F4 Schwaigern

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Andreas Geissinger - Tief erschüttert | ER:FÜLLT - Leben in der Tiefe (Teil 1 von 6)

Zum Start der neuen Predigtreihe "ER:FÜLLT - Leben in der Tiefe" erläutert Andreas Geissinger, wie Glaube in Krisenzeiten Trost, Halt und Hoffnung bietet.

15.04.2026 33 min F4 Schwaigern, Andreas Geissinger

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

Tief erschüttert
 

In dieser Episode tauche ich tief in die Thematik eines erfüllten Lebens ein, insbesondere unter dem Einfluss des Heiligen Geistes, wie es an Pfingsten erlebbar wird. Wir reflektieren, was es wirklich bedeutet, in der Tiefe erfüllt zu leben, gerade in den Herausforderungen und Übelständen des Alltags. Ich ziehe Parallelen zu den Erlebnissen der Jünger nach der Pfingsterfahrung, die trotz ihrer anfänglichen Angst den Mut fanden, die Botschaft Jesu zu verkünden. Diese Wandlung in ihrem Leben zeigt eindrücklich, wie der Heilige Geist uns Kraft verleihen kann, unser Glaubenszeugnis auch in schwierigen Zeiten zu leben.

Ein zentrales Thema dieser Episode ist die Dekonstruktion des Glaubens. Wir untersuchen beide Dimensionen – den Abbau, der oft mit Zweifeln und Herausforderungen einhergeht, sowie den Umbau, bei dem der Glauben im Laufe des Lebens reift und sich verändert. Ich teile persönliche Erfahrungen aus meinem Leben, die mich dazu gebracht haben, mein Verständnis von Glauben zu hinterfragen und die Tiefe meines Vertrauens in Gott zu erproben.

Die Stärke des Glaubens wird oft auf die Probe gestellt, besonders wenn die Umstände widrig sind oder wenn wir mit unerfüllten Lebenswünschen konfrontiert werden. Anhand der biblischen Geschichten, namentlich der Erlebnisse von Paulus und David, zeige ich auf, wie wichtig es ist, in Krisenzeiten nicht den Glauben abzulehnen, sondern ihn als einen wertvollen Anker zu nutzen. Wir beleuchten, wie die Bibel und die Kirchengeschichte uns ermutigen können, unsere Fragen und Zweifel an Gott zu formulieren und vor ihn zu bringen. Ebenso stehen die Psalmen im Mittelpunkt, die uns lehren, dass das Klagen und Fragen Teil des Glaubenslebens ist.

Der Glaube wird auch in den eindringlichsten Geschichten von Menschen sichtbar, die sich im Angesicht von Krankheit und Leid mit Gott auseinandersetzen müssen. Die Berichte von Pfarrer Christian Lehmann, der sich mit seiner Krebserkrankung auseinandersetzen musste, und von Lothar und Heike Krauss, die ihre Herausforderungen im Glauben verkraften, verdeutlichen, dass der Glaube nicht nur in den schönen Zeiten eine Rolle spielt. Wir diskutieren, wie Worte des Glaubens und das Vertrauen auf Gott uns durch die dunkelsten Täler unseres Lebens leiten können.

In dieser Episode lade ich die Zuhörer ein, das eigene Glaubensleben zu reflektieren und die Tiefen des Glaubens zu erkennen, die uns auch in Krisenzeiten tragen können. Wir finden Trost in der Gemeinschaft des Glaubens und in der Zusage Gottes, die uns einlädt, in der Fülle seiner Gegenwart zu leben.

