F4 Schwaigern

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F4:Nachgefragt - Tief erfüllt | ER:FÜLLT - Leben in der Tiefe mit Mark Bühner

Ein Podcast aus dem F4

21.05.2026 17 min Gideon Schmalzhaf, Mark Bühner

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von F4 Nachgefragt sprechen wir über die Abschlusspredigt der Reihe „Tief erfüllt“ und über die Frage, ob sich vom Heiligen Geist erfüllen lassen dem Gefühl eines Rausches ähnelt. Im Mittelpunkt steht dabei auch die Frage, wie emotional Lobpreis sein darf und ob starke Stimmung etwas Geistliches beweist.

Wir halten fest, dass Anbetung in der Bibel ganzheitlich verstanden wird und Emotionen dabei einen Platz haben können. Wenn uns Gottes Wahrheit oder das Evangelium trifft, kann das Gefühle wie Freude, Frieden oder Begeisterung auslösen. Diese Gefühle sind aber nicht das Ziel, sondern eine mögliche Reaktion auf geistliche Wahrheit.

Wir unterscheiden Lobpreis und Rausch, indem wir darauf eingehen, dass der Heilige Geist den Verstand nicht ausschaltet, sondern Klarheit schenkt. Im Gegensatz zu künstlich erzeugten religiösen Hochgefühlen oder anderen Formen von äußerer Beeinflussung geht es bei echter Anbetung nicht um ein Gefühl um seiner selbst willen, sondern um Wahrheit, Erkenntnis und innere Ausrichtung auf Gott.

Wir betonen außerdem, dass Lobpreis nur dann echt ist, wenn er von innen heraus geschieht und sich auf Gott richtet. Es geht nicht darum, sich selbst gut zu fühlen oder durch Musik in eine Stimmung gezwungen zu werden, sondern darum, Gott zu ehren. Dabei kann es sehr unterschiedliche Reaktionen geben: Freude, Trauer, Demut oder auch Buße.

Am Ende halten wir fest, dass man das Wirken des Geistes nicht an einzelnen emotionalen Momenten erkennt, sondern an den Früchten im Alltag. Entscheidend ist, ob Lobpreis und Gebet uns langfristig verändern, etwa hin zu mehr Demut, Liebe, Gehorsam und Mut im Glauben.

Ein Podcast des F4 Schwaigern:
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Transkript

Gideon Schmalzhaf
00:00:07
Herzlich willkommen bei F4 Nachgefragt. Heute wieder mit Marc Bühner. Hallo Marc.
Mark Bühner
00:00:12
Hallo Gideon.
Gideon Schmalzhaf
00:00:14
Wir besprechen heute die Abschlusspredigt der Tief erfüllt Reihe oder der Erfüllt Leben in der Tiefe Reihe zu dem Thema heute Tief erfüllt. Und wir haben auch eine Frage dazu bekommen. Und ich lese die gleich mal vor. Sich vom Geist Gottes erfüllen zu lassen ist laut deiner Auslegung das Gegenteil eines Rausches. Ist das ein Argument gegen charismatischen Lobpreis, bei dem ich wie ein kleiner Rausch in Stimmung komme? Wie Stimmung erzeugend darf Lobpreis denn sein? Große Frage, sogar zwei, wenn man es genau nimmt. Ich glaube, es sind.
Mark Bühner
00:00:49
Wahrscheinlich mehrere Fragen, die da mit drin stecken. Spannend. Mal schauen, wo wir nachher landen. Ich fange mal vorne an. Lobpreis an Betung, genau. Genau. Ich würde sagen, Anbetung ist in der Bibel immer was sehr ganzheitliches und deswegen dürfen da Emotionen natürlich einen wichtigen Platz mit einnehmen. Also wenn ich von was ehrlich begeistert, ehrlich fasziniert bin, wird mich das wahrscheinlich auch in Emotionen mit hineinnehmen. Überhaupt ist ja alles, was einen Menschen, ich sage es mal nicht nur intellektuell, sondern so ganzheitlich betrifft, von seinem ganzen Wesen her, ist ja immer auch mit den für mich typischen Emotionen verbunden. Ich bin kein Roboter, ich bin keine Maschine, ich bin ein Mensch, ich bin ein gefühlsbegabtes Wesen. Das hat Auswirkungen. So, völlig klar.
