F4 Schwaigern

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F4:Nachgefragt - Ehebrechen leicht gemacht | Die größte Predigt aller Zeiten mit Mark Bühner

Ein Podcast aus dem F4

13.02.2026 18 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von „F4 Nachgefragt“ besprechen wir das komplexe Thema Ehebruch und seine Implikationen, sowohl fromm-theologisch als auch praktisch im Umgang innerhalb der Gemeinde. Mein Gast Marc und ich starten mit den unterschiedlichen Begrifflichkeiten, die in der Bibel verwendet werden, um eine klare Unterscheidung zwischen Ehebruch und Unzucht zu ziehen und darzulegen, dass es nicht notwendig ist, verheiratet zu sein, um Ehebruch zu begehen. Wir vertiefen uns in die moralischen und spirituellen Dimensionen dieser Thematik. Marc betont, dass es weniger um den institutionellen Status der huwelijk geht als vielmehr um die Herzenshaltung, die wir in Bezug auf Sexualität und Beziehungen einnehmen sollten. Jesu Botschaft hebt hervor, dass die Reinheit unserer Gedanken und Motive von entscheidender Bedeutung ist, unabhängig davon, ob jemand verheiratet ist oder nicht. Ein zentraler Punkt unserer Diskussion liegt im Umgang mit Ehebruch innerhalb der Gemeinde. Wir reflektieren, wie Führungspersönlichkeiten im Glauben besondere Verantwortung tragen und welche Herausforderungen es birgt, moralische Vergehen zu bewerten, ohne in Vergleiche abzurutschen. Dies wird ergänzt durch die biblische Perspektive auf Vergebung und das seelsorgerliche Herangehen an betroffene Personen, die ihren Fehltritt erkennen und bereit sind, sich zu verändern. Marc erläutert den Prozess, wie Gemeindezucht nicht als Bestrafung, sondern als Möglichkeit zur Wiederherstellung und zur Förderung von Buße verstanden werden sollte. Im weiteren Verlauf der Episode betrachten wir auch die Herausforderungen, die mit traditioneller Gemeindezucht einhergehen, insbesondere im Hinblick auf den Machtmissbrauch und die oft herrschende hierarchische Struktur. Es wird wertvoll erörtert, wie der Fokus auf Liebe, Barmherzigkeit und verantwortungsvolles Handeln stets im Zentrum dieser Entscheidungsprozesse stehen sollte. Des Weiteren setzen wir uns mit der biblischen Figur David auseinander und untersuchen, wie seine Reue und Buße als inspirierende Beispiele für den Umgang mit persönlicher Schuld gelten können. Die letzten Fragen der Episode zielen darauf ab, das Thema Ehe und Scheidung in einem zeitgenössischen Kontext zu betrachten, besonders die von Jesus erwähnten Grundsätze und deren Relevanz für heute. Marc warnt vor leichtfertigen Entscheidungen innerhalb des Ehebundes und betont die wertvolle Bedeutung der ehelichen Treue, während wir uns auch die sozialen und kulturellen Implikationen vor Augen halten, die mit Scheidung verbunden sind. Diese tiefgehende Analyse wird durch den Aufruf zum Handeln ergänzt: die Ehe zu ehren und die eigenen Herzensabsichten zu reflektieren, um die von Gott gegebene Beziehung in all ihrer Fülle zu leben. Die Episode schließt mit der wichtigen Erkenntnis, dass die Ehe als geistliches Fundament und als Lebensbund wertzuschätzen ist.

Ein Podcast des F4 Schwaigern:
Liebenzeller Gemeinschaft und EC-Jugendarbeit Schwaigern e. V.
Falltorstr. 4
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Transkript

Johannes "John" Götz
00:00:06
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von der 4 Nachgefragt. Heute mit mir, dem John und mein Gast ist der Marc. Hallo Marc.
Mark Bühner
00:00:14
Hallo John.
Johannes "John" Götz
00:00:15
Ja, wir starten direkt rein mit der ersten Frage zur Predigt vom Sonntag, wo es ja um das Thema Ehebruch geht. Und da kam jetzt die Frage, wie ist es denn mit diesen Gedanken, wenn ich nicht verheiratet bin?