Andreas Geissinger

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Transkript

Erfüllt leben in der Tiefe. Was bedeutet das? Was heißt das? Diese Predigtreihe, jetzt sechs Predigten, zielen hin auf erfüllt. Unser Pfingstmontag-Event in Liedenzell, nicht mehr nur Gemeinschaftstag, sondern wir feiern Pfingsten. Und was heißt das? Mit dem Heiligen Geist erfüllt sein und so auch im Alltag leben zu können. Auch in den Schwierigkeiten, auch in den Herausforderungen, in den Freuden. Was bedeutet das? Erfüllt Leben in der Tiefe. An Pfingsten hat sich was unglaublich verändert. Menschen, die noch Stunden, Tage vorher sich versteckt haben in Zimmern, sind rausgegangen und haben von Jesus erzählt. Und es war ihnen unglaublich wichtig, das, was sie mit Jesus erlebt haben, Das, was der Heilige Geist in sie hineingelegt hat, das wirklich weiterzugeben. Diese Begegnung an Pfingsten hat alles verändert. Und da wollen wir uns damit beschäftigen, uns da ganz bewusst hineingeben. Und erfüllt Leben in der Tiefe hat noch so eine zweite Bedeutung. Da gibt es so nette Geschichten ein paar Jahrhunderte zurück. Als es damals so üblich war, wenn Leute studiert hatten, haben sie selten sofort ihren Job gekriegt. Was war das Übliche? Man hat irgendwie gesucht, gibt es eine reichere Familie, die einen Hauslehrer braucht? Und da hat man dann ein paar Monate, Jahre zugebracht als Hauslehrer, um sich dort seine Existenz zu sichern, bis man dann wirklich in seinem Beruf tätig sein konnte. Und da werden verschiedene Geschichten erzählt, unter anderem von Hölderlin hier aus der Gegend, dass er so als Hauslehrer unterwegs war und nun diesen Kindern, diesen Schülern beigebracht hat, Deutsch, Latein, Französisch, Mathematik. Aber ihm war das so wichtig, von Jesus zu erzählen. Immer wieder von diesem Jesus zu erzählen. Und die Dame des Hauses sagte dann, Herr Hölderlin, es ist ja alles recht und schön. Es ist auch recht und schön, dass Sie an den Jesus glauben. Aber meine Kinder, bringen Sie ihnen doch die Fächer bei und die Sprachen und die Mathematik. Und das ist mir wichtig. Und das Christliche da reicht, wenn Sie ihnen einen Anstrich mitgeben. Und dann soll er geantwortet haben, dann holen Sie besser einen Maler. Erfüllt leben in der Tiefe heißt eben gerade nicht nur oberflächlich, nicht so einen christlichen Anstrich, sondern wirklich, dass es im Glauben Halt gibt, dass es trägt, auch in schwierigen Zeiten. Wann ist der Glaube tragfähig? Wann ist das so? Da vorher dieses U-Boot wurde ganz schön erschüttert? Das hat es durchgehalten? Wurde dein Glaube schon erschüttert? Wann ist dein Glaube tragfähig? Ich weiß nicht, ob dieser Begriff schon bei euch ankam. Dekonstruktion. Es ist die letzten Jahre im Bereich Glauben, gerade im evangelikalen Bereich, sehr, sehr stark dieser Begriff. Dekonstruktion. Was könnte es heißen? Es hat zwei Bedeutungen. Entweder Abbau, jemand verliert seinen Glauben, es passiert was, entweder intellektuell, dass er Fragen hat und das nicht zusammenkriegt, oder es passieren Ereignisse in seinem Leben und es verliert jemand seinen Glauben komplett. Oder die zweite Bedeutung, Umbau. Wenn du auf dein Leben zurückschaust, vielleicht warst du schon in der Kinderstunde, dann warst du später in der Jungschar, dann warst du unterwegs in der weiten Welt, hast Familie gegründet und heute bist du Senior, ist dein Glaube immer genau gleich geblieben über all diese Zeiten? Bei mir nicht. Als Kind war es ein Kinderglaube. Als Teenie war es intellektuell umkämpft. In der Ausbildung, im Studium war es nochmal anders. Und in der Praxis als Gemeindepastor nochmal anders. Mein Glaube muss mit dem Leben mitreifen. Und manche Probleme, so wie du es vorher gesagt hast, da hört man davon, dass es die gibt, aber weiß überhaupt nichts. Als ich 24 Jahre alt war, starb