F4 Schwaigern

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Andreas Geissinger - Seine Größe | Herr, lehre uns beten! - Das Vaterunser (Teil 6 von 6)

Die Predigt erklärt das Vaterunser als Gebet, das Gottes Name, Reich und Wille in den Mittelpunkt stellt. Der Schlusssatz bekennt Gottes Herrschaft, Kraft und Herrlichkeit. Das Amen vertritt das Vertrauen, eigene Anliegen Gott anzuvertrauen.

08.09.2026 27 min F4 Schwaigern, Andreas Geissinger

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Predigt wird der Abschluss der Reihe „Herr, lehre uns beten“ behandelt. Im Mittelpunkt steht der Schluss des Vaterunsers und die Frage, warum Beten überhaupt sinnvoll ist. Es wird betont, dass Jesus das Beten lehrt, weil Menschen oft unsicher sind, wie sie mit Gott reden sollen.

Die Predigt ordnet die einzelnen Bitten des Vaterunsers ein: Gottes Name, sein Reich und sein Wille stehen am Anfang, dann folgen tägliches Brot, Schuld, Vergebung, Schutz vor Versuchung und die Bitte um Bewahrung vor dem Bösen. Dabei wird hervorgehoben, dass das Gebet nicht nur gesprochen, sondern innerlich aufgenommen und für das eigene Leben prägend werden soll.

Der letzte Satz „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ wird als Bekenntnis zu Gottes Größe ausgelegt. Mit Verweisen auf die politische Situation zur Zeit Jesu und auf Christenverfolgung wird gezeigt, dass dieses Gebet Hoffnung gegen irdische Mächte ausdrückt. Gott wird als der beschrieben, dem das Reich gehört und der die Geschichte regiert.

Anschließend wird die „Kraft“ Gottes als Kraft der Veränderung und Erlösung gedeutet. Sie befähigt nach dieser Auslegung dazu, neu zu werden, zu lieben, Schuld zu vergeben und Böses nicht mit Bösem zu beantworten. Als Beispiel werden Paulus und Silas im Gefängnis genannt, die trotzdem Loblieder sangen.

Die „Herrlichkeit“ Gottes wird als etwas Überwältigendes beschrieben, das in der Schöpfung und in Jesus sichtbar wird. Zum Schluss wird das „Amen“ als Zustimmung verstanden: nicht zweifeln, sondern Gott mit den eigenen Anliegen anvertrauen und das Vaterunser neu und bewusst sprechen.