Mark Bühner
00:00:31
Also erstmal, in der Bibel gibt es eine klare Unterscheidung zwischen den Begriffen Ehebruch und Unzucht. Um die Ehe zu brechen, muss einer dieser zwei bzw. Drei Beteiligten offensichtlich verheiratet sein. Also irgendwie wird in diese Ehe eingegriffen durch eine dritte Person. Das geht natürlich auch, wenn ich der Nichtverheiratete bin, aber in eine gestehende Ehe einbreche, um so mal direkt auf die Frage einzugehen. Das andere ist das Wort Unzucht. Und damit meint die Bibel jegliche Form von sexuellem Umgang, Verhalten, Verkehr, der nicht in die Ehe eingebettet ist. Das ist Unzucht. Damit ist schon mal klar, ich muss nicht verheiratet sein, um Ehebruch begehen zu können. Aber ich glaube auch nicht, dass das die eigentliche Aussage ist, die Jesus hier treffen möchte. Weil Jesus will ja nicht sagen, oh, du bist nicht verheiratet, dann mach, was du willst. Sondern im Gegenteil sagt, halte deine Gedanken sexuell rein. Egal, ob die Sünde, die im Hintergrund lauert, dann am Ende Ehebruch oder Unzucht genannt wird. Beides ist blöd. Beides ist Gift. Beides trennt dich von Gott. Mach dein Leben kaputt. Ist anders, als wie Gott sich das gedacht hat. Ja, und mal ganz davon abgesehen, diese Frage, ist das dann schlimm quasi, wenn ich nicht verheiratet bin? Die relativiert ja völlig, was so sexuelle Gedankenspiele bedeuten für die Person, mit der man das macht. Also jede Person, mit der ich in Gedanken fremdgehe, degradiere ich zu einem Sexobjekt. Und das ist zusätzlich zu allem, was die Bibel sagt, einfach nochmal eine richtig krasse Entwertung von Menschen, die Gott als sein Ebenbild geschaffen hat. Und ich finde, das sollte uns schon sehr zu denken geben in einer Gesellschaft, wo das irgendwie nicht mehr so viel zu zählen scheint.
Johannes "John" Götz
00:02:09
Also du meinst, es geht weniger darum, ob jemand verheiratet ist oder nicht, sondern mehr um, was ist in meinem Herz, was in meinen Gedanken, unabhängig davon jetzt.
Mark Bühner
00:02:18
Also das ist zumindest der Fanggedanke von Jesus, genau. Also halte dein Herz rein und ja, es ist komplett richtig. Das eine nennt man Ehebruch, das andere nennt man Unzucht und beides ist absolut scheiße.
Johannes "John" Götz
00:02:28
Okay. Wenn jetzt sowas passiert, ist es dann unterschiedlich zu bewerten, ob ein Leiter, ein Mitglied oder ein normales, in Anführungszeichen, Gemeindemitglied Ehebruch begeht.
Mark Bühner
00:02:41
Das ist die Frage, ja.
Johannes "John" Götz
00:02:42
Ja, das ist die nächste Frage.
Mark Bühner
00:02:45
Also Ehebruch ist natürlich immer was Schlimmes. Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns einen Gefallen tun, wenn wir anfangen, moralische Vergehen, quasi die Täter miteinander zu vergleichen. Also ist das jetzt schlimmer? Ist das jetzt schlimmer? Weil es geht ja immer um konkrete Menschen und die haben immer sehr konkret zu leiden. plus weistlich gesehen bringt uns das gleich weit weg von Gott. Und trotzdem, um die Frage ernst zu nehmen, ja klar, es gibt Bibelstellen, die klar machen, Leiter in der Gemeinde, vor allem Menschen, die in Führungspositionen auch der Lehre und so nachgehen, werden von Gott besonders streng bewertet. Das hat aber mehr was damit zu tun, dass sie einfach eine große Verantwortung haben an der Stelle, an der sie tätig sind. Also ich lese zum Beispiel gerade in meiner Stillzeit den Jakobusbrief und heute Morgen lag ich da und bin über Kapitel 3 Vers 1 gestolpert. Da sagt Jakobus folgenden Satz, nicht jeder von euch soll überhaupt ein Lehrer werden, da wir doch wissen, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden. Habe ich gedacht, das passt schon ziemlich gut genau in diese Richtung. Aber nochmal, um zurückzukommen, Jesus formuliert in der Bergpredigt diese Sachen bewusst ganz allgemein. Der hätte damals ja auch schon sagen können, aber als Pharisäer gilt es gleich doppelt für dich oder so. Hat er nicht gemacht, weil es ihm nicht darum ging, dass wir jetzt Kategorien aufziehen, bei dem ist doppelt schlimm wie bei mir. sondern jeder darf sich selber das fragen. Und deswegen auch diese Unterscheidung zwischen einem Gemeindemitglied oder einem Gemeindebesucher, der Ehebruch begeht, ich glaube, das hilft uns hier nicht weiter. Der einzige Unterschied ist, dass ich mit einem Mitglied anders umgehen kann, weil der sich vor Ort verpflichtet hat zu den Werten bei uns in der Gemeinde, während ich einem Gemeindebesucher natürlich erstmal vorsichtiger im Gespräch einen Zugang wählen müsste. Aber nochmal moralisch, geistig ist das kein Unterschied in dieser Form. Beide haben gleich versagt und stehen beide gleich schlimm vor Gott. Ich hoffe, ich habe die Frage so in etwa beantwortet, wie sie gedacht war.