mein Vater ganz plötzlich. War vorher gesund, zack, tot. Das war was, was mich riesig erschüttert hat. Wie kann ich jetzt glauben? Damals war ich im Praktikum in Hessen und sollte dann vier Wochen später predigen. Wie kann ich jetzt predigen? Was trägt dadurch? Was gibt da Halt? Da habe ich mit Gott gerungen. Und das hat meinen Glauben verändert. Und über diese Wochen und dann den Fastmonat und auch später wurde mir dieses Wort am Ende von Römer 11, dass ich Gott gar nicht in allem verstehen muss, wirklichen Halt. Also Dekonstruktion kann auch Umbau heißen, kann aber auch wirklich Abbruch sein. Wenn ein Glaube zerfällt, es ist ein echter Verlust. Da geht was kaputt. Wenn ein Glaube umgebaut wird und reifer wird, das ist ein Gewinn. Ist der Glaube tragfähig, wenn du betest und es passiert nichts? Wenn du Lebensträume hast, bist frisch verheiratet, freust dich auf die Kinder und es kommen keine. Und dieser Lebenstraum ist wie so eine Seifenblase geplatzt. Oder du denkst, ja, du startest durch, das klappt mit der Selbstständigkeit oder dem Beruf geht richtig klasse. Und dann funktioniert das gar nicht. Du kommst nicht durch. Der Chef schmeißt dich raus, die Bilanz stimmt einfach nicht. Du selber bist einer Aufgabe nicht gewachsen. Wie gehst du damit um? Warum lässt Gott es zu? Du scheiterst. Ist das jetzt, jetzt ist alles aus? Wo trägt da der Glaube? Wie kann der Glaube so stark sein, dass er mich gerade in diesen großen Erschütterungen durchträgt? Was hat deinen Glauben schon mal geschüttelt? Mal leicht oder mal richtig heftig? Wie gehst du damit um? Ist Gott schuld? Ist der in der Jungschar schuld, der blöd mit über dich geredet hat? Ist dein Kumpel schuld? Deine Frau, dein Mann? Oder lässt sich das mit der Schuld gar nicht so ganz gut greifen? Was trägt im Leben durch? Bei solchen Fragen schaue ich sehr gern in die Bibel. Und ich schaue auch sehr gern in die Kirchengeschichte und schaue, wie haben andere das erlebt? Wie ist es ihnen da damit gegangen? Wenn der Boden nachgeht, wie konnten sie ehrlich bleiben vor Gott? Und wie konnten sie diese Kämpfe durchstehen? und in diesen Kämpfen vielleicht sogar reifen? 2. Korinther 1 gehört zu meinem Lieblingskapitel in der Bibel, auch wenn es sehr, sehr herausfordernd ist. Es gibt verschiedene Deutungen, wie man dieses Kapitel, auf welche Situation in der Apostelgeschichte man das deuten kann. Ich habe mich da für eine entschieden. Es gibt auch Argumente für eine andere, aber beide veranschaulichen das Thema. Ich nehme jetzt die Situation, erste Missionsreise, Paulus und Barnabas, es war richtig klasse, richtig gut. Sie kommen zurück, sie sind in Jerusalem, kommen dann wieder zurück nach Antiochia in Syrien, so in diesem Eck vom Mittelmeer, da rechts oben auf der Karte. Und dort erzählen sie die Gemeinde und nach einigen Monaten kommen sie drauf und sagen, wir sollten eigentlich wieder los. Und diese beiden, der Barnabas, der Mentor, der Erfahrene, Paulus, der Kleine, der Quirlige, mit hohem Intellekt und super Bildung. Knallen gegeneinander. Es gibt richtig Frust. Sie gerieten hart aneinander. Nach den biblischen Quellen haben die sich nie wieder gesehen. Der eine geht mit seinem Verwandten in seine Heimat, nach Zypern. Der andere, der Paulus, geht mit dem Silas, einem anderen Christen, in seine Heimat, nach Tossus. Sie trennen sich. Und dann wird in der Bibel die Geschichte von Paulus weiterberichtet. Er besucht die Gemeinden der ersten Missionsreise, ist alles toll, hallo, superklasse, hey, ihr seid im Glauben gewachsen, alles schön. Und dann kommen sie vom Osten her so in der Mitte der heutigen Türkei an. Und dann stehen ganz, ganz komische Worte in der Bibel. Sie versuchen, das Wort Gottes weiterzugeben und der Geist Gottes wehrte ihnen. Also nicht der Teufel, nicht die blöden Menschen, nicht