Das und mehr erzählt uns Andreas Geissinger

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Transkript

Heute ist der Abschluss der Predigtreihe Herr, lehre uns beten. Die sechste Predigt in dieser Reihe. Und alles zu einem Text, wo ich jetzt behaupte, den habt ihr vielleicht schon ein paar Mal in eurem Leben, gehört, gelesen, selber gesprochen. Du hast vorher Fragen gestellt, wie man das mit dem Beten äußerlich machen kann. Wie ist es innerlich? Warum muss Jesus uns das lehren? So ist es in Matthäus formuliert. Warum fragt ein Jünger, so die Erzählung in Lukas, Herr, lehre uns beten. Ist das notwendig? Ist das richtig? Ich denke schon. Wenn ich an mich selber denke, manchmal, ach, ich weiß doch gar nicht, wie ich jetzt Gott das richtig sagen soll. Ich bin unsicher, ich finde nicht die richtigen Worte. Und wer bin ich schon, dass ich mit Gott reden kann? Und dann hilft uns Jesus, hier gut ins Gespräch zu kommen. Tja, Lehren. Was ist gut bei Lehren? Wiederholen. Viele von euch haben jetzt schon fünf Predigten dazugehört. Manche im Internet, manche live. Und viele haben diesen Text schon gesehen, gesprochen, gehört. Was habt ihr die letzten fünf Wochen darüber gelernt, wie man betet? Aber dieses eine, dass es unser Leben prägt, dass dieses Vaterunser, heute Mittag hat er immer gesagt, ach, das ärgert sie so, dass das im Gottesdienst oft so runtergerattert wird, einfach nur durchrauscht. Nein, dass es nicht durchrauscht, sondern dass es dich prägt, dich im Herzen wirklich berührt. Von den 200 Würfeln oder so, die es gab, sind noch knapp 10 draußen, die helfen sollen, das einzuüben, es zu strukturieren, immer wieder das Vaterunser in den Alltag wirklich zu integrieren. Und heute, mit diesem letzten Vers des Vaterunser, da soll es, oder will ich darüber reden, über seine Größe, über das, dass seine Größe meine Perspektive verändert. Je nachdem, wie groß was ist. Und wie was ist, ist die Perspektive eine andere. Und das ist wichtig, dass wir einen neuen Blick auf die Situation bekommen. Vater unser im Himmel, wir sprechen ihn an. Geheiligt wird dein Name. Es geht um seinen Namen. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe. Wir nehmen sein Anliegen für uns auf, unser tägliches Brot dieb uns heute, die ganz alltäglichen äußeren Angelegenheiten, dass das er uns gibt. Und vergib uns unsere Schuld, die Frage der Schuld, die Frage des Haters, die Frage des Loslassen verzeihen können, wie wir vergeben unseren Schuldigern, Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, die Frage und die Zusage sein Schutz und jetzt heut seine Größe. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Dieser letzte Abschnitt beantwortet die Frage, warum soll ich überhaupt beten? Weil Gott etwas tun kann. Hier kommt ein Lobpreis zum Ausdruck und ein Bekenntnis, wo wir Gott etwas zutrauen, wo wir über seine Größe staunen, und wir wissen, das ganze Gebet macht Sinn. All die Fragen, all die Bitten, all die Anliegen, die ich habe, ihm kann ich sie wirklich stellen. Jetzt habe ich bei der Vorbereitung, bin ich über eine Predigt auf ein ostfriesisches Neues Testament gestoßen und dachte, auch wenn wir hier keine Ostfriesen sind, ich kenne zumindest keinen hier, sondern Süddeutsche, aber ich behaupte selbst, diese drei ostfriesischen Sätze, die kapieren sogar wir Süddeutschen. Wie wird der Schluss des Vaterunsers in dem Neuen Testament von 1983 von Pastor Gerrit Herrlein formuliert? Denn ein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen. Du kannst das, du wullt das, du deist das auch. Habt ihr es verstanden? Er kann. Gott kann. Und das ist das Besondere. Deshalb bringe ich ihm all meine Anliegen. Nicht, damit es halt gesagt ist. Damit ich das fünfte Vaterunser am Tag gesprochen habe oder in der Woche. Sondern weil es Sinn macht. Ihm etwas vorzulegen. Er kann, er will, er tut. Denn dein ist das Reich. Versucht euch mal vor Augen zu malen, wann wurden das formuliert? Egal, ob es jetzt direkt von Jesus oder von der ersten Gemeinde formuliert wurde, was war das Umfeld? Was haben die Leute gedacht? Welche Vorstellung hatten sie? Denn dein ist das Reich. Was war ihre Wirklichkeit? Zur Zeit Jesu in Judäa, römische Besatzungsmacht. Die Juden durften nichts entscheiden, mussten immer die Römer fragen. Die Steuern waren grausam, die Regeln waren furchtbar. Und alle haben gehofft, endlich fällt dieses römische Reich, aber