Johannes "John" Götz
00:04:37
Das führt uns direkt auch zur nächsten Frage, nämlich was, wenn jetzt ein Ehebruch passiert ist? Wie gehen wir da als Gemeinde damit um, mit diesem Menschen um? Weil wir steinigen die ja nicht, wie es jetzt im Gesetz von Mose die normale Vorgehensweise wäre.
Mark Bühner
00:04:53
Also diese Frage ist auf jeden Fall super schwer zu beantworten, weil vieles von dem, was die Bibel dazu sagt, man tatsächlich überleben muss, wie kann ich das auf heute denken oder wie hat sich die Gesellschaft auch verändert? Ich versuche es mal so ganz von vorne. Wenn bei uns in der Gemeinde im F4 Ehebruch passiert und wir als Leitung erfahren davon, dann ist natürlich der erste Schritt, dass man ein klärendes Gespräch sucht. So ähnlich sagt die Bibel es auch, dann sollen die Ältesten hingehen und so jemand auf seine Sünde darauf hinweisen. Also ein Gespräch, was ist passiert, wie gehen die beteiligten Personen mit um. Erstmal Fakten sammeln, bevor man da irgendwie vorschnell mit öffentlichen Blusstellen oder irgendwie was kommt. Und in der Bibel ist schon klar, egal welche Schuld, jeder der bereut und erkennt, Mist, ich habe hier Mist gebaut, Gott, ich brauche deine Vergebung, ich will das nicht weiter so leben. Für den gilt Gottes Gnade, Gottes Vergebung und das heißt auch für die Gemeinde, dann geht es mehr um ein seelsorgerliches Aufarbeiten, da sind ja mehrere Personen daran beteiligt. Wie geht man mit den Verletzungen um, wie kann man Vergebung schaffen, wie kann man auch Vertrauen wieder neu herstellen. Solche Sachen sind dann der Fokus, stark eine Person rauszuschmeißen, die doch gerade selber so leidet an ihrer Schuld. Ist ja aber auch die Möglichkeit, dass da jemand Ehebruch begeht und das überhaupt nicht einsehen will. Nur Quatsch, ich liebe sie doch, also kann ich machen, was ich will oder so. Dann ist die Sache schon deutlich schwieriger, wie man damit umzugehen hat. Weil die Bibel schon auch etliche Stellen uns mitgibt, betreffend Gemeindezucht. Also wie gehe ich damit um, wenn sowas da ist und die Gemeinde verlottert und jeder lebt halt irgendwie, wie er will. Die Schwierigkeit ist jetzt, dass mit diesem Begriff Gemeindezucht vor allem in der Vergangenheit extrem viel Missbrauch betrieben wurde, weil man diese Art der Zucht zu schnell angewandt hat, ohne wirklich zuzuhören, ohne geduldig zu sein, ohne Barmherzigkeit, ohne mit der Person zu beten, solche Sachen. Deswegen fällt es das auch heute so schwer. Wir haben nicht mehr dieses dominant-hierarchische Verständnis für manches, wie das früher war. Und wir wissen auch, dass wir als Christen daran schuldig geworden sind. Dass wir hier nur schnell Zucht betrieben haben und unsere Macht ausgelebt haben und dabei vergessen haben, dass Wahrheit und Liebe immer zusammengehört. Barmherzigkeit und Verantwortung. Also man muss die Wahrheit sagen dürfen, was ist richtig, was ist falsch. Aber das heißt nicht, dass ich mich jetzt über den anderen erheben kann und ihm gar nicht helfen soll, wieder zurückzukommen. Und wenn man die entsprechenden biblischen Stellen liest zum Thema Gemeindezucht. Dann stellt man fest, das Ziel dieser Zucht ist immer nicht autoritäre Kontrolle, nicht Strafe, nicht ich stelle mich über jemanden, sondern es geht um Wiederherstellung, es geht um Buße. Also mein Ziel mit diesen Maßnahmen muss sein, jemandem zu helfen, seine Schuld einzusehen und wieder zurückkommen zu