die politischen Umstände, sondern Gott wehrt ihn. Er versucht es nach Norden. Er kommt vom Osten, er versucht es nach Süden. Er versucht es nach Norden und Süden und bewegt sich so von Osten nach Westen bis an das Ende der Türkei über 800 oder 1600 Kilometer zu Fuß. Immer im Willen, ich will diese gute Botschaft von Jesus weitergeben und. Es geht nicht. Was für Fragen tauchen da auf? Wie geht man mit diesem Scheitern, mit diesem Frust, mit diesem Es funktioniert überhaupt nicht um. Als er am Ende da an der Küste ankommt, hat er eine Vision, ein Gesicht eines mazedonisch gegleiteten Mannes, der sagt, komm herüber und hilf uns. Er lässt seine Schriftrollen zurück, er lässt seinen Mantel zurück. Richtig hektik. Er geht zurück. Nächsten Tag aufs Schiff rüber nach Mazedonien, dort über dem Berg nach Philippi, trifft an einem kleinen Flüsschen, eher Bächlein, ein paar Frauen und dort kommt eine zum Glauben. Sein Leben danach wird nicht einfach, Thessalonich, Menschen kommen zum Glauben, aber es gibt eine scharfe Verfolgung, Beröa ganz ähnlich, dann 400 Kilometer weiter, in Athen, Korinth, nochmal 200 Kilometer weiter. Es läuft nicht perfekt, aber er hat wieder diesen Kontakt zu Gott und er lebt aus diesem Vertrauen in Gott. Aber wenn der Boden nachgibt, verheimlichte ich das? Vertusche ich das? Paulus schreibt es hier in einem Brief an die Gemeinde in Korinth, die sagt, du bist kein richtiger Apostel, du taugst nichts, du kannst nicht toll reden, du kannst gut schreiben, aber reden kannst du überhaupt nicht, du bist nicht in Ordnung. Trotzdem ist er hier so ehrlich. Er steht zu seinem Scheitern, er steht zu seiner Verzweiflung. 2. Korinther 1, 8 und weiter. Paulus verteidigt sich hier nicht, sondern er spricht von seiner Schwäche. Ein weiteres Beispiel, Psalm 73. Ein ganz berühmter Psalm von Asaph. Ich fasse es ein bisschen zusammen. Alle anderen sind besser. Alle anderen sind beliebt. Die spotten sogar über Gott. Die halten sich an keine Gebote. Aber mir geht's dreckig. Und ich bekomm's einfach nicht unter die Füße. Und noch schlimmer, ich versteh's überhaupt nicht. Warum lässt Gott es zu, dass bei den Nichtgläubigen alles klappt und bei mir geht überhaupt nichts gut? Neid quält mich. Das ist so unfair im Leben. Und wenn die spotten und höhnen und sich über alles lästerlich machen, warum lässt Gott es zu? Ich kann es überhaupt nicht begreifen. Und Asaph weiß nicht, wie das gehen soll. Er lässt seiner Verzweiflung in diesem Gebet, in diesem Reden mit Gott wirklich großen Raum, diese letzten Worte, es war eine große Mühe für mich. Ich kann nicht mehr. Wenn der Boden nachgibt, dann singen wir Lobpreislieder. Das knirscht manchmal. Lobpreislieder sind genial, sind gut, sind schön. Hartmut Schmid hat uns Hauptamtlichen immer wieder eingetrichtert. Von diesen 150 Psalmen sind mehr wie 50 Klagepsalmen. Ja, das Klagen gehört zum Christsein dazu. Diese Fragen, diese Zweifel, dieses Mit-Gott-Ringen, das gehört dazu. Die Not wird vor Gott gebracht. Bei ihm wird Hilfe gesucht und das Herz ausgeschüttet. Und eines hatten wir ja vorher, wie ein Hirsch schreit nach frischem Wasser. So schrei ich nach dir. Ich weiß nicht, ob ihr schon einen Hirsch schon mal brüllen hören habt. Das ist schon gewaltig. Der ruft. Schrei ich nach Gott? Und wie verändert sich das dann? Psalm 27 Der Psalm hat viele Verse, aber mir geht es jetzt um die vier Strophen, die vier Sinnabschnitte. In diesem ersten Teil, da heißt es, Weiß jemand den Anfang? Der Herr ist mein Licht und mein Heil. Vor wem sollte ich mich fürchten? Das ist jemand, dem geht es richtig gut. Das gönne ich euch von Herzen, wenn ihr solche Phasen im Leben habt. Alles ist klasse, alles ist gut. Der David, der übersteigert es sogar noch. Wenn sich ein ganzes Heer gegen mich einzelne Personen lagert und mich