Gideon Schmalzhaf
00:01:29
Ja.
Mark Bühner
00:01:30
Deswegen finde ich das überhaupt nicht problematisch, wenn man beim Lobpreis merkt, wie einen das innerlich bewegt und wie man dabei in einem besonderen Maße vielleicht ein Gefühl von Frieden kriegt, von Freude, von Begeisterung. Also das ist ja logisch, oder? Wenn uns die geistliche Wahrheit der Bibel trifft, das Evangelium trifft, dann wird mich das bewegen und rumreißen und wird auch irgendwelche Reaktionen herausfordern. Jetzt ist die Spannung die, da bin ich in der Predigt auch kurz drauf eingegangen, Ziel sind nicht Gefühle, sondern Gefühle können ein Ausdruck der Wahrheit sein, die der Geist mir aufschließt. Ich versuche es ein bisschen zu erklären. In der Predigt hatte ich das mit diesen heidnisch-religiösen Kulten, die es damals gab, die Orage von Delphi und Kohl, die versucht haben, durch Alkohol und andere Rauschmittel sich in diesen Rauschzustand hinein zu pushen mit dem Ziel, ich muss Gefühlsintensität schaffen. Ganz viele Emotionen, ganz viele Gefühle, ein Losgelöstsein von meiner Realität schaffen.
Gideon Schmalzhaf
00:02:32
Klassische Druck nehmen eigentlich.
Mark Bühner
00:02:34
Ja, also genau, stell dich vor, man nimmt Drogen und je mehr die Drogen wirken, je mehr ich in diesem Rausch drin bin,
Gideon Schmalzhaf
00:02:41
Desto mehr denke ich.
Mark Bühner
00:02:43
Jetzt bin ich abgehoben, also bin ich Gott näher. Oder dieser Gottheit, die halt angebetet wird. Und deswegen fand ich es so spannend in diesem Text, wie Paulus das so ganz bewusst rhetorisch hervorhebt. Heiliger Geist ist ganz anders in seiner Wirkung wie, sauft euch voll Wein und werdet unordentliche Menschen. Weil der Heilige Geist unseren Verstand nicht aussnockt, nicht benebelt, sondern uns tiefe Klarheit schenken will. Das kann durchaus mit Emotionen verbunden sein. Aber es hat mit Fakten zu tun, mit Erkenntnis, mit dem, was der Geist uns klar macht. Und ich finde, das sollten wir schon auch ernst nehmen. Auch wenn das je nach Kultur, auch Gemeindekultur oder so, wahrscheinlich an unterschiedlicher Stelle andocken muss, wie wir das jetzt anwenden.
Gideon Schmalzhaf
00:03:25
Müssten wir dann vielleicht mal trennen, ich weiß, hier in dem Text kommt es irgendwie vor, dass der Frage stellende Person die Stimmung beim Lobpreis mit einem Rausch gleichsetzt. Und wenn wir jetzt deiner Ansage folgen, dann ist das ja eigentlich kein Rausch, weil wenn wir jetzt davon ausgehen, die Person glaubt an Gott, das ist ihr Mittelpunkt. Und sie kommt dann beim Lobreis eben in die Stimmung, sie fühlt sich Gott näher, im Lied wird vielleicht eine Textseile gezungen, wo sie sagt, ja genau, das fühle ich gerade oder das ist gerade, was ich Gott sagen möchte, dann ist es ja kein Rausch. Dann ist es ja eigentlich, also die Begeisterung für den Glauben, das Gespräch mit Gott, diese Nähe, die man mit jemand anderem hat, dann ist es kein Rausch. Weil Rausch enthebt mich ja der Realität und ich bleibe in der Realität, weil ich komme Gott wirklich näher, weil das aus einem, Aus dem Heiligen Geist, aus mir kommt und nicht von einer fremden Substanz, die von außen auf mich wirkt und dann mich quasi geistig entfremdet.