können. Und da stellt sich die Frage, wie stellen wir das heute an? Also mit genau diesem biblischen Ziel, was hilft denn, dass jemand die Wahrheit verstehen kann? Wie viel Druck braucht es manchmal oder wie viel Sanftes hinführen? Und die Wahrheit gilt sowohl im Blick auf die Schuld, was ist richtig, was ist falsch. Wir sollen das Falsche nicht richtig nennen, so als wäre es nicht mehr schlimm, wir müssen uns anders halten. Aber das gilt natürlich auch im Blick auf Evangelium im Sinne von Umkehren. Die Möglichkeit immer zu Jesus zurückzukommen, seine Gnade. Ja, und da würde ich sagen, muss man sehr individuell darauf schauen. Was hilft wem wann? Und ich glaube, wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir das, wie es in anderen Kulturen gehandhabt wird, oder teilweise im jüdischen Kontext logisch war, in einer sehr hierarchischen Kultur, wenn wir das einfach eins zu eins auf uns übertragen und vergessen, was ist die eigentliche Intention? Ich will helfen dadurch, ich will zurückführen. Das ist das Beispiel vielleicht. Naja, wenn du damals aus der Gemeinde rausgeschmissen wurdest, dann war das ein Druckfaktor, denn es gab keine andere Gemeinde, du warst draußen. Heute, jeder mit dem Auto fährt dann halt einfach in eine andere Gemeinde und ich kenne genug Leute, die wurden vielleicht wenn harsch auf ihre Schuld darauf hingewiesen und das Ergebnis war nicht, dass sie bereut und bekannt haben, weil sie diese Distanz zur Gemeinde hatten, sondern die sind einfach gewechselt zur nächsten Gemeinde. Dann frage ich mich, was würde uns heute helfen, damit Leute wirklich zurückkommen können. Und ich glaube, das darf sehr unterschiedlich sein, aber das Ziel muss genau das sein. Wahrheit und Buße möglich machen.
Johannes "John" Götz
00:09:07
Ich musste gerade bei deiner Ausführung an die Geschichte von David denken, der auch Ehebruch begangen hat, aber das danach dann wieder bereut. Würdest du sagen, David wäre das Vorbild in Sachen, wie man dann mit dieser Schuld umgeht? Und gleichzeitig auch wäre der Nathan, der dann auf den David eingeht und ihn da abholt, wo er ist, als Vorbild für die Gemeindeleitung, wie man mit dieser Situation umgehen kann?
Mark Bühner
00:09:32
Also die Situation ist schon eine andere, wie jetzt Gemeindeleitung. Es ist auch ein bisschen anders, wie das, was Paulus oder Jakobus und so dann im Neuen Testament dazu schreiben. Aber David ist auf jeden Fall ein Vorbild darin, zu sagen, ich habe Schuld erkannt, jetzt kann ich nicht einfach weiterleben wie vorher. Ich muss diese Schuld bekennen, ich muss Buße tun, ich muss sie bereuen. Das ist schon etwas, was uns sehr fehlt auch heutzutage, Buße tun. Ja, war halt falsch, Jesus stirbt ja für mich. So macht David das gar nicht. Sondern der liegt da und isst nicht und trinkt nicht und in der Asche auf dem Boden. Tag und Nacht betet er und ringt er. Und nachdem das Ganze dann vorbei ist, hört er damit auch wieder auf. Er sagt, okay, Gott, deine Gnade gilt mir. Natürlich vom Kontext her, dann stirbt dann auch sein Kind. Also zumindest sobald der Nathan die Schuld aufgedeckt hat, ist David ein Vorbild. Aber davor ja offensichtlich nicht. Aber ich verstehe schon, was du meinst.
Johannes "John" Götz
00:10:24
Okay, dann kommen wir zu einer letzten Frage, die ein bisschen über die Predigt hinausgeht. Und zwar, Marc, was ist denn eigentlich mit den Versen, die du ausgelassen hast, bis am Ende 31 und 32.