umzingelt, Dann sage ich, mit Gott bin ich immer noch in der Mehrheit. Von Bertha Iselmann, 80er, 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Hochalte Dame, sehr missionarisch, hat sich vor allem auch um Punker und Drogenabhängige gekümmert, war halb blind, manche haben gesagt, deshalb hat sie sich zu ihnen hingetraut. Aber ich glaube, sie hätte sich auch so hingetraut, weil ihr Spruch war, mit Gott bin ich in der Mehrheit. Sie hat ein ganz großes Gottvertrauen gehabt. Und es gibt es wirklich und es ist was Wunderschönes. Die zweite Strophe dieses Psalms, die eben auch von David geschrieben ist. Eines wünsche ich mir vor allem anderen, dass ich in diesen schönen Gottesdiensten im Tempel sein dürfte, dass ich die Gegenwart Gottes erleben darf und die Familie, wo es Mord und Totschlag gibt, wenn ich gerade nicht damit beschäftigt bin, die Politik, wo die Dinge so schwierig liegen, zurücklassen kann und nur bei Gott sein darf. Sehnsucht ist was Wichtiges, was Gutes. Er möchte bei Gott sein. Und die dritte Strophe, das hast du vorher schon angedeutet, Vater und Mutter verlassen mich. Die nächsten Menschen sind nicht mehr da. und es ist wirklich schwierig. Das Gespräch abbricht, wenn es nicht mehr da ist. Und dort in dieser dritten Strophe heißt es sogar noch, Gott, ich halte dir vor dein Wort, wir sollen dein Angesicht suchen. Aber ich finde ja gar nichts. Das ist echte Verzweiflung. Der gleiche David, der vorher in Gottvertrauen gelebt hat, in Sehnsucht nach Gott und jetzt in tiefer Verzweiflung. Spoiler, das wird bei euch auch vorkommen. Wahrscheinlich habt es schon erlebt. Manchmal himmelhoch jauchzend, manchmal zu Tode betrübt. Und es war schon damals vor 3000 Jahren so. Und dann kommt die vierte Strophe. Und da ist was wunderschönes drin. Dieser Satz. Ich glaube aber doch. Nicht einfach ich glaube, sondern ich glaube Aber doch. Trotz allem halte ich an diesem Glauben fest, trotz diesen Phasen der Tiefe, diesen Phasen der Verzweiflung. Ich halte an diesem Gott fest und ich weiß, ich werde sehen, die Güte des Herrn im Land der Lebendigen, Exegeten sagen, ist eine der wenigen Stellen im Alten Testament, wo die Ewigkeit angedeutet wird. Ich glaube aber doch. Vertrauen trotz Dunkelheit. Die berühmteste Person dazu ist sicher Hiob. Ist ja bei uns in der Sprache sprichwörtlich geworden. Es gibt Hiobs Nachrichten oder Botschaften. Das ist wirklich, dem ging es super gut. Der war reich, der hatte eine tolle Familie, er war fromm, es war alles gut. Und dann Schlag auf Schlag, all sein Besitz geht kaputt, seine Kinder sterben, dann wird er noch krank und dann sagt noch seine Frau, vergiss doch dein Glauben, sag doch deinem Gott ab, das hat doch sowieso keinen Wert, das ist doch sowieso sinnlos. Verreck einfach, das Leben ist vorbei, es gibt überhaupt keine Hoffnung. Ja, er hat sogar noch Freunde. Und man muss schon sagen, diese Freunde sind bewundernswert. Das habe ich noch nie geschafft, zu jemandem hinzugehen und sieben Tage sitzen zu bleiben, ohne was zu reden. Also ich bin schon Minuten bei Leuten gesessen. Vielleicht auch Stunden, ohne was zu reden. Aber also von daher, diese Freunde sind nicht nur doof. Man könnte natürlich sagen, hätten sie geschwiegen. Wäre es genial geblieben, aber irgendwann haben sie dann doch losgelegt. Und dann fingen sie an zu sagen, Hiob, bei dir muss was falsch sein, sonst hätte Gott das nicht zugelassen. Hiob, du bist schuld. Hiob, wo liegt der Fehler? Warum begreifst du es nicht? Hiob, dein Leben ist falsch. Hiob, dein Glaube ist falsch. Hiob, Hiob, Hiob. Und dann in der zweiten Runde, da spricht immer einer und dann antwortet Hiob der Nächste. und in der zweiten Runde kommt dieser berühmte Satz. Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Steht manchmal auf so Kranzschleifen. Und da klingt er jetzt, wenn man ihn nur mit diesen wenigen Worten liest, ganz einfach. Ich zitiere ein bisschen den Zusammenhang. In dieser Rede sagt Hiob, in dieser Antwort auf seinen Freund, Gott hat mir Unrecht getan. Gott hat mich kaputt gemacht. Die meisten meiner Nächsten haben sich zurückgezogen. Die meisten meiner Freunde haben mich verlassen. Und ihr? Ihr seid da wie Geier. Ihr verfolgt mich. Ihr könnt gar nicht satt genug werden von meinem Fleisch. Und dann kommt dieser Satz. Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Und ist meine Haut noch so zerschunden? Ist mein Fleisch dahin geschwunden? Jetzt der gleiche Satz wie bei David. so werde ich doch Gott sehen. Vertrauen in und trotz Dunkelheit. Wie kann ein Glaube so reifen, dass man auch in solchen Situationen vertrauen kann? Ist der Glaube nur was für die Schönwetter-Tage, für die Zeit des Gottvertrauens oder trägt der Glaube wirklich durch? Ich möchte euch Pfarrer Christian Lehmann vorstellen. Weiß nicht, kennt ihn jemand oder kannte ihn jemand? Ja, gar nicht weit von hier. In Walheim war er 15 Jahre Pfarrer. Ich habe ihn bei einer Bibelwoche mal persönlich kennengelernt. Ein richtig feiner Mensch, hochgebildet, aber sehr ruhig gelassen und in einer guten Art und Weise, wie er sich für andere eingesetzt hat, dort im Dorf in Walheim die Kirche und die Botschaft von Jesus wirklich ins Dorf getragen hat. Und es war wirklich klasse. Auch ziemlich sportlich. Seine Neffen haben gesagt, beim Silvesterlauf in Bietigheim, wir haben ihn nie überholen können. Der war immer schneller, der war immer fitter. Das war richtig klasse. Und es war einer, der wirklich für Jesus brannte und im Dorf was in Bewegung gesetzt hat. Im November 2024 hat sich sein Leben geändert. Er bekam die Diagnose Darmkrebs mit 46 Jahren. Das ist echt ein Schock. Aber er dachte, ja, Darmkrebs, da ist die Heilungsrate eigentlich relativ gut. Das, das schaffe ich schon. Im Vertrauen auf Gott klappt es. Letztes Jahr, im Mai, hat sich die Diagnose verändert. Jetzt hieß es Leberkrebs in seiner aggressivsten Form im Endstadium. Und da sagen die Ärzte, der Ausgang ist offen. Also wir können eigentlich nichts mehr tun, aber sie sind ja Pfarrer, vielleicht passiert ein Wunder. Puh, wie geht man mit so etwas um, wenn er die beiden Bilder vergleicht? Man sieht ein todkranker Mensch, nicht mehr ein fitter, agiler, guter Pfarrer, Familienvater. Wie lebt man dann? Nein, das war jetzt nicht so. Wenn er da unter dem Bild lest, jesus.vibes4u, das ist ein YouTube-Kanal, auf dem er in seinen letzten Wochen und Monaten, mit Hilfe seiner Söhne. Da kleine Botschaften eingesprochen hat. Sechs bis zehn Minuten. Warum heilt Gott nicht? Was ist das Besondere an Jesus Christus? Und diese Botschaften, wo man merkt, die kommen jetzt von jemand, der weiß wirklich, was Leid ist. Und er sehnt sich nach Heilung. Und er vertraut seinem Gott. Es gab auch viele Zeitungsartikel, Stuttgarter Nachrichten, Ludwigsburger Kreiszeitung. Im EFERF gibt es eine ganze Sendung über ihn als Interview. Wie lebt man mit so schrecklichen Botschaften? In den letzten Monaten konnte er nicht mehr auf dem Kanzel stehen, aber über diese Nachrichten, diese Clips in den sozialen Medien, da konnte er seine Botschaft weitergeben. Wenn ich mich fürchte, hoffe ich auf dich, Gott. Jesus kann heilen, Jesus will heilen und Jesus wird heilen, aber vielleicht nicht mehr in diesem Leben, sondern erst in der Ewigkeit. Und dieser Satz, der es am Ende seines Lebens stand, der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus sagt, ich lebe und ihr sollt auch leben. Am 5. Februar ist er verstorben, am 13. Februar war die Beerdigung. Auch die kann man auf YouTube angucken. Es ist sehr eindrücklich, wie andere aus seinem Leben berichten, wie sein Leben aufleuchtet und wie sein Glaube trotz großer