Mark Bühner
00:04:23
Ja, oder entmündigt, dass ich gar keinen Einfluss mehr drauf habe oder gar nicht mehr mitdenken kann. Also ich glaube auch, dass wir diese Begriffe schnell ein bisschen übereinander schmeißen, vielleicht auch aus Angst oder man möchte sich nichts nehmen lassen von dem, wie man selber seine Emotionen damit reinlegt. Aber mir ist es schon wichtig, die Wirkung des Geistes darf nicht einfach gleichzusetzen sein mit irgendeiner Gefühlsintensität, die ich bei einem Rockkonzert genauso haben kann. Also wenn der Bass da ordentlich dröhnt und irgendwann regt mich das halt an, dann kann ich da auch mitdansen und fühle mich nachher, oh, es war ein super Abend, war eine super Nacht. Nur weil ich das jetzt Jesus nenne, ist es ja nicht deswegen gleich geistlich. Also was macht echte Anbetung aus oder was macht die wahre Erfüllung durch den Geist in diesem Moment aus? Das einfach mal ein bisschen zu differenzieren. Gefühle hängen damit zusammen, aber sind nicht der klare Indikator, weil Gefühle kann ich für alles Mögliche eben haben. Ich sage mal so, ich halte es für überhaupt nicht problematisch, habe ich gesagt. Wenn in der Anbetung viele Gefühle eine Rolle spielen, gerade als Reaktion auf diese Faszination von dem, wer Gott ist und was der Geist mir klar macht. Aber das ist nicht automatisch ein Beweis für geistliche Tiefe, bloß Walzgefühle auslöst. Also die Frage ist, von welcher Seite satteln wir das Pferd hier auf?
Gideon Schmalzhaf
00:05:43
Mir fällt mir vielleicht etwas dazu ein, weil, also, lass es zwei Menschen in den Gottesdienst kommen. Wir haben einen Lobpreis und der eine ist brutal ergriffen dann von dem Lobpreis, weil er sagt, ja gut, das ist das Liebeslied an Gott, was ich schon immer singen wollte und die Person vorne an der Bühne drückt das so aus, wie ich das gerne sagen würde. Und der Mensch nebendran fühlt das gar nicht, so nach dem Motto, also nee, heute kann ich da singen, was ich will, aber vielleicht habe ich eine kleine Enttäuschung. Aber beide haben am Anfang dieselbe Beziehung zu Gott. Aber den einen reißt es mit, weil seine Lebenssituation das daraus macht oder sich einfach darauf fallen lassen kann und darauf einlassen kann und der andere nicht. Und somit ist ja Lobreis in dem Sinne. Keine Droge, weil ich nicht gezwungen werde in diesem Zustand, sondern ich muss mich selber darauf einlassen. Und das kann ich nur, also im Sinne des Lobpreises, was auch wahrscheinlich die Band machen möchte, sie möchte Gott anbeten, kann ich nur, wenn ich selber bereit dazu bin, in die Anbetungsstimmung zu kommen, beziehungsweise wenn ich das gerade kann, nicht nur, weil die Band vorne tolle Musik spielt. Weil wenn die Band nur tolle Musik spielt und ich deswegen in diese Stimmung komme, dann ist es mehr ein Rausch, weil dann werde ich gezwungen in diese Stimmung rein. Und wenn ich quasi aus mir selber, also ich überlege jetzt, wenn ich in Lobpreis-Gottesdienst gehe und da steht vor einem Lied, vielleicht gehe ich auch nur mit einer Einstellung im Gottesdienst und ich sage, okay, ich bin heute bereit zum Lobreisen, und vielleicht gerade ist TMT gewesen und ich weiß es immer, am Samstagabend ist cooler Lobpreisabend und es macht super Spaß und da kann man mitsingen. Die singen tolle Lieder, die reisen mit, die haben tolle Texte, die erfüllen einen. Aber ich weiß selber, dass wenn man da nicht an Gott klappt, dann sind die Lieder wertlos. Also ich muss aus diesem Interesse kommen. Natürlich, am Ende, wenn es der Inhalt, wenn da wertlos war, ich kein Chris bin, war es tolle Musik. Weil die haben coole Musik, tolle E-Gitarre und Schlagzeug und... Aber der Wert der Musik ist da nicht da. Und ein Lobpreis lebt ja daraus, dass eben er zu Gott singt, von Gott kommt. Und nicht nur, weil er gute Musik ist. Nicht, weil wir uns in Drance getanzt haben, sondern weil wir hier einen wertvollen Text ausgemacht haben, der nur klappt, wenn ich die innere Überzeugung dazu habe, dass Gott gehaltvoll ist. Also ich an Gott glaube. Es muss auf jeden Fall.