es fiel halt nicht. Bisschen später, als in Kleinasien schon viele Menschen Christen geworden waren, Als es mehr Christen gab, da hat das römische Reich so richtig zugeschlagen. So wie du es vom Horn von Afrika von heute erzählst. Mit Verfolgung. Ah, du gehst in Gottesdienst. Dein Haus wird beschlagnahmt. Ah, du bist in Gottesdienst gegangen. Deine Familie wird als Sklaven verkauft. Du warst im Gottesdienst. Du kommst ins Gefängnis. Und dann sagt Jesus, Denn dein ist das Reich, Vater im Himmel. Das gehört nicht dem römischen Cäsar. Das gehört nicht dem Pontius Pilatus. Das gehört nicht den, die so mächtig auftreten. Denn dein ist das Reich. Und dieses Reich, so hat es Jesus schon ganz am Anfang gesagt, Markus, ziemlich am Anfang, erste Kapitel. Tut Buße, denn das Himmelreich, das Reich Gottes, das Königreich Gottes ist nahe herbeigekommen. Und das bringt Jesus in seiner ganzen Predigt, in seinen Geschichten, in seinen Gleichnissen. Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen, wo ein Samariter einen verletzten Juden versorgt. Wo ein Vater seinen verloren geglaubten, wirklich schlimmen Sohn in Gnaden aufnimmt, wo Arbeiter im Weinberg, die lange arbeitslos waren, den gleichen Lohn bekommen wie die anderen. Und jetzt Sprung auf uns heute. Das Reich dieses Menschen mit den gelben Haaren, das Reich des anderen, der immer an so einem ganz langen Tisch sitzt, Oder oft an so einem langen Tisch sitzt. Und wir könnten jetzt noch viele Reiche dieser Welt aufzählen, die uns Angst machen wollen. Heute ist eine Wahl, die einen jubeln, die anderen zittern. Wie ist es mit den Reichen dieser Welt? Wie ist es mit den politischen Verwerfungen, mit den Krankheiten, den wirtschaftlichen Entwicklungen? Krieg, Hass und Ungerechtigkeit? Und genau da hinein, Vater unser, denn dein ist das Reich. Eine kleine Geschichte, es ist schon viele Jahre her. Ich muss ein bisschen die Geschichte drumherum deuten. Wir haben Ende der 60er Jahre. Es ist der 9. Dezember 1968. Zwei berühmte Schweizer Pfarrer und Theologen telefonieren miteinander. Und sie haben Sorgen, wie es im Kalten Krieg, wie es da weitergehen soll, wie sich auch die Theologie weiterentwickelt, wie das alles läuft. Und der eine wird noch in dieser Nacht, in den nächsten 24 Stunden, wird er sterben. Es ist sein letzter Lebenstag. Der Schweizer Theologe Eduard Thurneisen, er berichtet von diesem letzten Telefonanruf, bei seinem Freund Karl Barth. Es geht mir jetzt nicht um die theologische Richtung der beiden, da könnte man lange diskutieren. Es geht mir um das, was in diesem Telefonat an Glaube, an Hoffnung deutlich wird. Sie sprechen über die Weltlage und Barth meint, ja, die Welt ist dunkel. Aber dann fügt er hinzu, nur ja, die Ohren nicht hängen lassen. Nie! Denn es wird regiert. Nicht nur in Moskau oder Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her. Gott sitzt im Regimende. Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken. Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt. Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht. Es wird regiert. Was für eine Hoffnung, was für eine Perspektive angesichts einer schwierigen, politischen Lage, Apo, aufkommender Terrorismus, Ost-West-Konflikt und am Ende eines Lebens schwer krank, es wird regiert. Wir haben hier schon oft das Lied von Theolemen gesungen, wo diese Zeile drin ist, die Mächtigen kommen und gehen. Und dieses Lied, das ja für Karl Marx stattgeschrieben wurde, wo dieser große Nischel, das Denkmal von Karl Marx steht. Die Mächtigen kommen und gehen und jedes Denkmal mal fällt. Ja, Jesus Christus ist der Sieger. Und das ist eine ganz andere Perspektive. In all der Not im eigenen Leben, in all der Not wirtschaftlich und politisch, in all der Not, wo Krankheit da ist und du nicht weißt, wie diese Geschichte weitergehen soll oder wo in der Familie sich manches verändert, Freundschaften zerbrechen, Menschen wegsterben. Da ist Hoffnung. Diese andere Perspektive, wie es auch in den Liedern zum Ausdruck kam, von der Ewigkeit her denken. Ewigkeit ist mein Zuhause, eine Perspektive, eine Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu. Gibt es noch weitere solche Sätze, die das immer wieder vertieft haben? Die Herren dieser Welt gehen, aber unser Herr kommt. Gustav Heinemann bei einem sehr evangelistischen Kirchentag in den 50er, 60er Jahren. Weil unser Herr kommt. Weil er die Macht