Mark Bühner
00:10:37
Streng genau habe ich sie nicht ausgelassen, sondern der Predigtext hat vorher geendet. Das kann man sich immer schön reden. Ich habe sie in der Vorbereitung natürlich gelesen. Für alle da draußen, ich lese mal vor. Also Matthäus 5 sind wir und ich habe quasi bis Vers 30 gepredigt und danach kämen noch mal zwei Verse. Da sagt Jesus, Es ist auch gesagt, wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben. Ich aber sage euch, wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht. Und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. Um es gleich zu sagen, ich habe diese Verse bewusst hinten raus weggelassen, weil ich mir schon sicher war, dann werde ich nochmal 40 Minuten länger reden müssen, um die mir wirklich gerecht zu werden.
Speaker2
00:11:19
Von dem her
Mark Bühner
00:11:19
Bin ich mir auch nicht sicher, ob wir es jetzt final lösen können, aber die Frage ist ja da. Ich versuche es mal und wenn nachher immer noch sehr viel offen ist, was gut sein kann, gerne nochmal weiter nachfragen oder das persönliche Gespräch suchen. Es ist nicht so leicht, das auf heute zu erklären. Wir müssen uns bewusst machen, dass damals in dieser männerdominierten Welt das einfach sehr anders war als heute und der Mann sich aus jedem dummen, fadenscheinigen Grund, aus jeder Ausrede von seiner Frau trennen konnte. Denn die Rechtsprechung war ja auf seiner Seite. Also wenn da irgendein Makel war und irgendwas Schlimmes war, dann kann er sie einfach loswerden. Und die haben das damals gemacht. Jesus wusste das, wie viel Machtmissbrauch damals die Männer gegenüber den Frauen gerade in solchen Dingen ausgeliebt haben. Die Männer entscheiden das leichtfertig. Die Frau trägt die Folge, weil die ist sozial isoliert. Sie ist die Geächtete. Dabei ist häufig genug der Mann derjenige gewesen, der das einfach ausgenutzt hat. Einfach, weil er eine neue Frau haben wollte, Lust hatte auf jemand Jüngeres und so weiter. Also gar nicht so, wie Gott sich das gedacht hat. Jetzt lässt sich schon fragen, inwiefern lässt sich das so auf uns heute übertragen. Zum Teil ja, zum Teil nein, bedingt. Mir ist wichtig, den Kontext hier anzuschauen. Wir sind immer noch in der Bergpredigt und Jesus redet hier, genauso wie in der ganzen Bergpredigt, nicht, um uns eine neue Rechtslage zu erklären. Also ihr dachtet, bis jetzt dürftet ihr bis hier gehen, ich sage jetzt aber bis hier. Sondern dieses ganze Denken von, wie nah kann ich an den Abgrund hin, bevor es schlimm ist. Genau das will er ja gerade zerstören. Er will uns klar machen, es geht ums Herz, es geht um deine Haltung, fliege die Sünde von Anfang an, schneide die Wurzel ab und so. Also er will nicht sagen, ab jetzt darfst du das oder hast ein Recht, das und das zu tun, auch nicht Entscheidungsfragen, sondern er will sagen, hey, schau auf die Sünde in deinem Herz. Du willst Gott doch ehren, auch an dem, wie du Treue und Liebe in der Ehe ausnehmst. Und deswegen sagt er das auch hier, wie leichtfertig treffen wir unsere Entscheidung. Männer, kann doch nicht sein, dass ihr so fadenscheinige Ausreden bringt, um eure Frauen loswerden zu können, wie Frauen verachtend, wie Gott verachten, wie den Bund verachten. Handelst du aus Liebe, handelst du aus Treue oder ist es nur Egoismus und ein lustorientiertes Herz und du drehst dir die Dinge halt irgendwie so hin, dass es nachher passt. Und deswegen, um es kurz zu machen, ich behaupte, Jesus will hier vor allem klar machen, Leute, die Ehe und dieser Bund vor Ort, der ist so viel wert, macht es euch hier nicht zu leicht. Die Ehe sollte unverletzlich sein und jegliche Form von Machtmissbrauch oder das Gesetz so hindrehen, dass es scheinbar auf meiner Seite steht, obwohl ich völlig selbstbezogene Intentionen dahinter habe, geht einfach nicht. Das ist auch der Grund, warum er Scheidung hier ja nur in absoluten Extremfällen erlaubt. Also, du darfst dich gar nicht scheiden, außer sie ist schon fremdgegangen, außer sie hat diesen Bund bereits gebrochen. Und ich finde, das sollte uns zumindest so viel zu denken geben, wie leichtfertig gehen wir denn mit dem Ehebund um? Wie schnell nehmen wir Auswege in Kauf? Und ich weiß, das ist ein heitiges Thema, weil da hängen ja immer viel Emotionen mit dran und viel Geschichte. Aber wenn ich ehrlich bin, ich habe schon den Eindruck, wir machen uns gar nicht klar, was Ehe bedeutet, wenn wir heiraten. Und wir machen uns gar nicht klar, was wir da wegwerfen, wenn wir uns scheiden lassen. Ich weiß, es ist hochemotional. Man muss da auch seelsorgerlich sehr aufpassen. Was sagt dann was wem? Aber Jesus bringt das ja nicht umsonst zur Sprache. Haltet die Ehe in Ehren. Ja. Geht das ein bisschen weiter? Ich weiß schon noch mehr.