Mark Bühner
00:08:07
Immer mit dieser Wahrheit kombiniert sein. Sonst kann es nicht echt sein. Ist in der Tiefe oberflächlich dann auch wieder. Auch wenn es emotional sich anfühlt, kann es trotzdem oberflächlich sein. Also ich glaube, wir haben da schon so eine Spannung. Wir Menschen wollen ja immer kontrollieren. Wir wollen uns auch selber optimieren in dieser Frage. Und das zweischneidige Schwert ist, ich kann es nicht machen. Also ich habe auch schon Leute erlebt, die haben sich quasi beschwert, dass die blöde Lobpreisanleiter da vorne es heute nicht geschafft haben, mich in Stimmung zu bringen oder so. Und die sagen, so leicht kann man es sich auch nicht machen. Wie du sagst, man kann sich darauf einlassen oder auch nicht. Und tiefe Anbetung muss nicht immer in der von mir geplanten äußerlichen Stimmung ablesbar sein. Es kann auch mal sein, das fühlt sich richtig doof an, weil der Geist dir was Kritisches klar machen will, was dich jetzt nicht in die von dir ersehnte Freude führt, sondern erstmal in eine gewisse Scham oder in eine Bußhaltung oder so. Also das hat ganz viele Facetten, die man nicht so leicht einengen sollte, auch in seiner Erwartung nicht. Der Geist darf nachher wehnen, wie er will.
Gideon Schmalzhaf
00:09:08
Ja, weil der Lobpreis ja keine Droge ist. Er soll mich ja nicht bestimmen, sondern ich lasse mich darauf ein, weil ich im Herzen offen bin und nicht, weil der vorne eine schöne Stimme hat und du gefälligst jetzt in Stimmung kommen zu hast. Das würde auch dem Bota von Lobpreis meiner Meinung nach widersprechen.
Mark Bühner
00:09:26
Und das ist genau das, worauf ich, glaube ich, ein bisschen hinaus will. Also was ist an Betung hier? Führt uns die Art und Weise des Lobpreises, egal wie charismatisch oder verschiedene Frömmlichkeitsziele da dahinter stecken, aber führt uns die Art und Weise, wie das gemacht wird, dahin, dass mich die Wahrheit über Gott, über seine Liebe, über seine Anbetungswürdigkeit im Herzen ergreift, dann Halleluja. Also dafür sollte das da sein. Oder führt sie mich bloß in eine künstlich erzeugte Stimmung, ein religiöses Hochgefühl, ohne dass da theologische Substanz dahinter steckt? Also ich fühle mich ganz toll, aber weiß aber gar nicht, warum. Womit hat das zu tun? Dann ist es, würde ich jetzt mal frech sagen, keine Anbetung mehr, sondern hat ganz viel mehr mit Psychologie zu tun, mit den Mitteln da halt.
Gideon Schmalzhaf
00:10:15
Ja, aber dann ist ja eigentlich egal, ob ich quasi Lobreis höre oder ein tolles Rockkonzert höre oder ich egal was mache oder eben Drogen eingeworfen habe, weil dem Moment, wo es nicht mehr aus mir kommt und ich nur von außen mitgerissen werde, der Moment verliert ja, also der Ursprung seinen Wert oder hat nie stattgefunden und dadurch ist es egal, was ich am Ende tue, bin ich nur beeinflusst von einer äußerlichen Sache und der Wert des Lobpreises kommt in dem Fall ja dann, wenn der Glaube schon da ist.