Tiefen wirklich deutlich wird. Reifen in der Tiefe, in den Krisen Gott begegnen. Nicht, dass da alles kaputt geht, weil ich jetzt in eine Krise komme. Sondern dass der Glaube durchträgt und dass der Glaube reif wird und dass der Glaube tiefer wird und mich ganz erfüllt. Ich habe euch ja bei dieser Korintherstelle nicht den ganzen Text zitiert. Es geht weiter. Tatsächlich fühlten wir uns schon dem Tod geweiht. Aber dabei sollten wir lernen, unser Vertrauen nicht auf uns selbst zu setzen, sondern auf Gott, der die Toten lebendig macht. Und dieser Gott in dieser Situation dort in Kleinasien, der hat uns gerettet vor dem sicheren Tod und tut es immer noch. Auf ihm ruht unsere Hoffnung. Er wird uns in Zukunft retten. Und ihr, und so gilt es auch für uns heute, könnt durch eure Gebete mithelfen, dass der Glaube standhaft bleibt, dass der Glaube reift und tiefer wird und durchträgt. Vielen Dank. Kapitel 3, Kapitel später beschreibt er dann, beschreibt es nochmal etwas genauer. Ja, wir werden von allen Seiten bedrängt, aber wir sind nicht erdrückt. Wir sind oft raglos, aber nicht kopflos. Wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen. Wir werden zu Boden geschlagen und kommen doch nicht um. Immer und überall ist es so, Jesus hat gelitten und auch wir werden leiden. Aber durch dieses Leiden hindurch wird sein Leben auch in uns erkennbar werden. Denn wir wissen, wenn Gott, wenn der Vater Jesus auferwecken konnte, dann kann er das auch mit uns machen. Und dass immer mehr Leute etwas von diesem großartigen Gott erfahren. Reifen in der Tiefe. In den Krisen des Lebens Gott begegnen. Hier sind Lothar und Heike Graus zu sehen. Ich war schon in vielen Gemeinden tätig, aber mit denen kann ich nicht mithalten. Die haben in mehr wie zehn Gemeinden wirklich intensiv gearbeitet. Jetzt am Schluss waren sie in der Viva-Kirche in Mannheim. Lothar hat über viele Jahre den Leiterblog geschrieben, wo andere christliche Leiter von dem, was er erkannt hat, wirklich profitieren können. Und Mitte, Ende letzten Jahres kam auch dort die Botschaft. Ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und es gibt eigentlich keine Hoffnung. Sie haben dann diese letzten Wochen und Monaten immer wieder kleine Videos oder kleine Texte geschrieben, haben sich aus vielen Sachen zurückgezogen und als sie dann im Januar gestorben ist, machte Lothar nochmal eine Viertelstunde ein Video, wo er über diese Zeit berichtet. Und in diesem Video ist ein kleiner Abschnitt, wo Heike in ihren letzten Tagen nochmal sagt, was sie durchträgt, warum ihr Glaube jetzt in dieser Krise nicht zerbrochen ist, sondern was ihr in ihrem Glauben Halt und Geborgenheit gegeben hat. Es ist die erste Frage aus dem Heidelberger Katechismus. Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? Ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre. Er hat mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst. Er bewahrt mich so, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen. Ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss. Darum macht er mich auch durch seinen heiligen Geist des ewigen Lebens gewiss und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben. Und wenn das jemand in den letzten Tagen seines Lebens sagt, dann merkt man, das sind Worte, die wirklich tragen. Worte, die durchtragen. In den Tiefen Gott begegnen. Glaube, der durchträgt. Und die letzte Stelle, Psalm 23, viele von euch kennen ihn. Meine These, David hat ihn ziemlich am Ende seines Lebens geschrieben und blickt zurück auf seine Jugend als Hirte und auf das Verhalten Gottes, der ihn durchgetragen hat. Und so möchte ich euch einladen, dass wir diesen Psalm miteinander beten. Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele, er führt mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immer da. Amen.