Johannes "John" Götz
00:14:56
Ja, also du sagst, wenn man es in einem Satz zusammenfassen will, sagt Jesus, hey, die Ehe ist von Gott gegeben und wertvoll und würdig, dass man sie achtet. Darum setzt alles daran, dass du diesen Bund, den Gott dir schenkt als Mensch, dass du nicht in deiner Einsamkeit leben musst, sondern dass du ein Gegenüber bekommst, dass du das auch entsprechend behandelst.
Mark Bühner
00:15:21
Genau, das muss die Intention in deinem Herzen sein. Wieder nicht Gesetzeslage, sonst bist du wieder ein Versager oder wie, sondern in deinem Herz muss sein, ich will alles bis ins Letzte geben und lieber bin ich das Opfer und lieber demütige ich mich bis sonst wo. Es gibt ja genug Stellen in der Bibel, wo es um Unterordnung und so weiter geht. Also auch der Mann der Frau zum Beispiel gegenüber. Ich will bis zum Aller, Aller, Allerletzten gehen, weil die Ehe so viel wert ist. Und deswegen glaube ich auch nicht, dass man diesen Satz hinten raus, wer eine Geschiedene heiratet, bricht die Ehe, einfach eins zu eins auf uns heute auslegen kann. Guck, das ist die neue Regel, das ist das neue Gesetz. Und es ging darum, du sollst dich gar nicht scheiden. Du sollst verheiratet sein, du sollst deine Frau lieben, du sollst dich für sie aufopfern, wie man das in echter, wahrer Liebe eben tut. Und dann spielen natürlich noch ganz viele kulturelle Hintergründe mit rein, dass die Frau eben wirklich durfte nicht arbeiten gehen, durfte keinen Besitz erwerben und so weiter. Du warst als Frau schon auch in einer richtig blöden Position, wenn du geschieden warst. Also zusätzlich zu dem moralischen, ethischen, kommt auch noch der soziale Aspekt mit dazu, dass das Scheidung einfach schrecklich ist. Und wir nehmen ja, glaube ich, es bringt uns nichts, jetzt mit der oben dem Zeigefinger rumzulaufen, ah, wie ist alles geschieden, auf den gucken wir herab. Weil ja genau das Gegenteil, das ist, was Jesus sagen soll. Euer Herz soll auf die Liebe ausgerichtet sein, auf das, was ihr Gutes tun könnt, auf das, wie ihr die Ehe hochschätzen könnt. Und nichtdestotrotz haben wir sowohl als Kultur als auch in der Gemeinde viel aufzuholen, was das angeht. Ehe wirklich so wertzuschätzen, wie Gott sie will. Und sie nicht nur als Rahmen zur Erfüllung unserer eigenen Wünsche zu missbrauchen. Das hat es klar spannend.
Johannes "John" Götz
00:17:02
Also vielen Dank dir, Marc, fürs Beantworten.
Mark Bühner
00:17:05
Ich hoffe, es hat geholfen.
Johannes "John" Götz
00:17:07
Die Ehe ist was Wertvolles und wir sollen alles daran setzen, sie in Ehren zu halten und unser Herz auch entsprechend reinzuhalten. Ich danke dir für deine Zeit, für alles beantworten und wenn ihr noch Fragen habt, dann schreibt uns gerne. Der Motor kommt auf den Markt oder mich oder sonst wen zu. Das war's für heute. Bis zum nächsten Mal. Ciao.
Mark Bühner
00:17:27
Tschüss und danke für die Fragen. War spannend.