Mark Bühner
00:10:51
In der Bibel ist das immer wieder ein Thema, auch dass Gott sich darüber beschwert, Leute, die tolle Lieder singen, dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Da geht es nicht darum, die sollen das emotionaler machen oder ekstatischer und dann wird es richtig sein, sondern sie sollen es mit Wahrheit füllen. Es soll echt sein von innen heraus. Der Geist ist in der Bibel ein Geist, der uns in alle Wahrheit hineinführen möchte. Nicht in ein Hochgefühl ohne Wahrheit, sondern das muss immer zusammenhängen. Der Geist zeichnet sich in der Bibel dadurch aus, dass er Herz und Verstand ergreift, dass es keine Gegensätze sind, sondern Dinge, die einander bedingen. Er schenkt nicht bloß kalte Erkenntnis und er schenkt auch nicht bloß ein ominöses Gefühl, das ich nicht greifen kann, sondern er bewirkt ein tiefes Ergriffensein über geistliche Wahrheit. Das ist was ganz anderes und deswegen führt Anbetung nicht dahin, dass ich mich selber toll fühle, weil ich mich jetzt geistlich fühle. Also das ist auch nicht das Ziel. Manchmal habe ich den Eindruck... Ich würde mich gerne gut fühlen, deswegen gehe ich ja auch auf ein Fußballspiel oder ein Konzert oder irgendwas, weil das sich einfach toll anfühlt. Ja, dann mache ich im Gottesdienst das Gleiche. Mein Ziel ist heute, dass ich mich gut fühle. Das aber Anbetung zu nennen, stimmt halt einfach nicht. Bei der Anbetung geht es um Gott. Dass ich ihn ehre für das, was er ist. Also für die Wahrheit seines Wesens, seiner Existenz, seiner Liebe und allem.
Gideon Schmalzhaf
00:12:12
Ich bin nicht der Mittelpunkt der Lobpreisung oder der Anbetung, sondern Gott. Ich preise Gott. Genau, Betung dreht sich um Gott.
Mark Bühner
00:12:20
Nicht um meine Gefühlswelt, aber je mehr ich mich um Gott drehe, kann das sehr wohl viele Gefühle auslösen. Das ist diese Spannung, weder zu weit links, noch zu weit rechts. Ich finde, damit schließt sich auch der Kreis hier von Frage an Betung oder Lobpreisformen und dem Thema der Predigt, lasst euch vom Geist erfüllen. Die Wirkung des Geistes steht in der Bibel ja auch häufiger drin. Erkennt man nicht an punktuellen Emotionen oder einzelnen Erfahrungen, Erlebnissen, die manchmal in ihrer Wirkung ja ganz schnell wieder vorbei sein können, sondern darin, wie er uns prozesshaft, war ja auch ein Thema, längerfristig verändert. Also an den Früchten, würde Jesus oder Paulus sagen. Deswegen ist die entscheidende Frage auch zum Lobpreis gar nicht so sehr, wie viele Emotionen sind okay, was ist zu viel, was ist zu wenig. Da kann es viele Antworten geben. Es muss halt echt sein, muss authentisch sein. Sondern die Frage ist, was bewirkt dieser Lobpreis in deinem Leben? Was macht er mit dir? Macht er nur, dass du dich besser fühlst und danach gehst du heim und wenn die atmosphärische Stimmung weg ist, ist alles wieder doof? Oder ist das eine Form des Gesprächs, der Anbetung zwischen Gott und dir? Also wo du mit ihm redest und du stellst fest, es macht dich demütiger, weil dir mehr aufgeht, wer ist Gott und wer bist du. Es macht dich liebevoller anderen Menschen gegenüber, weil Gott diese Welt so lieb hat. Es macht dich gehorsamer, diesem souveränen Gott. Es macht dich mutiger, deinen Glauben zu bekennen. Das sind alles Auswirkungen, an denen man das Wirken des Geistes erkennt, an den Veränderungen an uns. Im ganz gewöhnlichen Alltag schon lange, wenn die Atmosphäre des besonderen Augenblicks vorbei ist. Und das ist auch das Ziel von Gebet, von Anbetung. Ich ehre Gott, ich juble ihm zu, ich danke ihm für das, was er ist und ich erkenne darin, wie ich ihn mehr erkenne, dass es mich verändert, weil er mich verändert.