hat. Weil ihm das Reich gehört. Deshalb macht Beten Sinn. Deshalb lohnt sich Beten wirklich. Denn dein ist das Reich und die Kraft. In der Antike standen da dafür, ich bin's jetzt wirklich nicht. Die Heroen, die Muskelmänner, die da Riesen-Bizeps hatten und die dann in diesen Olympischen und anderen Spielen sich darstellten und was machten. Und heute, ja, das wollen alle Krafttraining machen. Ab 30 verliert man ein Prozent der Muskelmasse pro Jahr. Und soll dann wieder mit Krafttraining, mit Fitness. Und wie, was sagen mir meine Töchter? Da braucht man so Nahrungsergänzungsmittel dazu. Ich bin jetzt 61. Irgendwie ist es mit der Kraft tatsächlich weniger geworden. Ich habe diesen Sommer im Urlaub mit meinem Schwiegersohn zusammen unser etwas zusammengefallenes Hühnerhaus renoviert. Und ich war froh, dass er der Chef war und ich zugearbeitet habe. Man, es ist nicht mehr so wie vor 30 Jahren und nicht mal mehr so wie vor 5 Jahren. Aber hier heißt es ja nicht, denn mein ist die Kraft, sondern denn dein ist die Kraft. Meine Kraft ist endlich und beschränkt. Aber hier geht es um die Kraft Gottes. Und da habe ich in der Auslegung gefunden, das hat mich sehr angesprochen. Die frühe Kirche verstand unter dieser Kraft die Kraft der Erlösung. Da geht es nicht um das da. Da geht es um die Kraft, dass Menschen neu werden können. Dass ich was im Leben wirklich verändern kann. Kraft, die zur Liebe befähigt, die es möglich macht, dass Böses mit Gutem überwunden wird, statt das Einfachere Böses mit Bösem zu vergelten. Gottes Kraft ist nie zu klein. Er hat genügend. Er kann uns verändern. Er kann mich verändern, sodass ich plötzlich sagen kann, es tut mir leid. Auch wenn mir das sehr schwerfällt. Dass jemand, der dauernd nur das Bisschen fehlt, was das Bisschen sieht, was fehlt und immer rummeckert, dankbar sein kann, sich freuen kann. Wie war das bei Paulus und Silas? Sie saßen im Gefängnis, sie atmeten die siebte Luft, saßen hinter schwedischen Gardinen und haben nach einigen Stunden angefangen, Loblieder zu singen. Gottes Kraft kann etwas verändern, kann wirklich was ganz anders machen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. Für mich ein bisschen schwieriges Wort. Herrlichkeit. Gottes Herrlichkeit ist überwältigend. Ich kann sie nicht begreifen, im doppelten Sinn. Ich kann sie nicht erfassen. Da ist diese Textstelle in Jesaja 6. Der Saum seiner Herrlichkeit füllt den ganzen Tempel. Ich bin jetzt kein Textilfachmann, aber wie viel Prozent ist der Saum eines Gewandes? Also ich würde sagen ein einstelliger Bereich oder sowas. Sicher nicht über 50 Prozent. Und wenn das schon den ganzen Tem... Das übersteigt meine Vorstellung. Und trotzdem, wir können manches von seiner Herrlichkeit erahnen, einen stückweiten Eindruck bekommen. Manchmal in der Schöpfung, du es vorher erzählt hast, Simon, wo du sitzt, Wenn ihr da unterwegs war und den Sonnenaufgang oder Untergang gesehen habt in der Bergwelt, das ist schon beeindruckend. Ein Stück der Herrlichkeit der Schöpfung Gottes. Oder manchmal, wenn man Blumen genauer anschaut und wie das jetzt da innen drin aussieht, wow, faszinierend. Herrlichkeit wird stückchenweise deutlich. In der Schöpfung erkennen wir einen Abglanz seiner Herrlichkeit. Da heißt es Psalm 19, die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Feste verkündet seiner Hände berg. Ein Tag sagst du dem anderen, und eine Nacht tut's kund der anderen. Ohne Sprache, ohne Worte. Aber die Herrlichkeit Gottes, die so unfassbar ist, wurde in Jesus anscherbar. In ihm ist die Herrlichkeit Gottes Mensch geworden, auf die Erde gekommen. Johannes 1, das Wort wurde Fleisch, wurde Mensch, wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit. Eine Herrlichkeit, wie sie der Einzige von seinem Vater hat, voller Gnade und Wahrheit. Herrlichkeit, Bedeutung. Oder das hebräische Wort für Herrlichkeit «kabot», hat noch ein bisschen eine andere Bedeutung. Und das ist im Deutschen ganz ähnlich. Herrlichkeit hat heißt auch Gewicht. Jetzt gibt es Leute, die bringen einiges an Gewicht auf die Waage. Es gibt aber auch Leute, die gar nicht so viel Kilos haben, deren Worte Gewicht haben. Wichtig sind. Und Gott ist wichtig, er ist herrlich, er hat Herrlichkeit. Aber auch bei uns ist es immer wieder so eine Frage. Wer bin ich? Fähle ich überhaupt? Was denken die anderen über mich? Macht mein Sein, meine Arbeit überhaupt