzig wahre Lösung.
Und ich fand es ganz cool. Ich habe das in der Paulus-Geschichte gelesen,
in den ganzen Büchern und Briefe.
Es ist ein wiederholendes Thema, wo es, glaube ich, darum ging,
dass echte Christen kein Fleisch essen.
Und ich habe mir gedacht, okay, krass, das war bei denen schon Streitthema.
Da konnte man ein richtiger oder falscher Christ sein, wenn man dies oder jenes nicht getan hat.
Und auch heute erlebe ich das gerne, wenn wir unsere eigene Gemeinde angucken,
dann finden wir das natürlich als richtig.
Aber gucken wir andere Gemeinden an, denken wir, ja, also so kann man das zwar
sehen, aber das ist ja, also so steht es in meiner Bibel nicht drin.
Aber was wir gerne vergessen ist, dass ja die anderen das gleiche über uns denken.
Die denken auch, ja, also so kann man das sehen, aber in meiner Bibel steht das so nicht drin.
Das kennen wir von Predigern, das kennen wir von,
Ja, Sprecher, die aus der Bibel vorlesen, die etwas vorlesen und denken,
boah, ja, so sehen wir das, ziehen die Konsequenzen heraus, so sehen wir das.
Und sie liegen natürlich dann richtig, weil das Geheimnis ist,
jeder, der es liest und versteht, so wie er es liest, liegt grundsätzlich ja mal richtig.
Weil wir lesen alle denselben Texte, das heißt, derselbe Text ist die Wahrheit.
In der Bibel steht auch nur die Wahrheit.
Und trotzdem verstehen wir das anders.
Und auch Paulus hatte damals seine Lösung dazu gebracht oder seine Lösung dazu
angebracht und hat gesagt,
wenn der Mensch glaubt, jetzt zum Beispiel von der Fleischkonsum,
wenn der Mensch glaubt, dass es der richtige Weg ist, dann lass ihn diesen Weg
gehen und lass ihn auf Fleisch verzichten.
Wenn du glaubst, das ist nicht der richtige Weg, dann verzichte nicht darauf.
Und das ist
Auch eine Lebensweisheit, die ich für mein Leben in Anspruch nehmen möchte und
sagen, ja, ich lese selbst in der Bibel und ich stelle fest,
dass ich diese und jene folgere Schlussfolgerung ziehe,
dann sage ich, das ist der richtige Weg, das ist die Wahrheit,
die ich für mich buche, für mich anerkenne.
Das heißt nicht, dass ich blind bin für das, was mir mein Umfeld erzählt oder
was ich in Predigen höre oder in anderen Auslegungen.
Aber die sollen natürlich gut argumentiert sein. Ich möchte nicht blind vertrauen,
nur weil jemand etwas gesagt hat, sondern ich möchte verstehen und dadurch eine Akzeptanz haben.
Und weil nur wenn ich es verstanden habe, hat es Wahrheitsgehalt in meinem Leben
und daran kann ich mich messen, daran kann ich mich ausrichten.
Vielleicht überlegt ihr das nächste Mal, wenn ihr mit jemandem das Wort auslegt.
Vielleicht liegt die Wahrheit dazwischen. Oder eigentlich hat jeder recht.
Weil jeder liest mit seiner Geschichte, mit seiner Erfahrung,
mit seinem Blickwinkel den gleichen Text.
Und kommt vielleicht zum unterschiedlichen Ergebnis.
Aber im Kern der Sache sind wir uns alle einig.
Jesus Christus ist unser Retter. Er ist für uns ans Kreuz gegangen, für unsere Schuld.
Und mit meinem Schuldeingeständnis darf ich in den Himmel kommen,
wo er dort ein Zimmer für mich bereitet hat und das ist die Basis von unserem Glauben.
Es ist super einfach und alles andere ist großartig und wird in alle verschiedenen
Richtungen unterschiedlich ausgelegt, aber es ist dann halt einfach nur Schmuck am Nachthemd.
Und wenn du denkst, ja also, also Gideon, also ich bin jetzt völlig anderer Meinung,
dann lade ich dich gerne ein, dass wir uns gegenseitig das Wort auslegen,
weil, ja, ich habe die Bibel in meinem Blick gelesen und du siehst es vielleicht völlig anders.
Und das ist völlig okay.
Und trotzdem freue ich mich drauf, mit dir darüber ins Gespräch zu kommen.
Und zum Schluss möchte ich noch ein kleines Gebet sprechen.
Du großartiger Vater, ich danke dir, dass wir in deiner Bibel lesen dürfen,
dass wir es selbstständig lesen dürfen und selbstständig die Geschichte verstehen,
auslegen und nachforschen dürfen.
Und danke aber auch, dass du uns andere Menschen an die Seite gestellt hast,
die vielleicht ein neuer Blickwinkel öffnen können und dir die Geschichte auf andere Art verstehen.
Und bitte schenk mir die Weisheit und das Verständnis, dass ich verstehe,
was mein Gegenüber meint, wie mein Gegenüber das versteht und wenn er den richtigen Weg geht, den,
den ich falsch abgebogen bin, dann schenke ihm die Überzeugungskraft,
mich zu überzeugen, den richtigen Weg zu kommen.
Und wenn nicht, schenke mir die Überzeugungskraft, mein Gegenüber zu überzeugen. Amen.
Und ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag. Tschüss.
Speaker1
00:03:33
Gideon Schmalzhaf
00:03:34
Speaker2
00:05:35
Gideon Schmalzhaf
00:05:38