Gideon Schmalzhaf
00:14:21
Ja. Das ergibt dann auch die zweite Frage, wie Stimmung erzeugt ein Zeugen, darf Lobpreis denn sein? Also wenn ich jetzt das reflektiere, was du gesagt hast, dann gibt es da keine Grenze. Wenn ich Gott lobpreise, also reden wir davon, dann darf ich Lobpreis machen. Und wenn ich begeistert Gott lobreise oder wenn ich vor Trauer mit ihm spreche, aber die Rückkopplung, die mich von Gott trifft, die Grenze liegt bei Gott und nicht bei mir und nicht am Lobreis, sondern wichtig ist, ich mache es für Gott und nicht für mich. Und dann gibt es doch, mal ganz grob gesehen, keine Grenze, zumindest nicht in Stimmung.
Mark Bühner
00:15:03
Genau, und gleichzeitig ist nicht die Stimmung das Ziel, sondern die ehrliche Anbetung des Herzens, die sich garantiert auch in Stimmung zeigen wird. Also nur weil ich Stimmung habe, ist es noch nicht Anbetung. Das stimmt. Also kommt einfach darauf an, ob man da ehrlich sich selber auch reflektiert. Warum bin ich hier oder wenn ich Lobpreisteam bin, wofür mache ich es? Ich möchte Menschen in die Anbetung des wahren Gottes führen. Und dann kann ich mir selber überlegen, Herr, hilf mir, was dient dem, dass ich Menschen da hinbringe, dass sie über deine Wahrheit so begeistert staunen oder was auch immer an Reaktionen hervorkommen.
Gideon Schmalzhaf
00:15:35
Das ist die Frage nach Stimmung eigentlich die falsche, sondern wir preisen Lob Gott. Und was dann kommt, hat Gott in der Hand. Und wenn die Band Gott Lob preist und ich im Publikum stehe und singe oder sitze oder nur still zuhöre und mich ergreift Gottes Gegenwart, dann gibt es keine Grenzen.
Mark Bühner
00:15:56
Es kann keine emotionalen Grenzen der Reaktion darauf geben, wer Gott ist und wie er uns sieht, was er für uns tut. Darauf kann es keine Grenzen geben. Und wenn mein Ziel ist, nachher ein Stage-Diving zu machen oder so, dann geht es mir wahrscheinlich nicht um Gott.
Gideon Schmalzhaf
00:16:11
Ja, dann bin ich vielleicht selber im Fokus. Danke, Marc. Wir haben ziemlich ausführlich die Frage beantwortet. Und wenn du zu Hause jetzt denkst, ja, da muss ich aber noch mehr sprechen oder da habe ich noch mehr Redebedarf. Ich lade dich, ich lade euch gerne ein, in den Gottesdienst zu kommen. Wir haben am 25. Mai in Bad Liebenzell das Pfingst-Visionsfest. Da seid ihr natürlich gerne eingeladen. Und wenn nicht, dann Sonntag drauf, wieder im F4. Kommt zahlreich und löchert notfalls den Marc mit Fragen. Ich denke, er ist super gerne bereit, mit euch zu reden oder unterhaltet euch mit den anderen Menschen in der Gemeinde. Und dann sind wir jetzt ganz offiziell am Ende. Ich danke dir, Marc, für deine Rede und Antwort.
Mark Bühner
00:16:55
Hat Spaß gemacht. Dankeschön auch für die Frage.
Gideon Schmalzhaf
00:16:58
Und dann sage ich von meiner Seite aus Tschüss.
Mark Bühner
00:17:00
Tschüss zusammen. Wir hören voneinander.