Sinn? Bleibt da irgendwas was davon bestehen, was bleibt, was wird mal auf dem Grabstein stehen? Und dann formuliert Petrus, Gott hat uns berufen zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus. Der wird uns, selbst wenn wir jetzt eine kleine Zeit leiten, der wird uns stärken, aufrichten, kräftigen gründen. Was für eine Zusage, was für ein Perspektivenwechsel. Denn dahin ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in wörtlich Ewigkeiten. Gott hat genügend Zeit, er hat sie ja geschaffen. Er hat kein Problem, dass ihm die Zeit ausgeht, dass ihm da was runterfällt. Und er hat es im Griff. Gott hat die lange Perspektive, die mir vielleicht manchmal abgeht, wo ich ungeduldig werde. Aber er hat sie wirklich. Denn dein ist das Reich, wo die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit leben. Martin Luther hat dazu gesagt, wir sprechen das Amen, dass wir nicht zweifeln dran, was wir gebetet haben. Also wir haben Gott angesprochen. Wir haben seine Anliegen zu unseren gemacht. Dein ist das Reich, dein Wille geschehe. Wir haben unsere Anliegen ihm ausgebreitet, die äußeren und die inneren. Und jetzt haben wir bekannt, haben wir ihn gelobt, haben wir ihn angebetet und jetzt bestätigen wir es. Und so ist aus all diesen Gebeten am Schluss Anbetung geworden. Und wir, Jünger Jesu, wir Menschen, nehmen Teil an dieser großen Schar Millionen Wesen, Engel und wer auch immer da vor dem Thron Gottes steht. Denn dein ist die Macht und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Da gehören wir dazu. Wir loben diesem Gott zu, der die Macht, der die Geschichte, der alles in seinen Händen hält. Und diese neue Perspektive, die will ich euch heute deutlich machen. Nicht auf das schauen, was fehlt. Nicht auf das schauen, was mir Schwierigkeiten macht. Nicht auf das, was ich nicht unter die Füße kriege, sondern auf seine Größe. Ich sehe nicht nur die Nöte dieser Welt, nicht nur die Herausforderungen, vor denen ich stehe, nein, die Möglichkeiten und Fähigkeiten Gottes. Dann kann das ein kleiner Gang sein im Alltag, wenn ich das Vaterunser bete. Vaterunser im Himmel. Ich habe den, den ich persönlich ansprechen darf und der doch alle Macht hat. Dein Name werde geheiligt. Ich habe einen Namen, den ich anspreche. Sein Name. Wenn ihr euren kleinen Würfel habt, dann würfelt auf die oder dreht es auf dieses Sein Name. Und denkt mal drüber nach, ich hab da jemand, den ich ansprechen darf. Nicht einer, der halt immer zuhören muss, sondern der es will. Der kantert, der wultert, der deit das auch. Der ist da, ich hab die. Dein Reich komme, dein Wille geschehe. Was ist dieses Reich Gottes? Sein Reich. Worauf möchte ich mich ausrichten? Damit ich auch den Blick wegbekomme vom Klein-Klein, was mich immer beschäftigt, sondern auf sein Reich. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden, unser tägliches Brot gib uns heute. Was brauche ich an Äußerlichkeiten? Auf was kann ich auch verzichten? Wie viel brauche ich davon? Vertraue ich ihm oder vertraue ich nicht? Und dann unser Brot, dann nochmal weiterzudenken. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Puh, wie gehe ich mit Schuld um? Sehe ich bei mir überhaupt welche? Oder ich bin Mr. Perfect, ich habe nie Schuld. Das haben nur die anderen falsch verstanden. Nein, ich habe Schuld. Marc hat es in seiner Predigt da wirklich toll erklärt, wie diese Konsequenz von dem Autounfall lohnt sich nochmal nachzuschauen oder nachzuhören. Aber ich darf sie bei Gott abladen. Unsere Schuld. Wie gehe ich damit um? Wie gehe ich mit der Schuld des Anderen um? Zahl ich sein? Bestehe ich aufs Letzte? Oder kann ich diese Vergebung Gottes weitergeben? Und loslassen und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Sein Schutz in den inneren Fragen, die wir haben, in dem, was uns innerlich umtreibt, was uns wegziehen will, wo wir uns manchmal selber im Wege stehen, und dann diesen Ausblick auf seine Größe. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Jetzt haben wir ganz lang über das Vaterunser gesprochen. Ich würde euch bitten, dass wir es auch miteinander sprechen. Und bitte nicht nur, dass es abgesprochen ist, runtergesprochen ist. Und wir werden es auch nie ganz erfassen. Aber dass wir uns neu auf ihn ausrichten. Vaterunser im Himmel, dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser täglich Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.